Winkelsett - Kisten und unzählige Säcke, gefüllt mit Äpfeln verschiedener Sorten, zeigten den rund 300 Besuchern des Apfelweinfestes im Essgarten der Familie Deemter in Barjenbruch (Gemeinde Winkelsett) den Weg. Ziel war der Apfelbaumgarten, in dem 15 verschiedenen Sorten, vom Früh- bis zum Lagerapfel, für leckeres und gesundes Obst sorgen. Aber auch ein kleiner improvisierte Stand, an dem Gartenhelferin Sonja Wöhling aus Hamburg die Becher mit dem Apfelwein oder Saft füllte und Flammkuchen aus dem angeheizten Backofen, belegt mit Äpfeln, kredenzte.
„Seit zwei Monaten ist Sonja hier bei uns. Sie interessiert sich für das Wissen um ein autarkes Leben“, erklärte Heike Deemter. Ein Ansatz, den sie teilt. „Uns geht es darum, auf dem Althof, den wir seit 20 Jahren besitzen, mit der Natur in Einklang zu leben.“ Dazu gehört auch die Naturkläranlage. „Da überlege ich mir schon, was ich in den Ausguss kippe und was nicht. Denn alles bleibt hier bei uns.“
Viele Besucher konnten diese Geschichte oder auch Wissenswertes über den geöffneten Essgarten und die interessanten Pflanzen auf dem 2,5-Hektar-Areal bei einer der stündlichen Führungen kennenlernen.
Alles fing vor einigen Jahren mit der Begeisterung für essbare Pflanzen an. Mittlerweile gibt es eine große Anzahl von essbaren und mehrjährigen Pflanzen. Von Bäumen über Pilze bis hin zu essbaren Wasserpflanzen und auch Kakteen, reicht das Spektrum mit Pflanzen aus aller Welt. „Das alles gedeiht in der Wildeshauer Geest“, so Heike Deemter.
Am Sonntag, dem Tag des Apfelweinfestes, waren alle Zeichen auf die Apfelernte ausgerichtet. „Die Nachfrage war groß. Uns ging sogar der Apfelsaft aus. Wir haben uns mit kaltgepresstem Saft aus dem Essigbaum gerettet. Viele kennen ihn als Indianer-Limonade.“
Familie Deemter mit Heike und Frits Deemter sowie den beiden Söhnen Bas und Loek sahen ihr Apfelweinfest als Werbung für ein bewussteres Leben mit Essbarem aus der Natur. „Wir wollen die Menschen dazu bringen, wieder mehr aus dem eigenen Garten zu ernten und damit gesunde Produkte zu essen. Die Idee, Natur und gesundes Leben an die Menschen weiterzugeben, ist unser Ansatz“, äußerte Heike Deemter ihr Hauptanliegen. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist das geplante Restaurations-Gebäude im Apfelgarten. „Zurzeit läuft noch das Genehmigungsverfahren. Wir hoffen aber, im kommenden Jahr das kleine Häuschen eröffnen zu können.“
Für die Deemters ging die Arbeit am Montag schon wieder weiter. Die Apfelernte wurde vom mobilen Entsafter in der Nachbarschaft gepresst. Heike Deemter: „Die Ernte ist richtig gut. Das ist nicht jedes Jahr so.“
