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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Weiter Himmel und ein Geruch von Marschland

05.02.2014

Oldenburg Detlev Glanert hat seine Grundsätze. Roger Epple hat seine Grundsätze. „Zu meiner Musik muss der Hörer einen Zugang finden“, sagt Glanert, der Komponist. „Zeitgenössische Musik muss Emotionen wecken“, sagt Epple, der Dirigent.

Solche Blickweisen sind eine fantastische Grundlage für eine gemeinsame Uraufführung am kommenden Wochenende. Wenn der Oldenburger Generalmusikdirektor eine spezielle Partitur von Glanert aufschlägt, dann tut er das mit einem fröhlichen Stolz. „Weites Land“ steht da als Titel. „Musik mit Brahms für Orchester.“ Und: „Ein Auftragswerk des Oldenburgischen Staatstheaters.“ Für den Chef des Staatsorchesters ist dieser Zusatz „schon eine kleine Sensation“. Einer von der Größenordnung Glanerts (53) schreibt eher für die Berliner Philharmoniker, das Concertgebouw-Orkest Amsterdam oder andere Größen.

Die Tür nach Oldenburg geöffnet hat Epple. Er hat mehrere Werke Glanerts uraufgeführt, angefangen 1988 in München bei dessen erster Oper. Die gegenseitige Wertschätzung ist ständig gestiegen. Epples aktuelle Anfrage drang in offene Ohren. Die vorsichtige Anregung des Oldenburger GMD zu „etwas in Richtung Johannes Brahms“ animierte Glanert, der seit 2011 für zehn Jahre als „Composer in residence“ am Concertgebouw arbeitet.

Die vierte Sinfonie e-Moll von Brahms steht am 9., 10. und 11. Februar (Sonntag bis Dienstag) auf dem Programm des 4. Sinfoniekonzerts im Großen Haus. „Zu Brahms als Hamburger hat der gebürtige Hamburger Glanert eine spontane Zuneigung gespürt“, sagt Epple und lächelt verschmitzt. „Es ist viel Norddeutschland darin“, verrät Glanert am Ende seiner Arbeit, „der Brahmssche Geruch von Marschland“. Und, fügt er hinzu, „der weite Himmel“.

So präsentiert sich schon vor der Brahms-Sinfonie das nur in zwei Stimmen variierte Brahms-Orchester. „Eine absolut konventionelle Besetzung“, erläutert Epple. Aber es wird atemberaubend sein, welche Farben, Rhythmen und Klangmischungen damit zu erzielen sind. Glanert baut auf die ersten acht Noten der Brahms-Vierten, Terz abwärts, Quinte aufwärts. Doch getragen bleibt es nicht lange. Der Puls gerät ins Rasen. Signale klingen nach Gustav Mahler. Es mischt sich ein Choral ein. Könnte der von Brahms sein? „Manchmal sind Motive übermalt wie auf alten Bildern“, umschreibt Epple die Arbeitsmethode.

Die Oldenburger haben den Komponisten schon beim Einstudieren als akribischen, aber niemals verbissenen Arbeiter kennengelernt. Glanert kommt stets zu den Proben. „Er ist unsere letzte Instanz bei allen Fragen“, nickt Epple. „Weites Land“, nur eine knappe Viertelstunde lang, wird also eine Uraufführung ganz im Sinne des Komponisten erleben.

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