Hude - „Irgendetwas fehlt, wenn niemand am Nörgeln ist“, musste Melanie feststellen, „und niemand eine Weihnachtspredigt hält“, fügte Michael hinzu. Irgendetwas fehlte einfach, als die Schnackmanns an Weihnachten kurzzeitig ohne den stets hochmotivierten Pastor und Vater Herbert dastanden. Als Onkel Wilhelm und Tante Friedel pünktlich zur traditionellen Weihnachtspredigt vor der Tür standen, waren beide unauffindbar.
Von diesem turbulenten Ausgangspunkt handelt das Stück der Huder Kultfamilie „Schnackmann“. Im Rahmen des Jugendgottesdienstes am Freitagabend präsentierten die schauspielenden Jugendlichen das Theaterstück aus der Feder von Pastor Backenköhler und wurden vom Publikum im bis auf den letzten Platz gefüllten Martin-Luther-Gemeindehaus gefeiert.
Im Verlauf der weiteren Handlung wird deutlich, dass die Familie nicht gründlich genug gesucht hat. Denn die beiden Vermissten befanden sich die ganze Zeit im selben Raum, versteckten sich in der großen Kiste, die schon seit Tagen für Kirchspenden von Oma Schnackmann in der Küche stand.
Der Grund dafür ist ganz einfach: der Pastor war schon kurz davor, seine sehnsüchtig erwartete Weihnachtspredigt bei Oma Schnackmann abzusagen, denn „ich hab’ einfach keine Idee.“
Tochter Melanie Schnackmann empfiehlt: „Beobachten Sie doch einmal, wie Familie Schnackmann wirklich Weihnachten feiert.“ Kurzerhand versteckte sich der Pastor – wie im vergangenen Jahr glänzend dargestellt von Femke Backenköhler – in der Kiste.
Während sich die Familie Schnackmann mit mehr oder weniger Vorfreude auf den Weihnachtsbesuch des Pastors vorbereitete, sucht Vater Herbert eine Möglichkeit, sich davor zu drücken.
Da kommt ihm die Kiste mitten in der Schnackmann’schen Küche gerade recht. Nach einem für das Publikum unterhaltsamen Schockmoment der beiden Protagonisten, verstecken sie sich einfach gemeinsam.
Erst als Vater Herbert – wie im vergangenen Jahr eine großartige Leistung von Martin Schwarting – wieder einmal das Bedürfnis verspürt, seinen Kindern die richtige Anwendung deutscher Grammatik zu vermitteln („Es heißt ,als’ nicht ,wie’!“), erkennt der Rest der Familie, dass sich die beiden die ganze Zeit in der Kiste versteckt haben.
Damit konnte sich Vater Herbert nicht nur vor der Predigt des Pastors drücken, auch der Pastor hat endlich Inspiration gefunden – für ein ganzes Theaterstück über die Schnackmanns. Und damit dürfen sich die Schnackmann-Fans auf ein ganz besonderes Stück im nächsten Jahr freuen: Dann feiern die Geschichten um die kultige Familie 25-jähriges Bestehen.
