Zetel - Schon das erste Stück – die Overtüre aus Mozarts Figaros Hochzeit – reichte, um am Sonnabend den 350 Konzertbesuchern im Hankenhof Zetel ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, das das gesamte Konzert nicht mehr weichen sollte. Es war wohl auch die spürbare Freude der Musiker, die sich minutenschnell aufs Publikum übertrug. Aber es war auch der Kraft der Musik zu verdanken, dass die harmonischen Klänge eine Atmosphäre des Friedens kreierten. „In diesem Orchester spielen Musiker aus vielen Nationen und Religionen zusammen – Moslems und Christen. Die Musik, die Harmonie, bringt Frieden in die Welt“, so Dirigent Dieter Holzapfel, Präsident des DRK-Landesverbandes Oldenburg. Holzapfel, ein Schüler und Freund von Justus Frantz, stellte ihn als „Musik-Kommunikator“ vor, dem es immer daran gelegen sei, durch die Kraft der Musik Menschen zu verbinden und sie an die Klassik heranzuführen. Spielend gelang ihm dies in Zetel.
Justus Frantz nahm am Piano Platz und wartete lächelnd auf seinen Einsatz. Seine perlenden Klangstrukturen verführten das Publikum noch tiefer ins Reich der Harmonie.
Mit größter Leichtigkeit und ganz in seiner feinfühligen Art, interpretierte er das Klavierkonzert Nr. 27 von Mozart. Komponiert kurz vor Mozarts Tod, künden die Töne bereits von einer Jenseitigkeit und verbinden sich trotzdem noch einmal sehnsüchtig mit dem Frühling und dem immer wieder neu erwachenden Leben. In den leisen Passagen stimmte eine Vogelstimme in ein Duett mit dem Piano ein – ein Gruß der Natur in dieser akustikstarken Konzertscheune, die Dieter Holzapfel in so guter Erinnerung hatte, dass er dieses Konzert Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann anbot. Dieser musste keine fünf Minuten überlegen, um die Veranstaltung für die Gemeinde zu übernehmen.
Nach der Pause, eingeleitet mit dem Einzugsmarsch des Zigeunerbarons von Johann Strauß, widmete sich das Orchester temperamentvollen und romantischen Walzerklängen.
Nach dem Walzer von Josef Strauß „Sphärenklänge“ gab es erste Bravo-Rufe und minutenlange Beifallsstürme entlockten dem Orchester drei Zugaben. Fetzig verabschiedeten sich die Musiker mit dem Radetzki-Marsch.
