Dötlingen - Siegfried W. Kernen ist mittlerweile in Dötlingen fast so etwas wie ein Dauergast. Auf Einladung der Dötlingen Stiftung gastierte der bekannte TV-Darsteller und Bühnenschauspieler am Freitag bereits zum dritten Mal in der kulturellen Begegnungsstätte Heuerhauscafé im Rahmen der Reihe KulturPur.
Diesmal hatte Kernen, der wie bei den anderen Auftritten zusammen mit dem Flötisten Martin Karl-Wagner und dem Pianisten Thomas Goralcyk vor die voll besetzten Zuschauerreihen trat, das schier unerschöpfliche Werk Wilhelm Buschs als Thema für seine Lesung und Rezitationen ausgewählt.
Eingangs begrüßte Gerti Essing vom Beirat der Dötlingen Stiftung die Gäste. „Heute Abend haben wir die Möglichkeit, die Geschichten Wilhelm Buschs aus dem Munde eines begeisterten Vorlesers zu hören. Siegfried W. Kernen möchte die humorvollen und auch die nachdenklichen Seiten des berühmten Dichters auf unterhaltsame Weise nahebringen“, so Essing.
Neben den Streichen von Max und Moritz, die Busch als Lausbubengeschichten verfasste und die ihm zu Weltruhm verhalfen, waren es auch die Bildergeschichten von „Hans Huckebein“ und „Die fromme Helene“, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Doch an diesem Abend konnten die Zuhörer mehr über andere Seiten Wilhelm Buschs erfahren. So habe seine große Leidenschaft der Malerei gegolten, wie Essing darstellte. Unveröffentlicht blieben zahlreiche Zeichnungen und Gemälde. Busch setzte an seine eigenen Arbeiten einen derartig hohen Anspruch, dass sie nie veröffentlicht wurden.
Busch ist auch Dichter und Erzähler. Werke, die er veröffentlichte, aber von seinen Lesern nicht so angenommen wurden, waren etwa die lustigen Bildergeschichten. Dieser Teil des Schaffenswerkes ist daher 105 Jahre nach dem Tod Wilhelm Buschs weitestgehend unbekannt – aber ein Fundus für Lesungen, wie an diesem Abend in Dötlingen.
Siegfried W. Kernen konnte aus dem Vollen schöpfen, was das Publikum mit reichlich Applaus quittierte.
Eingangs hatte sich Gerti Essing beim Team von Helga Wehen für die Bewirtung bedankt. Gleiches galt für Thea Freiberg, die geholfen hatte, das Heuerhauscafé wieder in eine kulturelle Begegnungsstätte zu verwandeln, sowie bei der Veranstaltungstechnik von Hans-Hermann Schweers und Jan Kratzmann für die Ausleuchtung.
In der Pause bestand die Möglichkeit, in der Galerie die Ausstellung von fünf Künstlerinnen und Künstlern aus der Partnergemeinde De Marne zu besuchen, die im Sommer zum Arbeitsaufenthalt in der Gemeinde weilten.
