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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Buch erinnert an ermordete Sinti

27.01.2020

Bremen Der Historiker Hans Hesse aus Hürth bei Köln arbeitet an einem Erinnerungsbuch, das sich mit den Sinti und Roma im Nordwesten Deutschlands beschäftigt, die von den Nationalsozialisten getötet wurden. Das Buch solle zum 16. Dezember 2021 in der Schriftenreihe des Bremer Staatsarchivs erscheinen, schreibt Hesse in einem Beitrag für den Bremer „Weser-Kurier“.

Mit dem am 16. Dezember 1942 unterzeichneten „Auschwitz-Erlass“ ordnete SS-Reichsführer Heinrich Himmler die Deportation von Sinti und Roma aus ganz Europa in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau an.

Hesse zufolge befand sich in Bremen die Zentrale der NS-Verfolgung der Sinti und Roma aus Nordwestdeutschland, die sogenannte „Dienststelle für Zigeunerfragen“. So seien auf dem Bremer Schlachthof im März 1943 etwa 275 Sinti und Roma aus Bremen, Bremerhaven und dem Weser-Ems-Gebiet zunächst gesammelt und dann in drei Transporten in das „Zigeunerfamilienlager“ in Auschwitz-Birkenau deportiert worden.

Zwar sind die Namen der Opfer nach Angaben des Historikers und Autors anhand verschiedener Quellen rekonstruierbar, „obwohl eine Deportationsliste oder ähnliche Dokumente nicht überliefert sind“. Über die Schicksale dieser Menschen sei dagegen so gut wie nichts bekannt. Diese Lücke wolle das Erinnerungsbuch schließen. Kernstück solle neben der Namensliste der Deportierten ein umfangreicher biografischer Abschnitt sein. Hesse forscht seit Jahren über die NS-Verfolgung der Sinti und Roma in Nordwestdeutschland.

Die Nationalsozialisten begannen bereits kurz nach der Machtübernahme 1933, die in Deutschland lebenden Sinti und Roma zu verfolgen. Sie konnten sich dabei auf weit verbreitete Vorurteile gegen die sogenannten „Zigeuner“ stützen. Bei der Erfassung, Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma wirkten verschiedene Ämter und Dienststellen von Partei und Staat zusammen.

Mit der von Hesse geplanten Dokumentation will das Bremer Staatsarchiv das dritte Erinnerungsbuch veröffentlichen. 2006 erschien dort eine Publikation für die als Juden verfolgten Einwohner Bremens, 2016 ein Erinnerungsbuch für die Opfer der NS-Medizinverbrechen in Bremen.

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