• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Gedenkstätte verlängert Ausstellung zu Gräueltaten

14.09.2017

Esterwegen Eine Sonderausstellung in der KZ-Gedenkstätte Esterwegen (Kreis Emsland) mit Fotos aus dem Privatalbum des früheren Lagerkommandanten und SS-Sturmbannführers Karl Otto Koch (1897-1945) ist bis zum 14. Dezember verlängert worden.

Die rund 200 Bilder zeigten, wie die Häftlinge von der SS im Konzentrationslager nach den Prinzipien der totalen Beherrschung gedemütigt und psychisch gebrochen wurden, teilte der Landkreis Emsland am Mittwoch mit. Sie verdeutlichten das Bild vom „zynischen und lustvoll ausgelebten Herrenmenschentum der SS“, das äußerlich von Sauberkeit, Disziplin und Ordnung geprägt gewesen sei. In der Ausstellung werden dieser Perspektive der Täter Berichte von ehemaligen Häftlingen entgegengestellt.

Die Bilder stammten vermutlich aus einem dienstlichen Album, das Koch 1937 als Geschenk zu seinem 40. Geburtstag erhielt, hieß es. Koch war ab Ende März 1936 Kommandant im Konzentrationslager Esterwegen bei Papenburg und wurde im Juli 1936 erster Kommandant des KZ Sachsenhausen. Ein Jahr später übernahm er das berüchtigte KZ Buchenwald bei Weimar.

Die Gedenkstätte Sachsenhausen habe das Album in den Archiven des russischen Geheimdienstes gefunden, und es 2006 erstmals unter der Überschrift „Von der Sachsenburg nach Sachsenhausen – Bilder aus dem Fotoalbum eines KZ-Kommandanten“ ausgestellt, hieß es. Der Band mit rund 500 Aufnahmen aus der Zeit zwischen Frühjahr 1933 und Sommer 1937 dokumentiere den Aufstieg Kochs vom SS-Führer zum Fachmann für die Reorganisation und den Neuaufbau von Konzentrationslagern.

Koch selbst stolperte über eine Korruptionsaffäre. Wegen Mordes, Hehlerei, Betruges und Unterschlagung wurde der SS-Mann vom „SS- und Polizeigericht“ in Kassel im Dezember 1944 gleich zweimal zum Tode verurteilt. Kurz vor Kriegsende wurde er durch ein Erschießungskommando der SS am 5. April 1945 im KZ Buchenwald hingerichtet. Das Konzentrationslager Esterwegen wurde vor allem durch das Lied „Wir sind die Moorsoldaten“ bekannt, das Häftlinge des benachbarten Lagers Börgermoor 1933 schrieben. Es wurde unter der NS-Diktatur eine der bekanntesten Lager- und Freiheitshymnen.

Zu den wohl bekanntesten Häftlingen in Esterwegen gehört der Friedensnobelpreisträger des Jahres 1935, Carl von Ossietzky. Die Gedenk- und Dokumentationsstätte erinnert an die Opfer der insgesamt 15 Moorlager in der Region. Dort waren von 1933 bis 1945 rund 80 000 KZ-Häftlinge inhaftiert.

Weitere Nachrichten:

Landkreis Emsland | Geheimdienst