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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Für „Opa“ geht es in Texas um die Wurst

22.10.2010

BREMERHAVEN Wenn es in Texas um die Wurst geht, ist ein ehemaliger Bremerhavener ganz vorne mit dabei. Als „Opa“ gehört Frank Witting zu den Ausrichtern des „Wurstfestes“ in New Braunfels, das als größtes deutsches Volksfest in den Staaten gilt. „Wenn man in Texas etwas werden will, muss man hier dabei“, sagt der selbstständige Versicherungsmakler. In diesem Jahr feiert die skurril anmutenden Mischung aus Oktoberfest und texanischer Grillparty Jubiläum. 120 000 Besucher werden vom 29. Oktober bis 7. November zur 50. Veranstaltung erwartet.

In der aktuellen Sonderausstellung, die das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven aus diesem Anlass bis zum 31. März 2011 zeigt, wirkt das Wurstfest in der texanischen Kleinstadt wie ein typisch bayerisches Volksfest. Die Männer tragen Lederhosen, die Frauen Dirndl.

Natürlich gibt es eine Blaskapelle und das Bier wird aus zünftigen Maßkrügen getrunken. „Allerdings bin ich einer der ganz Wenigen, wenn nicht sogar der Einzige, der hier noch Deutsch spricht“, meint Witting: „In der Nähe zur mexikanischen Grenze ist Spanisch viel gebräuchlicher.“

Als das „Wurstfest“ 1961 zum ersten Mal gefeiert wurde, war das noch anderes. „New Braunfels war ursprünglich eine Siedlung für aus Deutschland stammende Bauern“, weiß die Direktorin des Deutschen Auswandererhauses, Dr. Simone Eick. Die Bauern wurden Mitte des 19. Jahrhunderts vom „Mainzer Adelsverein“ um Carl Prinz zu Solms-Braunfels nach Texas geholt, dessen Burg bei Wetzlar den Namen für die neue Siedlung gab.

In den 50er und 60er Jahren schossen deutsche Volksfeste in den USA wie Pilze aus dem Boden. Das Wurstfest war dabei eine Marketingidee der acht in New Braunfels ansässigen Schlachter, die mit Weiß-, Brat- und Bockwürsten mitteleuropäische Fleischertraditionen fest beim Zipfel hielten. Binnen weniger Jahre kamen Zehntausende zu dem kulinarischen Fest.

Als Frank Witting 1980 aus Bremerhaven nach New Braunfels kam, fand er die texanische Oktoberfest-Variante zunächst irritierend. „Vor allem habe ich anfangs nicht verstanden, warum auch relativ junge Männer ganz wild darauf waren, „Opa“ genannt zu werden“, erinnert sich Witting. Mittlerweile kennt der 56-Jährige den Grund. „Großer Opa sind die ordentlichen Mitglieder der Wurstfest-Assocation, die das Fest veranstaltet. Wer dazu gehört, hat es geschafft. Denn hier werden Kontakte geknüpft, die für alles im Leben wichtig sind“, meint „Opa“ Witting.

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