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NWZonline.de Nachrichten Kultur

So werden Festivals zu Stars

06.12.2016
Frage: Das Programm beim Hurricane, Southside und Deichbrand füllt sich – wie zufrieden sind Sie bisher?
Thanscheidt:: Wir sind generell mit den Künstlerprogrammen von Deichbrand, Hurricane und Southside sehr zufrieden und freuen uns, auch noch mal nachlegen zu können. Wir haben mit Green Day, Linkin Park und Casper bisher nur Headliner und Wiederholer aus dem vergangenen Jahr angekündigt. Mit der nächsten Bandwelle kommen in dieser Woche dann gleich 30 neue Künstler.
Frage: Stichwort Wiederholer: 2016 sind viele Auftritte buchstäblich ins Wasser gefallen. Wie sehr hängt Ihnen die Schlammschlacht inklusive Unterbrechungen noch nach?
Thanscheidt: Das hängt noch ganz schön nach. Es ist logistisch und administrativ einfach eine riesige Herausforderung. Mit den Versicherungen ist alles gut gelaufen. Auch mit den Künstlern konnten wir alles schnell abrechnen. Aber es gibt noch viel zu klären. Und natürlich müssen wir die Rückerstattung für die Besucher abwickeln. Das Schwesterfestival Southside hat es ja noch schlimmer getroffen als das Hurricane. Hier wird noch immer Tag und Nacht gearbeitet. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir bis Weihnachten damit durch sind.

Musikalischer Leiter

Stephan Thanscheidt (39) ist Geschäftsführer bei FKP Scorpio. Er bestimmt, wer bei Hurricane, Southside, Deichbrand und weiteren Festivals in insgesamt sieben Ländern auf der Bühne steht. Das 21. Hurricane vom 23. bis zum 25. Juni 2017 ist Thanscheidts neuntes Festival in Scheeßel.

Frage: Auch andere Festivals haben unter dem Wetter gelitten. Dazu kommt jetzt auch noch die Terrorgefahr – lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt noch?
Thanscheidt: Wir finden ja – ganz klar. Aber es ist schwieriger geworden. Wir gehen bei der Sicherheit immer auf 120 Prozent und übertreffen den Standard, weil wir es uns nicht erlauben können und wollen, dass es irgendwann einmal Lücken gibt – sei es bei schlechtem Wetter oder wenn irgendetwas anderes passiert. Es ist eine Herausforderung geworden, die Kosten steigen – aber dafür sind die Ticketpreise auch etwas angehoben worden. Das versuchen wir zwar immer zu vermeiden, es ist aber durch Wetter und Terrorgefahr nicht anders möglich. Die Festivals sind ohnehin knapp kalkuliert – und das alles muss halt irgendwie bezahlt werden.
Frage: Früher kosteten Hurricane-Tickets unter 100 Euro – und dafür gab es Headliner wie die Red Hot Chili Peppers, David Bowie oder Oasis. Ist es schwieriger geworden, große internationale Stars zu holen?
Thanscheidt: Nein, es ist jedoch wesentlich teurer geworden. Aber wir haben mit Green Day und Linkin Park zwei der größten existierenden Bands – also genau das, was wir wollen und was wir brauchen.
Frage:
Frage: Das gelingt Ihnen aber nicht in jedem Jahr – oder?
Thanscheidt: Es ist immer wieder mal ein schwächeres Jahr dabei. 2015 waren verdammt wenige Bands auf Tour. Und ist es bei der Dichte an Veranstaltungen in Europa wirklich schwierig, ein Festival vom Kaliber des Hurricane mit drei großen Namen zu bestücken. Deshalb investieren wir viel in die Marke: besserer Service, mehr Komfort, mehr Atmosphäre. Das Festival soll ein wenig zum Star werden – aber ein gutes Line-Up kann das nicht ersetzen.
Frage: Inzwischen gib es ruhigere Zeltplätze, abwechslungsreiches Essen, einen Supermarkt – muss das alles sein?
Thanscheidt: Ja, absolut. Wir sehen ja, dass die komfortableren Bereiche auf den Zeltplätzen zuallererst ausverkauft sind. Das Festival, wo auf dem Acker mit Ravioli- und Bierdosen geworfen wird, ist vorbei. Auch wenn es auf dem Hurricane noch immer große Bereiche gibt, in denen es auch heute noch genauso ist, sind Service und Komfort auch bei der jungen Generation absolut gefragt.
Frage: Schauen Sie manchmal neidisch auf größere Festivals mit größeren Bands, etwa das „Rock am Ring“?
Thanscheidt:: Das Hurricane hat die größten Bands – auch 2017. Und das Festival ist immer gewachsen. Wir sind jetzt nur bei einer Größe angekommen, bei der es in Scheeßel schwierig wird, das noch mal deutlich zu vergrößern. Es gibt zwar Pläne, und wir gucken uns verschiedene Dinge an, aber wir bleiben erst einmal bei dem, was wir haben. Denn das Hurricane hat etwas, das kein anderes Festival in der Größenordnung hat: Es ist sehr kompakt, sehr familiär. Und das wollen wir auch gerne erhalten. Deshalb sind wir in Scheeßel sehr glücklich.
Robert Otto-Moog Redakteur / Redaktion Oldenburg
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