Navigation überspringen
nordwest-zeitung
ePaper Newsletter App Jobs Immo Trauer Shop

Infozentrum Wenn Zeitzeugen berichten

Bokelesch - Das Ende des Zweiten Weltkriegs jährt sich in diesem Jahr zum 70. Mal. Passend dazu hat Joachim Bunger, der für das Informationszentrum „Johanniterkapelle Bokelesch“ zuständig ist, zahlreiches Material zusammengetragen, das er in einer Ausstellung präsentieren möchte. „Die Gemeinde Strücklingen im Wandel der Zeit“ wird darin anhand von Fotos, Karten und Informationen aus dem 19. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre dargestellt. Und dazu gehört auch das Kriegsende in Strücklingen.

Aufnahmen entstanden

Die Idee dazu ist schon vor einiger Zeit entstanden. Es sei erst als alleiniges Projekt des Bürgervereins angedacht gewesen, erklärt Bunger, der zweiter Vorsitzender des Bürgervereins Strücklingen ist. Mit den Zeitzeugen Agnes Kruse, Marianne und Thekla Pahl, seien seinerzeit Tonbandaufnahmen entstanden. „Die Aufnahme von Kruse will ich eventuell mit in die Ausstellung einbeziehen“, sagt Bunger.

Zunächst habe er zusammen mit der Wittensanderin Liane Pahl gearbeitet. Seit Winter habe er das Projekt dann alleine weitergeführt, sagt Bunger. Mit anderen Zeitzeugen aus der ehemaligen Gemeinde Barßel-Strücklingen habe er Videoaufnahmen gemacht: Conrad Niemeyer (Bollingen), Hans Ahlrichs (Barßel) und Fritz Kruse (Strücklingen). Die Gemeinde Strücklingen sei, so Bunger, zunächst selbstständig gewesen, später mit Barßel zusammengelegt und erst danach Teil der Gemeinde Saterland geworden.

Die drei Zeitzeugen werden persönlich bei der Eröffnung der Ausstellung im Infozentrum sein und über die Themen „Kindheit und Jugend im Dritten Reich“, „Krieg und Zerstörung“, „Ende und Wiederaufbau“ sowie „Vertriebene und Flüchtlinge“ sprechen. „Wenn sich noch jemand berufen fühlt aus der Zeit, kann er aktiv hieran teilnehmen“, so Bunger.

Die Ausstellung beschäftigt sich unter anderem mit der Gründung von Wittensand durch die Umsiedlung aus Utende (1945), mit der Einquartierung von Vertriebenen und Flüchtlingen nach dem Krieg, der Entwicklung der Strücklinger Schule zu NS-Zeiten sowie der Verhaftung und Verurteilung des Pfarrers August Meyerratken. Dieser war von 1904 bis 1907 Vikar in Strücklingen und dort von 1934 bis 1950 Pfarrer.

Ebenso wird dokumentiert, welche Gebäude in der katholischen Gemeinde bei Kriegshandlungen 1945 abgebrannt sind und wie sich die Einwohnerzahlen im 19. Jahrhundert entwickelt haben.

Interessant ist auch eine Wand mit alten Gruppenfotos. Die Besucher können hier nach bekannten Gesichtern suchen. Viele Namen sind Bunger nicht bekannt. Diejenigen, die jemanden wiedererkennen, können dann in eine Liste eintragen, wer darauf zu sehen ist und aus welchem Anlass das Foto entstanden ist.

Alte Fotos gesucht

Leider, so Bunger, gebe es nur wenige alte Fotos von Gebäuden. „Es gibt entweder nur wenige oder die Gebäude sehen heute anders aus.“ Jeder, der noch alte Fotos passend zur Ausstellung hat, kann sich gerne bei Bunger melden. Die Fotos werden dann kopiert und an die Besitzer zurückgegeben.

Die Ausstellung sei eine Erinnerung für die Älteren, sagt Bunger. Für Jugendliche sei sie interessant, da sie oft über die Wohnraum-Geschichte vieles nicht wissen würden. Die Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte in Strücklingen sollen ihnen bewusst gemacht werden.

Eröffnet wird die Ausstellung am kommenden Freitag, 13. März, um 19.30 Uhr im Informationszentrum in Bokelesch.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland
Artikelempfehlungen der Redaktion
Interview

NWZ-Fitnessaktion „Lauf geht’s“ Start in ein gesünderes Leben

Kim Kristin Loschen

Junge Landesbühne inszeniert „Unser Olympia“ Industriegeschichte am Originalschauplatz

Oliver Braun Roffhausen

Biogasanlage Trotz Energiekrise: Landwirt fackelt unfreiwillig Biogas ab und verbrennt stattdessen Erdgas für Hunderte Euro pro Tag

Aike Sebastian Ruhr Ihlow

Katzencafé „Café Cat“ in Jever Hier schmeckt der Kaffee „tierisch“ gut

Lorena Scheuffgen Jever

Antrag von FDP und Volt in Oldenburg Alte Ziegel könnten Mosaikstein auf dem Weg zur Klimaneutralität sein

Thomas Husmann Oldenburg
Auch interessant