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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

AUSSTELLUNG: Blaukrabbe ein Star aus dem Ausland

18.10.2008

FEDDERWARDERSIEL „Ich hoffe, dass die Touristen fortan nicht nur mit brauner Haut, sondern auch mit einem kulturellen Gewinn nach Hause fahren.“

Mit diesem Anspruch des zum Vorsitzenden gewählten Universitätsprofessors Dr. Wilhelm Niggemann startete im Januar 1984 der Förderkreis „Heimatkundliche Ausstellung Butjadingen“. Schon im September 1985 wurde am Kutterhafen in Fedderwardersiel (Kreis Wesermarsch) das „Nordseehaus Butjadingen“ eröffnet. 1994 erwuchs daraus das „Nationalparkhaus Museum Butjadingen“ – ein in der Kombination und ganzheitlichen Sichtweise von Natur, Kultur und Geschichte einzigartiges Haus an der deutschen Nordseeküste.

Niggemann hatte auf der Suche nach einem Nordsee-Segelrevier den Weg nach Fedderwardersiel als kürzeste Verbindung zu seinem Wohnort Münster ausgemacht. In seinen Ferien entwickelte er ein starkes kulturelles Engagement in der Seebäder-Gemeinde Butjadingen. Dank Niggemanns Gabe, andere mitreißen zu können, zogen viele Bürger mit. Der Inhaber eines Lehrstuhls für Erwachsenenbildung an der Gesamthochschule Essen setzte auf ein Haus mit hohem Erlebniswert.

Die Dauerausstellung zeigt mit Hilfe von Dioramen, großen Modellen und Simulationen, wie Generationen von Menschen sich mit den Naturgewalten an der Nordsee auseinandergesetzt und Küstenlandschaft gestaltet haben, wie Natur und Kultur sich entwickelt haben, wechselseitig zusammenhängen.

„Das ist nach wie vor unser Alleinstellungsmerkmal: Wir sind das einzige Nationalparkhaus, das auch Museum ist“, sagt Museumsleiterin Gabriele Speckels.

Dazu werden auch Exkursionen angeboten. Wattwanderungen starten im Museumsgarten. Ein Naturentdeckungspfad ist geschaffen worden.

In der Fischereiabteilung des Museums sind Geräte zu sehen, die im Einsatz waren, bevor die motorisierte Küstenfischerei begann. Eine Vogelstimmenvitrine ist nicht nur für Kinder interessant. Anschaulich sind auch ein Gezeiten- und ein Salzwiesenmodell. Am Hafenmodell erfahren Besucher, wer die Häuser auf dem Flügeldeich baute.

Im Meerwasser-Aquarium können Scholle, Butterfisch, Pflanzen und Seesterne beobachtet werden. Die Stars sind drei Seepferdchen und eine Blaukrabbe.

Die Blaukrabbe mit einem 18 Zentimeter breiten Rückenpanzer war im Juli 2007 einem überraschten Butjadinger Fischer ins Netz gegangen. Heimisch sind Blaukrabben nicht an der Nordsee-, sondern an der Atlantikküste von Kanada bis Uruguay.

Beim Experimentieren können Kinder zu kleinen Wattenmeerforschern oder Küstenarchäologen werden. Neu sind museumspädagogische Angebote auch für Schulen.

Eine Besonderheit ist auch das bürgerschaftliche Engagement. Viele Exponate haben Bürger beigesteuert. Förderkreis-Mitglieder haben Dioramen gebaut und Pflanzen präpariert. Butjenter Gästeführer bieten informative Führungen an. Beim Museumstag und auch bei Sonderausstellungen packen viele Einheimische unentgeltlich mit an.

„Diese enge Verbindung mit der Region ist nach wie vor eine Stärke und macht bei aller professionellen Ausrichtung auch den Charme des Hauses aus“, sagt Dr. Marlene Laturnus. Nach dem Tod von Professor Niggemann im Jahr 2003 ist sie zur neuen Vorsitzenden des Förderkreises gewählt worden. „Die Verbindung von bürgerschaftlichem Engagement und wissenschaftlicher Weiterentwicklung ist die Herausforderung für die Zukunft“, ergänzt die Kulturwissenschaftlerin Gabriele Speckels, die seit 2006 hauptamtliche Museumsleiterin ist.

Inzwischen hat sich das Haus am Hafen auch zum kulturellen Mittelpunkt und Impulsgeber der Halbinsel Butjadingen entwickelt. Vorträge des „Butjadinger Forums für Naturheilkunde und Medizin“ zählen stets zahlreiche Besucher. Denkanstöße geben auch Vorträge zum Klimawandel.

Jährlich gehen etwa 16 000 Besucher durchs Haus. Zählt man die Teilnehmer aller Veranstaltungen hinzu, sind es etwa 30 000. Noch bis zum 28. Februar läuft die Sonderausstellung „Letzte Landschaften“ mit Holzschnitten von Gerhard Hermanns.

Die Verzahnung von Natur- und Kulturlandschaft soll weiter verstärkt werden. Ein Planungskonzept ist in Arbeit. Das Nationalparkhaus Museum Butjadingen soll sich weiterentwickeln in Richtung eines Landschaftsmuseums. Noch stärker als bisher soll gezeigt werden, wie sich der Mensch Landschaft angeeignet und sie geformt hat und wie Landschaft heute wahrgenommen wird.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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