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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

FERNSEHEN: Lüneburg blüht durch Serie auf

17.09.2009

LüNEBURG Wenn der Ehemann nach verdienter Mittagspause gegen 14 Uhr noch immer nicht die Wohnung verlassen hat, wenn die Kinder eben zu dieser Zeit um Beistand bei den Hausaufgaben bitten, werden Millionen Hausfrauen in der Bundesrepublik nervös und abweisend. Selbst die beste Freundin ist in diesem Augenblick eher nicht willkommen, es sei denn, sie setzt mit vor den Fernseher und verhält sich mucksmäuschenstill.

Immer montags bis freitags von 14.10 bis 15 Uhr herrscht in durchschnittlich 15 Prozent der deutschen Haushalte Ausnahmezustand: Frauen der Zielgruppe zwischen 29 und 49 Jahren wollen auf keinen Fall verpassen, wie sich die (angeknackste) Beziehung zwischen den Ehepartnern Andrea (Isabel Varell) und Peter (Simon Licht) in der Telenovela „Rote Rosen“ entwickelt und zu wessen Gunsten der Machtkampf im Hotel „Drei Könige“ (alias Hotel „Bergström“) ausgeht.

Immer, wenn sich diese Fans per Knopfdruck für die Sendung am frühen Nachmittag entscheiden, geben sie damit auch die Initialzündung für eine hervorragende wirtschaftliche Entwicklung der alten Hanse- und Salzstadt Lüneburg. Seit Ende 2006 wird Tag für Tag eine etwa 50-minütige Folge ausschliesslich vor Ort und in der näheren Umgebung gedreht und später gesendet. Mindestens ein Dutzend Mal pro Sendung erfahren die Zuschauerrinnen akustisch und visuell etwas über die ausserordentlichen Reize der Stadt.

„Diese Sendung ist für uns weit mehr als ein täglicher kostenloser Werbespot“, stellt Jürgen Wolf, Chef der für Tourismus zuständigen Lüneburger Marketinggesellschaft fest. Oberbürgermeister Ulrich Mädge ist begeistert darüber, „dass die Roten Rosen Lüneburg zum Blühen bringen“. Das bedeute unter anderem deutliche Steigerungen der Übernachtungszahlen. Außerdem freut er sich über 100 neue Arbeitsplätze, die durch die Fernsehserie entstanden sind. Aber auch Dienstleister wie Autoverleiher oder Objektreinigungen könnten Mehreinnahmen verbuchen.

Insider sind sich darüber einig, dass die Telenovela jährlich zu einer Wertschöpfung von rund 20 Millionen Euro in Lüneburg führt. Mädge weist aber auch darauf hin, dass seine Stadt selbst große Anstrengungen unternimmt, damit sich Produzenten, Team und Darsteller in Lüneburg wohl fühlen. Serie und Spielort, Darsteller und Einheimische seien schon ein Stück mit einander verwoben. Mädge: „Sie besuchen dieselben Kneipen, sie kaufen gemeinsam auf dem Wochenmarkt ein und einige Darsteller haben sich auch schon eine feste Wohnung in Lüneburg zugelegt“. Der Chefredakteur der „Landeszeitung für die Lüneburger Heide“, Christoph Steiner, sieht „Rote Rosen“ als „einzigartigen Glücksfall für Lüneburg“.

Inzwischen ist klar, dass die Telenovela mit zurzeit rund 650 Folgen für Lüneburg weit mehr als ein Sechser im Lotto mit Superzahl bedeutet: Die Verantwortlichen der ARD haben beschlossen, dass die so erfolgreiche Sendung mindestens bis Ende 2011 fortgeführt wird und damit sicher die 1000. Folge gefeiert werden kann.

Für Ehemänner, Kinder und beste Freundinnen bedeutet dies: zwischen 14 und 15 Uhr die Ehefrau, Mutter und Freundin besser vor dem Fernsehschirm ganz und gar ihren Träumen zu überlassen.

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