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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Ausstellung: Neue Sicht auf ein Massenphänomen

11.02.2020

Emden Totgeknipst! Es ist immer dieselbe Sehenswürdigkeit, dargestellt in der üblichen Ansicht und aus der weltbekannten Perspektive: der Eiffelturm, die Rialtobrücke, der Petersdom, die Pyramiden, die Akropolis, das Matterhorn, der Schiefe Turm von Pisa. Rund um den Globus erfüllen sich zahllose Touristen – und den Daheimgebliebenen – mit dieser Sichtweise den Wunsch nach Bekanntem und Erwartbarem.

Die großen Sehenswürdigkeiten stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Sight Seeing – Die Welt als Attraktion“ der Kunsthalle Emden, die bis zum 14. Juni gezeigt wird. Mit knapp 200 Objekten dokumentiert die illustre Schau, wie von Menschen gemachte Bauwerke wie Kathedralen, Brücken, Türme und Paläste oder natürliche Naturereignisse wie Berge, Wasserfälle und Vulkane seit dem späten 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart in Kunst, Literatur oder als Reisesouvenir dargestellt werden.

Der Effekt im Auge des Betrachters nach dem Motto „Kenn’ ich schon, war ich schon“ ist einkalkuliert, so Kurator Dr. Stefan Borchardt, zugleich Direktor der Kunsthalle Emden. Die Ausstellung widme sich der Frage nach den Wechselwirkungen zwischen den Sehenswürdigkeiten und ihrer bildlichen Darstellung. Zugleich beschränken sich Neugier und Expertise der Besucher innerhalb der Räume nicht allein auf die kunsthistorische oder handwerkliche Herangehensweise.

Die Schau spannt mit rund 150 Exponaten – überwiegend Leihgaben anderer Sammlungen und Museen – einen Bogen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. So wird Ai Weiweis Mittelfinger in „Study of Perspective“ vor acht der wichtigsten Sehenswürdigkeiten präsentiert; so ist „Wrapped Reichstag“ aus dem Jahr 1994 ebenso zu bestaunen wie Andy Warhols farbig-schrilles „Neuschwanstein“ von 1987 oder Emil Noldes „Bergpostkarten“. „Ausstellungen über das Reisen an sich hat es schon viele gegeben“, sagte Kurator Borchardt, doch nur selten stünden die Reiseziele im Fokus.

Viele Jahrzehnte lang löste eine Postkarte mit dem Motiv des Kolosseums in Rom Erleichterung und Neid zugleich aus: „Gott sei Dank, endlich ein Lebenszeichen! Aber so eine Italien-Reise muss man sich auch erst mal leisten können!“ Mithilfe von Smartphone und Billigflieger ist die Welt ordentlich zusammengeschrumpft. Deshalb ist der Besuch von Sehenswürdigkeiten zu einem fast bedrohlichen Phänomen im Zeitalter des Massentourismus geworden.

Der Schlüssel dazu bleiben die Bilder, von frühen Darstellungen der antiken Weltwunder bis zu aktuellen Insta­gram-Posts. Auch das macht diese neue Ausstellung „Sight Seeing“ so notwendig wie sehenswert.


     www.kunsthalle-emden.de/sight-seeing-2020 
Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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