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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Das Dangaster Lebensgefühl

20.06.2009

DANGAST „Das Ungezwungene, die Freiheit, der ungestylte Charme – das macht es eigentlich aus, das Dangaster Lebensgefühl, und das wollen wir auch möglichst erhalten“. Angelika Wunderlich, geborene Tapken, 46, sagt es auf die typisch Tapkensche Weise, mit Bestimmtheit, und doch jener kaum wahrnehmbaren, aber immer präsenten leichten Zurückhaltung, die dem Gesprächspartner Raum lässt. Ihre Mutter Inge Tapken, 70, stimmt zu. Das sei auch ihr Prinzip bei der Leitung ihres Campingplatzes Rennweide, unten im Ort, am Strand, des Platzes, den sie seit 1979 in Eigenregie betreibt (sie erbte ihn von den Eltern), und den ihre Tochter Angelika, die ihr bereits derzeit assistiert, in ein, zwei Jahren übernehmen wird.

Ungezwungenheit, Leben und leben lassen, Freiheit, der Charme des Authentischen. Das ist nicht etwa ein Geschäftsprinzip – dann wäre es viel weniger glaubhaft –, das ist eine Lebenshaltung, eingenommen und geschätzt um ihrer selbst willen. Die Dangaster Tapkens (besonders bekannt: Inges Brüder Anton, Kapitän und Eigner des Fahrgastschiffes „Etta von Dangst“, und Karl August, Inhaber des Alten Kurhauses; nicht zuletzt, bereits der nächsten Generation zugehörig: Daniel, Inhaber der Kurhausklause) haben alle etwas davon, jeder auf seine Weise.

Diese Atmosphäre und Haltung, diese Eigenheiten des ursprünglichen – es gibt da inzwischen auch andere Tendenzen – Dangaster Milieus sind auch mit gemeint, wenn beide von Heimat sprechen, wenn Inge beinah leise, ohne jeden Aplomb, sagt „ich lebe wirklich gern hier“, und Angelika hinzufügt „für uns gibt es nichts Besseres“. Das gelte nicht zuletzt fürs Familienleben; für ihre drei Kinder, zwischen elf und 14 Jahren, sei Dangast geradezu ideal.

Erinnerungen

Stichwort Heimat. Natürlich umfasst das noch einiges mehr. Etwa weit zurückreichende Erinnerungen, wenn Inge Tapken, die 1938 in Varel geboren wurde und zunächst mit den Eltern dort auch lebte, davon erzählt, wie man seinerzeit im Winter auf der vereisten Düsternstraße Schlittschuh laufen konnte. Es waren ganz andere Zeiten. „Von Varel nach Dangast – das war damals schon fast eine kleine Reise“.

Für Angelika, die bis 1972 mit ihrer Mutter und den Großeltern im Alten Kurhaus lebte, sind es ganz andere Eindrücke, die ihre Erinnerung prägen. Sie ist „groß geworden“ zu jenen besonderen Zeiten, da Dangast zu einem Treffpunkt künstlerischer Avantgarde geworden war, mit dem Beuys-Schüler Anatol Herzfeld (heute als Künstler in der nordrhein-westfälischen Stiftung Insel Hombroich bei Neuss ansässig), der hier unter anderem Exponate für die „documenta“ in Kassel entwarf, mit dem heute in Oldenburg ansässigen Bildhauer Eckart Grenzer, und Budjatha, dessen stilisierter „Thron“ bis heute im Watt vor dem Kurhaus steht. „Es war eine bewegende Zeit“. Sie habe, sagt Angelika, sozusagen von Anfang an den für Dangast so wichtigen und typischen Bezug zur Kunst erlebt.

Ein Stück Heimat, und keineswegs allein ein Geschäftsbetrieb, ist auch der Campingplatz, einst – der Name verrät es – Schauplatz von Pferderennen, dann ein zunächst einfacher Zeltplatz, und heute, mit viel Energie und nicht geringen Investitionen ausgebaut, ein großer, sehr moderner Caravan-Platz, nicht ohne Angebot aber auch für Liebhaber des Zeltens. „Es war und ist viel Arbeit“, sagt Inge Tapken. Aber eben auch viel Freude. Vielen Gästen ist sie inzwischen schon fast familiär verbunden, manche kommen jede Saison, teils seit 30 Jahren, teils schon in der zweiten Generation, und nicht wenige sieht sie zweimal im Jahr: im Sommer auf dem Platz, im Winter beim Camper-Ball, den sie jedes Jahr im Kurhaus gibt. Vertreten sind alle sozialen Schichten, aus einem großen Einzugsbereich, bis hin nach Nordrhein-Westfalen oder gar Baden-Württemberg. Ihnen allen suchen Inge Tapken und Angelika Wunderlich zu bieten, was sie selbst so schätzen: das Dangast-Lebensgefühl, die

Atmosphäre eines lebenswerten, auch Anregungen und viel Freiraum bietenden Quartiers.

Natur im Herbst

Und die schöne Dangaster Natur, das Jadebusen-Erlebnis, wahrzunehmen, gehört das nicht auch zu ihrem Heimatgefühl? Am meisten ab Herbst, wenn die Saison vorbei und freie Zeit da ist, ließe sich etwas provokant sagen. Doch Scherz beiseite. „Ich bin immer an Bord, wenn die Etta zur ersten Fahrt der Saison ausläuft“, sagt Angelika. „Ich stehe dann ganz vorn am Bug, rieche das Wasser, lasse den Blick über die weite Bucht mit ihrem hohen Himmel schweifen. Auch das ist für mich Heimat.“

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