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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

BRAUCHTUM: Als Standbein bleibt das Theaterspiel

02.03.2005

OHMSTEDE Im Jahr 1922 wurde der Verein gegründet. Im Zweiten Weltkrieg gab’s eine Schaffenspause.

Von Susanne Gloger OHMSTEDE - Es herrschte Not und Elend nach dem Ersten Weltkrieg – auch in Ohm-stede ging es den Menschen schlecht. In der Gemeinde war man bemüht zu helfen, und so wurde 1922 der „Vereen för’t allgemeene Woll“ gegründet. Dessen Ziel, das Brauchtum zu pflegen, ging mit der Hilfsbereitschaft eine gute Verbindung ein: Es wurden Volkstanz- und Theaterveranstaltungen auf die Beine gestellt, der Erlös war für Notleidende bestimmt.

Der Verein entwickelte sich prächtig. Bereits ein Jahr später zählte er 300 Mitglieder. Der Anfangs gewählte Name genügte bald nicht mehr, und auf Ratschlag des Heimatdichters Emil Pleitner nannte man sich „Ohmster Plattdütsche Vereen“.

Schon das erste Theaterstück, „Kramer Kay“ von Hermann Boßdorf, war ein großer Erfolg. Unter dem 1. Vorsitzenden entstanden Gesangs- und Musikgruppen und eine stattliche Bibliothek von Heimatliteratur (die heute verschwunden ist). Osterfeuer, Pfingstbaumsetzen – diese Bräuche hielt der Verein hoch. Und im Winter gab’s Theater, alljährlich ein neues Stück, Aufführungsort war der Müggenkrug.

Dann kam der Zweite Weltkrieg, und dem Wirken wurde ein Ende gesetzt. Letztlich war es eine Schaffenspause, denn am 27. April 1946 entstand der Verein neu. „Gerhard Schelling brachte ihn wieder in die Gänge“, erzählt die heutige Vorsitzende Helga Frerichs. Sie muss es wissen, denn das war ihr Vater. Vorerst gab’s nur Klönschnacks und Wanderungen. Im Laufe der Jahre wurden die alten Traditionen allmählich wieder aufgenommen. Bis 1968 stand Martin Meiners dem Verein vor, ihm folgte Otto Krumland, der 1990 starb. „Er hat seine ganze Kraft in den Verein gesetzt. Ihm hätte man ein Denkmal setzen müssen“, sagt Helga Frerichs.

Seit 15 Jahren steht sie an der Spitze des Vereins. „Unser Standbein ist die Theatergruppe“, so die Ohmstederin. Jedes Jahr bringt die Truppe ein neues Stück heraus. Die aktuelle Produktion ist das Lustspiel „Strandräubers“ von Gerhard Bohde. Und längst spielt man nicht mehr nur im Müggenkrug. Die Wanderbühne ist über die Stadtgrenzen hinaus unterwegs. AmSonntg, 13. März, gastiert sie erstmals auf der Neerstedter Bühne.

„Es ist ein hartes Stück Arbeit, und der Einsatz der ganzen Mannschaft ist nicht mit Geld zu bezahlen“, sagt die Vorsitzende. Doch es gibt ein Problem: „Uns fehlen junge Leute. Irgendwann ist der jugendliche Liebhaber ergraut, und dann muss man beim Schminken mit Schuhcreme ’ran“.

Heimatverbundenheit wird in der Familie Frerichs groß geschrieben. Auch die Enkelkinder der Vorsitzenden sind bereits in der Volkstanzgruppe aktiv. „Vieles ist anders geworden, aber ich denke, dass vieles mit unserer schlichten niederdeutschen Art in Einklang zu bringen ist“, erklärt Frerichs den Sinn des Brauchtums. Und sie zitiert gerne das von Martin Meiners geprägte Vereinsmotto: „In us läwt ’ne gode Saak, to waarn, us Aart und Moderspraak“.

Diese NWZ-Serie stellt Vereine aus Oldenburg sowie ihre Mitglieder, Aktivitäten und Erfolge vor. Alle bisherigen Folgen lesen Sie im Internet unter

@ www.nwz-online.de/verein

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