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Ausstellungsprojekt Wenn der Nachbar museumsreif ist

Sigrid Lünnemann

Cloppenburg - Zum Einzug brachten die Nachbarn am Freitag einen traditionellen Kranz und hängten ihn über die Haustür des kleinen Siedlungshauses an der Nordenhamer Straße. Das Besondere: Es zog keine Familie in die Nachbarschaft, sondern das Cloppenburger Museumsdorf bereitet hier eine Außenstelle und ein bundesweit wohl einzigartiges Ausstellungsprojekt vor. Ab April 2018 soll das Siedlungshaus Teil der Ausstellung „4 Wände“ werden.

Gesamte Siedlung dabei

Und damit nicht genug: Die gesamte Siedlung soll in das Ausstellungsprojekt integriert werden. „Die Planungen laufen noch. Aber wir möchten, dass die Besucher vom Museumsdorf über verschiedene Stationen durch die Siedlung hierher geleitet werden“, schildert Projektleiter Cai-Olaf Wilgeroth den aktuellen Stand der Planungen. In der Münchhausen-Scheune des Museumsdorfes ist zeitgleich eine begleitende Ausstellung geplant.

„Super! Einfach eine tolle Idee. Hier sieht es noch genauso aus wie früher“, so oder so ähnlich lautete der Kommentar vieler Nachbarn, die sich erstmals einen kleinen Eindruck vom geplanten Ausstellungsprojekt verschafften. Und auch Vermieter Georg Elfert, der in dem Haus aufgewachsen ist und heute in unmittelbarer Nachbarschaft mit seiner Familie lebt, ist begeistert, dass das Haus für die kommenden zwei Jahre – so lange läuft der Mietvertrag mit dem Museumsdorf –noch einmal mit Leben gefüllt wird. Denn eigentlich war ein Abriss bereits vorgesehen.

Fund ein Glücksfall

So war es ein Glücksfall für beide Seiten, dass Cai-Olaf Wilgeroth und sein Kollege Christian Petersen bei ihren Recherchen auf das leerstehende Haus der Familie Elfert gestoßen sind. Hier scheint die Zeit still gestanden zu haben. Abgesehen von einigen Anpassungen, wie der Verblendung des ehemals roten Siedlungshauses mit einem weißen Riemchen-Klinker oder dem Einbau einer Sauna, wurden an dem Siedlungshaus aus dem Jahr 1950 kaum bauliche Veränderungen vorgenommen und auch die Einrichtung versprüht in weiten Teilen den Charme der Nachkriegsjahre. Technische Neuerungen wie Küchengeräte, eine Waschmaschine oder der alte PC-Klassiker Commodore 64 lassen beispielhaft auch die Konsumgeschichte der vergangenen Jahrzehnte lebendig werden.

Kontakt mit Nachbarn

Wilgeroth und Petersen haben den Kontakt zur Siedlung, die sich in Nachbarschaft zum Museumsdorf befindet, gesucht und mit vielen dort lebenden Familien über ihr Leben und ihre Familiengeschichte in der typischen Eigenheimsiedlung gesprochen. Dabei sind viele Geschichten und auch Erinnerungstücke aus den vergangenen Jahrzehnten zusammengetragen worden. Zahlreiche historische Fotos, alte Straßenschilder der umbenannten „Schützenstraße“ und auch eine selbst gebastelte Krone zur Porzellan-Hochzeit wurden unter anderem den Forschern als Leihgaben zur Verfügung gestellt.

Beim Grillfest, zu dem trotz des schlechten Wetters zahlreiche Nachbarn gekommen waren, wurden noch viele Geschichten erzählt, die vielleicht ihren Eingang in die Ausstellung finden werden.

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