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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

In der alten Motormühle wird Geschichte zum Leben erweckt

12.03.2005

KREYENBRüCK KREYENBRÜCK - Feiner Mehlstaub liegt in der Luft und der alte Holzboden vibriert unter dem Rütteln der Maschinen.

Erich Wiede ist in seinem Element, während er durch seine Motormühle führt und fachmännisch die einzelnen Schritte des Mahlganges erläutert. „Die Mühle ist mein Herzblut und weitaus mehr als ein Hobby“, gibt der Chemotechniker zu. Doch das hat Wiede, der sich heute aktiv in der „Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Wind- und Wassermühlen in Bremen und Niedersachsen“ engagiert, nicht immer so empfunden. „In meiner Kindheit hätte ich auch manchmal lieber mit meinen Freunden Fußball gespielt, anstatt meinen Eltern in der Mühle zu helfen“, erinnert er sich.

Als Urenkel des Müllermeisters Johann Hustedt begann Erich Wiede vor zehn Jahren, die Vergangenheit der Mühle und des parkähnlichen Grundstücks zu erforschen. „Im Oldenburgischen Staatsarchiv und in der Landesbibliothek war ich schon richtig bekannt, schließlich habe ich dort den Großteil meiner Freizeit verbracht“, sagt der 56-Jährige. Die mühsam zusammengetragene Geschichte ist von Zerstörung geprägt: 1907 brennt die 1882 erbaute Windmühle nieder. Der anschließend errichtete „Galerieholländer“ wandert durch mehrere Hände, bis er 1913 in Familienbesitz gelangt. „Einrückende Kanadier zerstören auch diese Mühle kurz vor Kriegsende “, bedauert Erich Wiede. Mit leeren Taschen und letzter Kraft erbauen seine Großeltern Adele und Friedrich Hustedt ein Jahr später die Motormühle. Heute fühlt sich der gebürtige Kreyenbrücker mit dem historischen Gemäuer, das sein Vater Eduard 1966 übernommen hatte, sehr verbunden: „Mein Leben spielte sich hier ab und ich habe so viele schöne Erinnerungen an

die Mühle.“

Bei kleinen Führungen oder beim Kaffeetrinken in dem historischen Gebäude teilt Wiede diese Erinnerungen auch gerne mit seinen Gästen. „Viele Parties haben wir hier schon gefeiert und im Mai findet eine Hochzeit statt“, freut sich der Hobbyrestaurator, der 1998 mit der Instandsetzung der Motormühle begann. Heute laufen die Maschinen, als stammten sie aus jüngster Zeit. Verblichene Fotos an den Wänden, Futtersäcke aus längst vergangenen Tagen und ein altes Buch mit Bestellungen in deutscher Schrift erinnern an die Vergangenheit.

Aber auch für die Zukunft schmiedet Erich Wiede Pläne: „Ich träume von einem Backhaus neben meiner Mühle, so könnte man hier die gesamte Verarbeitung vom Korn zum Brot mitverfolgen.“

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