• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Früher war weniger Lametta!

17.11.2016

Oldenburg Weihnachten kommt immer so plötzlich, wir schenken uns doch nichts – und früher war mehr Lametta? Alles gelogen. Die einzige Wahrheit, der man rund ums Fest wirklich vertrauen kann: Der Lambertimarkt ist einer der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands und lockt deshalb alljährlich Hunderttausende ins Oldenburger Zentrum. Und das völlig zu Recht!

Engel Jette BILD: Peter Duddek

Zahlen und Infos

Eröffnet wird der Lambertimarkt am Dienstag, 22. November (17 Uhr bis 20.30 Uhr), von Bürgermeisterin Petra Averbeck.

Bis zum 22. Dezember ist der Markt geöffnet. Abweichend von bisherigen Öffnungszeiten ist der Markt freitags und samstags von 11 bis 21.30 Uhr geöffnet, also eine Stunde länger – damit würden die Wünsche der Besucher berücksichtigt, heißt es. An den anderen Tagen gelten die bewährten Zeiten von 11 bis 20.30 Uhr.

Bis 24 Uhr ist der Lambertimarkt in der langen Einkaufsnacht am 3. Dezember geöffnet, ein Lebkuchenhaus ist aufgestellt.

Jette ist sechs Jahre alt, kommt aus Schweindorf – und wirbt mit goldgelocktem Haar für den Markt. Sie hatte sich gegen 40 kleine Bewerber um den Job als Engel durchgesetzt.

Über 120 geschmückte Verkaufsstände und Holzhütten finden Besucher zwischen Rathaus und Schloss vor. Schmuck, Töpfer- und Korbwaren, Spielzeug und weihnachtsmarkttypische Leckereien.

Mindestens 800 000 Gäste werden auch in diesem Jahr erwartet – dafür muss dann aber auch das Wetter mitspielen: kalt ist gut, zu kalt jedoch nicht. Trocken ist besser, ein bisschen Schnee aber schöner!

Samstags um 17 Uhr ist festliche Musik vom Posaunenchor am Rathaus zu hören.

Musikalische Auftritte von Chören und Orchestern sind mehrere geplant – wer dabei sein möchte, kann sich unter Tel. 235 22 90 anmelden.

Zur täglichen Lesung im Zelt (16.30 und 17 Uhr) gibt es mittwochs und freitags eine Lesung auf Platt (17.30 Uhr).

Immer ab 16 Uhr ist der Weihnachtsmann auf der Bühne am Schlossplatz anzutreffen.

Auf Facebook gibt’s den Lambertimarkt nun auch:

www.facebook.com/lambertimarkt

Nun war das aber nicht immer so. In den Anfangszeiten bestand das Spektakel nämlich nur aus ein bisschen Grünzeug und hieß noch „Weihnachtsbaummarkt“.

Am 2. Dezember 1972 aber hatte die städtische Ordnungsbehörde dann erstmals Wurst-, Schmalzkuchen- und Verlosungsbuden, ja sogar ein Mini-Kinderkarussell als Rahmen zugelassen. Hätten sie hier damals schon gewusst, dass 44 Jahre später das Gesamtkonstrukt eine knappe Million Besucher zieht – dann wären sie vielleicht ja schon damals etwas visionärer vorgegangen. Es waren halt andere Zeiten, andere Sitten und Möglichkeiten. Sei’s drum. 1977 hatte sich dieser kleine, aber feine Weihnachtsmarkt bereits so weit etabliert, dass der Verwaltungsausschuss dem Kind einen neuen Namen gab – der „Lambertimarkt“ war geboren! Das Angebot war allerdings noch etwas anders ausgerichtet als heute: „Die Zahl der Verkaufsgeschäfte, die keine Speisen und Getränke, sondern Geschenke und ähnliches anböten, sei so gering, dass sich die Ausweitung in Richtung Schlossplatz nicht lohne“, stand es in der NWZ geschrieben.

Ein Jahr später fand der Markt ausschließlich auf dem Schlossplatz statt, sollte aber alsbald wieder zurückkehren: „Am Rathaus sei es viel gemütlicher und festlicher“, hätten die gerade einmal 28 Schausteller damals für die Rückkehr auf den angestammten Platz plädiert. Und das, obwohl erstmals „kleine stilvolle Häuschen statt der mit einer Kerze dekorierten umgebauten Wohnwagen“ aufgestellt wurden! Letztere wurden fortan beibehalten, die Bläsergruppe konnte wieder auf der Rathaus-Balustrade spielen und die so genannten „Lichtwochen“ gehörten zum letzten Stand der Technik. Die Illuminationen über den Einkaufsstraßen galten als „richtungsweisend für die 80er Jahre“, wie es hieß. 1979 schließlich warb die Stadt mit Zeitungsannoncen für ihren „gemütlichen Weihnachtsmarkt alten Stils“ so: „Ohne Lautsprecherlärm, ohne Lichtreklame und ohne Kriegsspielzeug.“ Zusätzlich gab es in diesem Jahr den „1. Oldenburger Weihnachts-Flohmarkt“ und schon damals den Rotwein-Punsch „Eisbrecher“. Alles schön und gut! Es sollte aber noch besser kommen, Jahr für Jahr: Mehr Buden, mehr Markt, mehr Schlossplatz. Mehr Renommee – mehr Besucher. Und umgekehrt natürlich auch. „So schön war er noch nie“, jubilierten sie 1980.

Gleiches empfanden sie ebenso in den 90ern. Und auch heute ist die Begeisterung ungebrochen, sofern das Wetter mitspielt.  Wo das noch hinführen soll? Nun, eine dreistellige Zahl an Häuschen, Büdchen und Ständen prägt das heutige weihnachtliche Bild zwischen Rathaus, Kirche und Schloss. Dass der Lambertimarkt noch weiter wächst, ist zwar nicht ausgeschlossen, aber doch eher unwahrscheinlich – allein schon aus logistischen Gründen. Viel entscheidender aber ist wohl der eigene Qualitätsanspruch. „Wir wollen hier keine Duplikate“, heißt es von Seiten der Stadt.

Deshalb können sich Besucher ab dem 22. November auch wieder über reichlich Abwechslung freuen. Auf Würstchen und Gebäck, auf Kugeln und Holz, auf Düfte, Farben und Wärmendes, auf Chöre, Orchester, den Weihnachtsmann und Märchenstunden im Lesezelt! Eine Hütte für karitative Einrichtungen gibt es dank Stadt und Schaustellerverband noch gleich dazu: Wohltätige Organisationen (Trauerland, Aids-Hilfe, Fördervereine und Freundeskreise beispielsweise) können sich hier einen Tag lang im Wechsel präsentieren und Geld für all ihre guten Zwecke sammeln. Das alles ist Oldenburg und nichts als die Wahrheit. Früher war sicher weniger Lametta! Und Präsente gibt’s dank der zahlreichen Stände für alle Wünsche und Geldbörsen heute mehr als genug. Nur den Oldenburger Lambertimarkt sollte man sich nicht schenken. Denn der ist etwas ganz besonderes. Und das jedes Jahr aufs Neue.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.