Hude - Ein Heavy-Metal-Festival ist nur etwas für die ganz Jungen oder Menschen mit Gehörschaden? Weit gefehlt. Zumindest zeigte sich beim Springsane-Festival am Sonnabend im Kulturhof in Hude ein ganz anderes Bild.
Nicht nur das sich Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew vor Zeiten als Heavy-Metal-Fan geoutet und die Schirmherrschaft für die vierte Auflage des lauten und knallharten Festivals übernommen hat. Sondern auch ein Blick zu früher Stunden reichte, um ältere Semester im Kulturhof auszumachen, die sich an den Beats und Gitarrenakkorden erfreuten.
Das konnten Annette, Anna und Mia an der Kasse bestätigen. Die drei jungen Damen sind von Anfang an dabei. Das kommt nicht von ungefähr, „denn unsere Freunde spielen in den Bands mit.“ Gerade kam wieder eine Familie um die Ecke. Für ein Interview blieb aber keine Zeit. „Wir sind mit unserem Sohn hier und der ist gerade verschwunden“, sagte die Mutter und entschwand ebenfalls in der Menge.
Florian Köchy und Ulf Hedenkamp gehören der Band Rising Insane an, die zugleich Veranstalter des Festivals ist. Sie bedauerten, dass der Besuch des Bürgermeisters diesmal wegen einer anderen Veranstaltung nicht klappte, konnten aber von der guten Akzeptanz der Musikveranstaltung in Hude berichten.
„Mittlerweile wird das Springsane Festival hier akzeptiert und gut angenommen“, erklärte Florian dazu. Der Veranstaltungstitel leitet sich übrigens aus dem Bandname der Gastgeber Rising Insane und dem englischen Wort für Frühling ab. Das Festival startet jeweils zu Beginn des Frühlings, auch wenn sich der angesichts von Hagel vor dem Kulturhof an diesem Sonnabend noch nicht einstellen wollte.
Das tat aber dem Besucheranstrom keinen Abbruch. Wer sich auf dem Parkplatz hinter dem Kulturhof umschaute, der sah Kennzeichen aus dem gesamten norddeutschen Raum. Eigens aus Bremervörde waren Tobias (21), Nicklas und Mirco (beide 18) mit dem eigenen Auto angereist. „Wir sind wegen Annisokay aus Halle herkommen. Die sieht man hier nicht überall. Sie sind zurzeit gut angesagt“, erklärte Tobias.
Insgesamt acht Bands gaben auf den Bühnenbrettern im Kulturhof Hude schon ab 17 Uhr ihr Bestes. Zum ersten Mal auf der Bühne standen Julian Michele, Jan Timmermann und Jonas Terborg. Die drei Huder sind die „Deathdreamer“ und sie verhehlten nicht, etwas nervös zu sein.
Doch vor der Bühne hatten sich die ersten Fans schon zu früher Stunde reichlich eingefunden. Die Musikfete konnte damit gleich richtig losgehen und auch der Anti-Disco-Tanz oft als Pogo bezeichnet.
Nach einer halben Stunde, für ein längeres Konzert hatte die junge Band nicht mehr Stücke im Repertoire, ging es mit Blazzy Taze, einer Formation aus Schierbrok weiter. Daran schlossen sich The Hearing Aid (Bremen), Skulled (Bremen), Sushi Drive In (Oldenburg) und die Huder Gastgeber Rising Insane mit Robert Kühling (Drums), Aron Steinecker (Vocals), Sven Polizuk (Gitarre), Florian Köchy (Gitarre) und Ulf Hedenkamp (Bass) an.
Nach der Band Arktis aus Hannover war es dann soweit. Die Haller Musiker von Annisokay traten ins Rampenlicht, um gegen Mitternacht mit ihrem Auftritt das vierte Springsane-Festival ausklingen zu lassen. Für Ulf, Florian und die anderen Helfer endete ein anstrengender Tag mit dem Kassensturz.
„Über bleibt bei diesem Festival nichts. Gema, Technik, Essen, Trinken und Gagen müssen bezahlt werden. Wir sind immer froh, wenn alles ohne negative Zahlen ausgeht“, so Ulf Hedenkamp.
