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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Das ist der Rest von Fockos Burg

11.03.2017

Leer Ein altes Geheimnis der Stadtgeschichte im ostfriesischen Leer scheint gelüftet: Archäologen haben auf dem Klinikgelände des Borromäus-Hospitals Gebrauchsgegenstände aus dem Spätmittelalter gefunden. Sie vermuten dort den Standort der Fockenburg des legendären Ostfriesenhäuptlings Focko Ukena. Er soll im Jahre 1430 nach der Belagerung seiner Burg in einem Fass über einen Wassergraben vor seinen Feinden geflohen sein. „Es gab schon früher Hinweise auf diesen Standort der Fockenburg, aber jetzt gibt es handfeste Zeugnisse, die das untermauern“, sagte Grabungsleiterin Kirsten Hüser am Freitag.

Focko Ukena wurde um 1370 geboren und starb 1436. „Er hatte sich zunächst als Freiheitskämpfer an der Spitze unzufriedener Häuptlinge einen Namen gemacht“, sagte Direktor Rolf Bärenfänger von der Ostfriesischen Landschaft. Der Regionalverband für Kultur, Wissenschaft und Bildung forscht schon seit Jahren nach Spuren des legendären Häuptlings. Nach den historischen Überlieferungen hatte der sich jedoch bald mit Konkurrenten in der Region zerstritten. Seine Widersacher belagerten seine Burg, und der Unruhestifter aus Leer floh schließlich über Papenburg und Münster in die Provinz Groningen.

Keine zehn Jahre stand die Fockenburg, bis die Feinde sie 1430 nach der Eroberung zerstörten. Die schützenden Burggräben wurden zugeschüttet, der Rest versank im Dunkel der Geschichte. Doch hin und wieder tauchten klobige Backsteine auf, wichtiges Baumaterial aus dem Spätmittelalter. Grund genug für die Archäologen, um vor dem Bau eines Klinikparkhauses für 200 Autos genauer in den Untergrund zu schauen.

Inzwischen haben Hüser und Jan Kegler mit ihrem Team zahlreiche Gebrauchsgegenstände wie die Henkel von Gefäßen oder Reste einer ledernen Schuhsohle gefunden. Daneben kamen Pfeifenstiele und der Kopf einer Tonpfeife ans Tageslicht. „Das sind Mosaiksteine der Stadtgeschichte, die wir jetzt zentimetergenau fortschreiben können“, sagte Bärenfänger. Für immer verschwunden bleibt aber das Fluchtfahrzeug des bedrängten Häuptlings: „Das Fass werden wir nicht mehr finden, es gehört wohl zur Legendenbildung.“

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