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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Kultfigur Hein Mück erobert die Herzen

02.05.2015

Bremerhaven Seine Herkunft ist rätselhaft. Denn niemand weiß genau, wann Hein Mück geboren wurde. Unklar ist auch, ob der Schiffszimmermann Heinrich Soltziem oder der Fleischermeister Heino Mühlenbeck der Vater war. Bekannt wurde der kauzige Seemann mit der Quetschkommode in den 1930er Jahren durch einen Schlager, den unter anderem Hans Albers und Lale Andersen sangen. „Bis heute ist Hein Mück äußerst beliebt und bekannt“, staunt die Bremerhavener Studentin Christina Orto. Gemeinsam mit vier Kommilitonen will sie Hein Mück nun zur verdienten Rolle als Sympathieträger Bremerhavens verhelfen.

Auslöser, sich mit der Hein-Mück-Thematik zu befassen, war für die Studenten ein unerfreulicher Anlass: Voriges Jahr entwendeten unbekannte Täter die Figur vom Gelände der Hochschule und kippten sie in die Weser. Die Besatzung eines Lotsenbootes fand den im Wasser treibenden Hein Mück, fischte ihn heraus und gab ihn der Hochschule zurück. Dort ließ man die Figur sanieren. „Diesmal erhält Hein Mück einen höheren Standort, an den man von außen nicht herankommt“, kündigte Prof. Dr. Petra Milde von der Hochschule an.

Hein Mück ist all das, „für das auch Bremerhaven steht“, sagt Jasna Wiedemeier, die ebenfalls zu der Projektgruppe „Hein Mück“ gehört: „Er ist weit gereist, weltoffen, fröhlich, bunt und beliebt.“ Letzteres stellten die Studenten auch in einer repräsentativen Umfrage in der Seestadt fest: „Die Bremerhavener wünschen sich eine Identifikationsfigur. Und ihr Ideal ist Hein Mück.“ Damit sei der muntere Matrose der ideale Werbeträger für die Stadt, meinen die Studenten.

Offiziell ist diese Bedeutung als Botschafter Bremerhavens in der Seestadt allerdings nie anerkannt worden. Im Gegenteil: Ein Denkmal, das ihm im Geestemünder Bürgerpark gesetzt wurde, verschwand unter rätselhaften Umständen. Die 2011 angefertigte Replik führt seither eher ein Schattendasein. Erfolgreicher und engagierter war da vor fünf Jahren eine Studentengruppe, die wie Christina Orto und Jasna Wiedemeier aus dem internationalen Bremerhavener Studiengang „Cruise Tourism Management“ stammen. Sie schufen eine Kunststoffigur „Hein Mück“, die seither in den gemeinnützigen Elbe Weser Werkstätten von Hand hergestellt und für einen sozialen Zweck verkauft wird. 21 Firmen und Institutionen erwarben eine solche Figur bereits und ließen sie künstlerisch gestalten.

An diese Aktion knüpft nun die heutige Studentengruppe an. Ihr Hein Mück ist aber nicht nur einfacher Werbeträger einer weltoffenen Stadt, sondern auch Botschafter mit einer klaren Aussage: „Bremerhavens Symbolfigur steht für ein buntes Bremerhaven, das sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz und für soziale Integration einsetzt“, betont Jasna Wiedemeier. Christina Orto bringt die Aussage in dem von den Studenten kreierten Werbeslogan auf den Punkt: „Sei bunt, sei offen, sei Bremerhaven.“

„Flagge zeigen“ ist das Thema der Aktion, die die fünf Studenten vorbereitet haben. Sie ließen Fahnen mit dem Umriss Hein Mücks gestalten, die sie – ähnlich wie die Hein-Mück-Figuren – an Institutionen und Unternehmen in der Stadt verkaufen wollen. Die Käufer und ihre Mitarbeiter können den Fahnen buchstäblich ihren persönlichen Fingerabdruck verleihen – mit farbigen Handabdrücken bekommt jede Fahne eine persönliche, bunte Note. Erstmals sollen die Fahnen dann während der Sail Bremerhaven Mitte August gehisst werden. „Das Fest ist genauso bunt und weltoffen wie Hein Mück“, sagt Christina Orto.

Für den Auftritt bei der „Sail“ hoffen die Studenten noch auf die Unterstützung der Stadtwerber und Sail-Veranstalter aus der Erlebnis-Bremerhaven-GmbH. Dass die sich der Hein-Mück-Kampagne nicht anschließen, mögen sich die Studenten nicht vorstellen. „Hein Mück hat genau die Eigenschaften, die Bremerhavens Stadtmarketing braucht“, meint Jasna Wiedemeier: „Er ist als Seemann eine maritime Figur und damit typisch für die Stadt, er ist weltbekannt, er ist außerordentlich sympathisch.“ Zudem trifft er in jeder Altersgruppe auf Freunde. „Er ist sowohl bei den Älteren als auch bei uns jungen Leuten beliebt, das ist wirklich erstaunlich“, meint Christina Orto.

Das haben gerade auch die derzeit prominentesten Bremerhavener, die Eishockey-Spieler der Fischtown Pinguins, bestätigt. Als erste Unterstützer der Kampagne verewigte sich der deutsche Vize-Meister jetzt mit Handabdrücken der gesamten Mannschaft auf der ersten Hein-Mück-Fahne.

Heiner Otto Korrespondent / Redaktion Bremerhaven
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