Hude - Einen mörderisch schönen Abend wünschte Autor Klaus-Peter Wolf am Dienstag seinen Zuhörern in der Peter-Ustinov-Schule. Das Forum der Schule war voll mit begeisterten Fans von Wolfs Ostfriesenkrimis. Im Mittelpunkt des Abends stand natürlich das neueste Werk des Krimiautors – „Ostfriesenwut“. Außerdem plauderte Wolf ein bisschen aus dem Nähkästchen, wie das Leben als Schriftsteller eigentlich so ist. Seine Lebensgefährtin Bettina Göschl lockerte den Abend mit einigen Liedern darüber auf, mit einem solchen Schriftsteller zusammen zu leben.
Hude, insbesondere die Buchhandlung Lesen & Mehr, spielt auch in „Ostfriesenwut“ eine Rolle. Bei einem Spaziergang durch den Ort vor der Lesung bemerkte der Autor außerdem: „Ich finde, auch Hude hat eine Leiche verdient. Der Skulpturengarten ist doch sehr einladend für Künstler und Mörder. Da lässt sich bestimmt etwas machen.“
Wolf berichtete auch von Schwierigkeiten bei der Übersetzung seiner Krimis in andere Sprachen. Ein französischer Übersetzer rief ihn an und fragte: „Bei der Polizei wird in ihren Büchern immer Tee mit Kluntje getrunken. Ist das ein ortstypischer Schnaps?“ – Zum Glück habe der Übersetzer vorher nachgefragt, meinte Wolf. „Sonst hätten die Franzosen geglaubt, die ostfriesischen Polizisten wären immer breit wie ’ne Axt.“
Viele seiner Romanfiguren gebe es außerdem wirklich. Der Maurer Peter Grendel ist Wolfs Nachbar und fährt tatsächlich mit einem gelben Transporter mit der Aufschrift „Eine Kelle für alle Fälle“ durch die Gegend. Auch der Journalist Holger Bloem arbeite wirklich beim Ostfriesischen Kurier. Eine seiner Figuren gebe es so ziemlich überall, egal ob Versicherung, Bank oder Lehrerzimmer: Ruppert. Eine Mischung aus Besserwisser und Vollidiot, der aber tatsächlich von nichts eine Ahnung habe.
So einer sei ihm unter anderem auch einmal an einer Berufsschule in der Schweiz begegnet. Der Lehrer, der Wolf eingeladen hatte, stellte ihm den anderen Pädagogen auch gleich als „Ruppert“ vor. Nachdem der Autor vor einigen Klassen gelesen hatte, bestand auch „Ruppert“ darauf, dass Wolf einmal in seine Klasse komme. Bevor Wolf mit der Lesung beginnen konnte stellte der Pädagoge ihn den Schülern vor: „Das ist Herr Wolf. Herr Wolf ist Schriftsteller und kommt aus Ostfriesland. Ostfriesland ist eine Insel in Ostdeutschland.“ Das Erlebnis war für Wolf so prägend, dass er umgehend seinen Verleger anrief und seitdem auf der ersten Seite seiner Bücher eine Karte Ostfrieslands abgedruckt ist.
Am Ende der Lesung gab es noch eine kleine Warnung für die Gäste: „Der Mörder in meinem neuen Buch läuft noch frei herum – und Sie sind in seinem Jagdrevier.“
