Hude - Wenn sich die beiden „Mannslü“ Gerhard und Harm als Frauen verkleiden, kann keiner ernst bleiben. Eher tollpatschig verhalten sich die eigentlich sehr männlichen Knechte, die aufgrund ihrer Arbeitssuche auf dem Hof von Agnes Wurm landen, die schlicht und einfach keinen Mann in ihrer Nähe haben möchte, nachdem sie vor Jahren von ihrem Ehemann verlassen wurde.
So werden aus Harm und Gerhard Harmine und Gerhardine, und damit sorgen sie für ein totales Verwirrspiel. Denn sofort verliebt sich Agnes’ Bruder Hannes unsterblich in Harmine. Gleichzeitig beginnt Agnes‘ Tochter Julia mit dem jungen Egon Becker ein Techtelmechtel. Um dies vor ihrer herrischen und männerhassenden Mutter zu verheimlichen, erzählt sie, sie besuche eine Freundin.
Doch Agnes ahnt, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Da sie vermutet, die Freundin sei vielmehr ein Freund, fragt sie schließlich Gerhardine: „Glaubst du, ein Mann kann sich auch als Frau verkleiden?“
So ist die Situationskomik perfekt. Gerhard(ine) und Harm(ine) werden in ihrer Zwiespältigkeit mehr als einmal in die Ecke getrieben, können bis zum Schluss aber immer ihre neu errungene Weiblichkeit bewahren. Bis der Grund allen Übels, Julias Vater, wieder auf dem Hof erscheint und nicht nur Agnes Gefühle völlig auf den Kopf stellt.
Der Wöschenlanner Heimatvereen feierte am Sonnabend im Gasthof „Zur Krone“ die Premiere seines neuen Stücks „Mannslü, ne danke“ – wie gewohnt auf Plattdeutsch.
Im voll besetzten großen Saal sorgten während der Pause traditionell die „Sonoros“ für Unterhaltung, „das machen die jetzt schon seit fast zehn Jahren“, erklärte Schauspieler Ingo Lange.
In den Rollen der Harm(ine) und Gerhard(ine) konnten Uwe Schlötelburg und Klaus Waßmann komplett überzeugen, doch vor allem Regisseur und Darsteller Werner Kunst (Bruder Hannes) beeindruckte mit seiner komödiantischen und durchweg glaubwürdigen Präsenz.
Christa Bley nahm man ihre Rolle als herrische Mutter Agnes mit der Stimme gleich einer „Sirene“ oder „Schiffshupe“ sofort ab, und auch die „Jungstars“ Laura Heinemann als Tochter Julia und Sven Schönig als Liebhaber Egon Becker wussten voll und ganz zu überzeugen.
Bis März folgen noch sieben weitere Termine, und zwar in Hude-Oberhausen, Berne-Ganspe und in Dötlingen-Neerstedt.
