Oldenburg - Wie fühlt es sich an, aus seiner Heimat fliehen zu müssen und auf einmal in einem fremden Land zu leben? Plötzlich kann man sich in seiner Muttersprache nicht verständigen, obwohl man so viel zu erzählen hätte. Doch gerade über die Erfahrungen, die auf der Flucht gemacht werden, zu sprechen, gilt als besonders wichtig, um das Geschehene zu verarbeiten.
Das weiß Liane Hadjeres aus der Oldenburger Schreibwerkstatt. Gemeinsam rief sie mit Pastor Andreas Thibaut der Evangelischen Kirchengemeinde Nikolai Anfang des Jahres das Projekt „Alte Heimat – Neue Heimat“ ins Leben. Im Rahmen des Projektes haben 65 Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren Texte zum Thema „Alte Heimat – Neue Heimat“ geschrieben und ein Bild gemalt. „Später wurden die Texte bearbeitet, übersetzt und zu einem Buch zusammengefasst“, erzählt Hadjeres. Aus den Bildern entstand eine Wandervorstellung, die am Sonntag im Kulturzentrum PFL mit einem spannenden Programm eröffnet wurde. Die jungen Autoren gaben eine Kostprobe aus ihrem Buch. Sie lasen einzelne Texte in ihrer Muttersprache, die später ins Deutsche übersetzt wurden. Um das Publikum mit der Kultur der Geflüchteten vertrauter zu machen, spielten die Musiker Saleen Barkeel und Hani Alkhatib, beide Studenten der Universität Oldenburg, verschiedene arabische Stücke.
„Ich hoffe, dass das Projekt große Aufmerksamkeit erweckt. Die Geflüchteten sollen sich wahrgenommen fühlen und Deutsche mehr für ihre Situation sensibilisiert werden“, erzählt Hadjeres weiter. Aus diesem Grund wird das Buch „Alte Heimat – Neue Heimat“ in Schulbibliotheken ausgestellt.
