Oldenburg - Für die Werkschule war es ein bisschen wie Weihnachten: Nach zwei Jahren vergeblicher Suche ist nun ein neues Domizil gefunden – und zwar in der Rosenstraße 41. Also mittendrin im kreativen Bahnhofsviertel, gut zu erreichen mit Bus und Bahn. Nicht unerheblich für die etwa 220 Menschen jeden Alters, die wöchentlich Kurse besuchen. Außerdem ist das Gebäude nur einen Steinwurf entfernt von anderen Kreativeinrichtungen wie Kulturetage oder Hof 19 und Theater Wrede. „Wir sind sehr glücklich darüber, endlich etwas gefunden zu haben“, sagen Wolfgang Heppner und Beate Anneken, Geschäftsführer und künstlerische Leiterin der Einrichtung.
Möglich wurde das durch den Investor Detlef Schmidt-Wilkens, der die Arbeit der Werkschule schätzt, die seit 30 Jahren zum Bildungsangebot der Stadt gehört. Er hat das Gebäude gekauft und wird es an die Werkschule vermieten. Das hatte Kulturamtsleiterin Christiane Cordes bereits im letzten Kulturausschuss des Jahres verkündet. Mehrfach war die Raumsuche Thema im Kulturausschuss, denn bereits seit 2013 stand fest, dass die derzeit genutzten städtischen Räume in der Schule Flötenteich am Hochheider Weg 169 verlassen werden müssen, weil das Gebäude abgerissen wird, da eine Sanierung aus Sicht der Stadt unwirtschaftlich ist.
Die Werkschule zählt zu jenen Bildungseinrichtungen, die von der Stadt eine institutionalisierte Förderung bekommen. Sie beläuft sich auf derzeit 179.600 Euro, dazu zählen u.a. die 28.500 Euro für die Organisation der Internationalen Keramiktage und 77.000 Euro jährliche Unterstützung.
Die Lage im kreativen Bahnhofsviertel soll genutzt werden, um die Werkschule stärker zu öffnen, nicht nur – wie bislang – bei einem Tag der offenen Tür. „Ausstellungen sind vorstellbar auch außerhalb der Internationalen Keramiktage“, erläutert Beate Anneken. Angebote für alle Altersgruppen soll es geben, von den Jungen, die mit etablierten Künstlern ihre Bewerbungsmappen erstellen bis hin zur Seniorenwerkstatt Patina, deren Fortbestehen allerdings noch nicht gesichert ist. Die könnte einen Laden anbieten.
Ab Sommer wird das Gebäude an der Rosenstraße umgebaut, das Erdgeschoss und vier Etagen bietet mit jeweils 180 Quadratmetern Platz für die unterschiedlichen Sparten auf jeweils einem Stockwerk. „Nach 30 Jahren freuen wir uns auf den Neustart“, erklärt Wolfgang Heppner.
