Bookholzberg - Bei einem der „Jungstage“ im Jugendzentrum Kaffeepott wurde die Idee geboren. Wie wäre es, wenn Jungen ihre Väter einladen – zum Beispiel zum Bogenbau? Gesagt, getan: Flyer wurden erstellt, Anmeldezettel verteilt. Am Sonnabend ging’s an die Arbeit: In einem Werkraum der Oberschule Bookholzberg wurde „generationenübergreifend“ gesägt, gebogen – und sogar gefönt.
Solch ein „Vater & Sohn-Tag“ mache unbedingt Sinn, ist Kaffeepott-Leiter Hannes Drygala überzeugt. Auch Jungen bräuchten Vorbilder, wollten wissen, was die Männlichkeit ausmacht. Und das größte Vorbild für Jungen sei nun mal keineswegs irgendein muskelbepackter Kinoheld mit coolen Sprüchen – sondern der Vater. Drygala spricht da vom „sozialen Vater“, das könne auch der Onkel, der Lebensgefährte der Mutter oder eine andere Bezugsperson sein.
Vielfach herrsche die Meinung vor, dass Erziehung Frauensache sei. Doch „das sehe ich nicht so“. Nur kämen viele Väter kaum allein mit ihren Söhnen zusammen, zum Beispiel, weil die Arbeit das nicht zulässt. Der gemeinsame Bogenbau solle die Kommunikation zwischen Vätern und Söhnen fördern. Teilnehmer mit Geschwistern hätten hier die Möglichkeit, ihren Vater einmal nur für sich zu haben.
Und warum ausgerechnet Bogenbau? „Natürlich könnte man auch eine Kanu-Tour oder ein Fußballspiel organisieren“ – doch die Chance zum Austausch sei an der Werkbank größer als wenn der eine vorn und der andere hinten im Kanu sitzt. Er könne sich durchaus eine spätere Wiederholung vorstellen.
Drygala betonte, dass die aus PVC-Rohren hergestellten Bögen sowie die dazu angefertigten Holzpfeile kein Spielzeug, sondern Sportgeräte seien. Er gebe Sicherheitshinweise mit. Die Bögen dürften nur unter Aufsicht der Eltern genutzt werden. Die Öffnungszeiten des Jugendzentrums Kaffeepott: montags 15 bis 19 Uhr (15 bis 17 Uhr Kinder bis zehn Jahre); dienstags, mittwochs und donnerstags 12.30 bis 19 Uhr; freitags 15 bis 20 Uhr.
