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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Wenn Hexen auf Zicken treffen

15.06.2016

Oldenburg Die spartanisch ausgestattete Bühne im Alhambra wird gewischt. Jaqueline Schulz (Janine Brandsch) verrichtet ihren Dienst in einem modernen Theaterbetrieb. Sie wie auch alle anderen Protagonisten in der Oper arbeiten – oder ermitteln. Denn ein Mann ist verschwunden.

Hauptkommissar Gscheitelhuber (Stefan Vitu mit unnachahmlicher Präsenz und Situationskomik) ermittelt mit seinem Assistenten Mattarella (Alan Lorwhen). Schnell wird bei der Premiere von „Scary Opera 2“ in Oldenburg klar, dass jeder mit jedem was hat und immer die Falschen verdächtigt werden: bis auch sie tot sind.

Die Figuren aus der ersten „Scary Opera“ des Oldenburgischen Staatstheaters sind wieder dabei: Loretta Melville (Melanie Lang) singt die Hexe Rosina Leckermaul, Victoria Adams (Valda Wilson) eine exaltierte Lucia di Lammermoor im Zicken-Duett mit Vroni Stadelmeier (Stefanie Zillig) – großes Theater mit wüsten Gesten.

Sehr peppig machen

Dazwischen Mimi Müller, das Requisite-Girl (Lina Seifert), und der umschwärmte Musical-Star Ryan Stephens (Stephen Foster), mittlerweile am anderen Ufer, wo das Gras auch grün ist, aber dennoch mit viel Sentimentalität an der Damenunterwäsche von damals hängend. Immer wieder wird per Lautsprecheransage auf die Bühne gerufen. Nach und nach erledigt ein maskierter Unbekannter, eine Art Mr. Ghostface aus „Scream“, alle vor und hinter der Bühne.

Die „Sparte 7“ des Staatstheaters will „Theater neu denken“. Felix Schrödingers Konzept, Opernarien, Musicals und Trash miteinander zu verschmelzen, das eine aufzuwerten, das andere peppiger zu machen, Genres zu verschleifen, Grenzen einzureißen, geht allerdings nur bedingt auf.

Die Stimmen sind schön, die Musik (Keyboard und Cello: Felix Pätzold; Klavier: Akiko Nozue) sparsam, aber ausgefeilt und mitreißend. Und wahrscheinlich benötigt man zweieinhalb Stunden, um die groteske Mordstory bis zum bitteren Ende zu entfalten, aber schlagend ist das alles nicht.

Blutverschmiert

Aus der „Rocky Horror Picture Show“ haben es Janet Weiss (Nientje Schwabe) und Brad Majors (Marcel Plewinski) in die „Scary Opera 2“ geschafft, die auf dieses und jenes und auf viel zu vieles anspielt und mit Siebenmeilenstiefeln schon wieder woanders ist.

Das Ganze endet dann – alle Leichen sind noch tüchtig blutverschmiert – in einer revueartigen Showeinlage aller Beteiligten, die verkündet, dass das Leben eben nur ein Theaterspiel sei.

Das ganze Team und die einzelnen Protagonisten bekamen für ihre vitalen und herrlich überdrehten Leistungen lang anhaltend und reichlich Applaus.

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