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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Fan will Grönemeyer-Museum eröffnen

20.11.2019

Cadenberge Wolfgang Heß hat einen großen Plan. Seit mehr als 40 Jahren sammelt er alles über Herbert Grönemeyer, nun will er in Cadenberge im Norden von Niedersachsen ein Fanmuseum für den Musiker und Sänger einrichten. Ein Grundstück, Baupläne, Geld - alles ist da. Es ist nur nicht so sicher, wie sich sein Idol zu der Idee stellt.

„Ich kannte ihn schon vor der ersten Platte“, sagt Heß (57). Ende der 1970er Jahre sah er Grönemeyer im NDR-Fernsehen, und die Faszination hält bis heute an. „Natürlich ist es erstmal die Stimme“, sagt er. Und dann Grönemeyers Texte, die er „aktuell besser denn je“ findet. „Die Konzerte sind ja immer noch der absolute Wahnsinn.“

Im Hauptberuf betreibt Heß einen Uhren- und Schmuckladen („Ich bezeichne mich gern als Landuhrmacher“). Er amtiert als parteiloser Bürgermeister von Cadenberge, 4240 Einwohner, das am Rande der Elbmarsch auf halber Strecke zwischen Cuxhaven und Stade liegt.

Doch das Herz schlägt für seine Sammlung mit über 1000 Platten und CDs, Konzertpostern, Fanartikeln und Grönemeyer-Dokumenten. Sogar einen alten Kadett hat er sich zugelegt und zitiert den Meister: „Ich träum’ vom Opel Kadett, nur schlicht als Coupé“. Die Mischlingshündin Frau Schneider hört der Gesangsstunde zu. Die große Stunde schlug für Heß 1983, als Grönemeyer bei einem Auftritt in Hamburg den textsicheren Fan zu „Etwas Warmes“ mit ans Mikro ließ.

Teile seiner Sammlung hat Heß bereits in Cuxhaven ausgestellt, auch Grönemeyers Heimatstadt Bochum hat ihn damit eingeladen. Vom eigenen Museum träumt er seit 25 Jahren. „Mich wird das unheimlich viel Geld kosten, aber ich will das“, sagt er. Nun ist ein zweigeschossiger Flachdachbau geplant, den auch Schulen und die örtlichen Musikvereine nutzen können. „Das soll ein offenes Haus werden.“

In der strukturschwachen Region soll das Museum auch zur Attraktion für Nordsee-Urlauber werden. „Wir haben ja halb Nordrhein-Westfalen zu Besuch in Cuxhaven und Otterndorf“, meint Heß. Sein Konzept hat im Landkreis so überzeugt, dass er auf EU-Fördermittel von 150 000 Euro rechnen kann - bei geschätzten Gesamtkosten von 500 000 Euro.

Museen für Popgrößen sind in Deutschland noch rar. Für Udo Lindenberg gibt es in Hamburg die Panik City. Er steht auch am Ursprung des Rock’n’Pop-Museums in seiner Heimatstadt Gronau in Westfalen.

Mit Heß’ Projekt ist am ehesten das Fanmuseum für die Rolling Stones in Lüchow im Wendland vergleichbar, betrieben von dem Ex-Bankmanager Ulli Schröder. „Es ist durch meine Bekanntschaft mit den Rolling Stones entstanden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Auch Schröder hat jahrzehntelang gesammelt. Dann gelang es ihm bei einem Besuch in London, Mick Jagger höchst selbst den Plan vorzustellen.

Und die Band, die sonst Heerscharen an Anwälten beschäftigt, gab ihm per Handschlag die Zustimmung - unter zwei Bedingungen. „Ich darf das Logo mit der Zunge nicht verwenden und nicht den Namen Rolling Stones“, sagt Schröder. So gibt es offiziell nur ein „Stones-Museum“ in Lüchow, aber zur Eröffnung 2011 spendeten die Musiker einen ihrer Billardtische. Und der Bildband zum 50-jährigen Bandjubiläum hatte 2012 nicht in New York oder London Premiere, sondern im Wendland.

So weit ist Grönemeyer-Fan Heß noch nicht. Auf dpa-Anfrage teilte das Management mit, es wolle sich nicht zu dem geplanten Museum äußern. Doch der Uhrmacher in Cadenberge lässt sich nicht entmutigen: „Ich bin da entspannt.“ Wann soll Eröffnung sein? „In einem Jahr wäre schick.“

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