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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Nervenkitzel pur mit Kettensäge und Kunstblut

13.10.2018

Nethen Im flackernden Licht taucht eine Gestalt auf – ein blasses Mädchen mit dunklen, strähnigen Haaren. Zurück geht es nicht, der einzige Weg raus aus dieser schaurigen Situation geht an ihr vorbei. Plötzlich rauscht sie los, streckt die Arme nach vorne, flehend bittet sie, zu bleiben. Ich schreie, renne vorbei, doch das verfluchte Mädchen kommt hinterher.

Eigentlich bin ich ein totaler Angsthase. Filme mit FSK 12 schiebe ich lieber zurück ins Regal und im Stockdunklen schlafen ist auch nicht mein Ding. An diesem Abend aber muss ich da durch: Gemeinsam mit Emily vom Youtube-Kanal „Sach An!“ besuche ich die diesjährigen Scream Nights im Beachclub Nethen. Von weitem hört man schon Schreie über den dunklen See, zwischendurch kreischt laut eine Kettensäge.

Für immer im Camp gefangen

Am Eingang begrüßt uns eine Wahrsagerin mit schwarzen Augen. Ob wir das wirklich machen wollen, fragt sie uns. Denn die Besucher begeben sich in Nethen auf einem verschlungenen Pfad durch den Wald und erleben die Geschichte um „Chloes Fluch“. Und jeder, der sich auf die Suche machte, kehrte nie mehr zurück, krächzt die Wahrsagerin düster.

Halloween-Spezial: Noch mehr Grusel gibt’s auf unserem Portal „Klarnordisch“

Chloe lebte vor Jahrhunderten in einer Hütte an dem See. Sie soll ihren Mann ermordet haben, nachdem dieser ihr gestanden hatte, dass er sie betrogen habe. Aus Verzweiflung stieg sie danach mit ihren Kindern in den See und wurde nie wieder gesehen. In dem Waldstück wimmelt es nur so von Monstern, Gestalten, die Pest und Pocken haben oder seit einer Ewigkeit hier gefangen sind. Sie sind gezeichnet vom Fluch, der über ihnen liegt.

Von der Wahrsagerin geht es wieder hinaus in die Dunkelheit. Zelte stehen auf der Wiese, Gliedmaßen liegen verstreut herum. Ich klammer mich an Emily, als plötzlich wie aus dem Nichts ein Mann auf uns zu rennt. Er schreit: „Seid ihr vom Camp? Seid ihr hier, um zu helfen?“ In der Nacht sei alles abgebrannt, so viele Menschen seien gestorben, er müsse nun die Leichen vergraben. Ein weiterer, blutüberströmter Mann stürzt aus der Dunkelheit auf uns zu – Emily und ich schreien, was das Zeug hält. Das klassische Erschrecken – es funktioniert hier bei den Scream Nights einwandfrei. Plötzlich spüre ich etwas an meinem Bein! Ich quieke, Emily erschreckt sich ebenso, doch dann war’s bloß ein Ast auf dem Boden.

Alles für den perfekten Gruselmoment

Eigentlich feiern die Open-Air-Scream Nights in diesem Jahr Premiere. 2015 fanden sie schon einmal unter freiem Himmel statt, in einem Maislabyrinth – damals aber nur zwei Abende lang. Diesmal sind es insgesamt sechs Termine. Und wo anfangs noch ein Keller für die Requisiten reichte, müssen jetzt mehrere Container nach Nethen geschafft werden. Mit Lichttechnik, Deko und künstlichem Bodennebel wird der Nervenkitzel besonders groß. Mehr als 20 Schauspieler in aufwendigen Kostümen sorgen dafür, dass die Besucher den Gang durch das Camp „Lakeview“ so schnell nicht vergessen.

Berit und Inga aus Bad Zwischenahn sind gerade erst erst durchgelaufen. „Es war richtig gruselig – aber geil“, meint Inga. Besonders schlimm war der Eingang und der Ausgang. „Und alles dazwischen“, sagt Inga und lacht. Die Freunde Alexander, Martin, Leon und Ayleen sind ebenfalls begeistert. „Die Jungs hätten am meisten geschrien“, meint Ayleen. Organisator Dennis Flowers ist zufrieden mit dem Start im Beachclub. Das Konzept, die sichere Stadt zu verlassen und damit auch das sichere Licht, gehe auf. „Es ist schon eine coole Nummer geworden.“ Bei den Scream Nights sollen die Besucher Spaß haben. Und ein bisschen wolle er auch das „Halloween-Gen“ wecken, sagt er.

Die kostümierten Gestalten nehmen ihre Aufgabe sehr ernst, gehen voll in ihrer Rolle auf. Egal ob düsterer Mönch, Geist eines Seemanns oder Kettensägen-Mörder. Und der – so viel sei verraten – kommt mehr als unerwartet. Der Pfad durch das Waldstück ist dunkel, die Schock-Momente kommen plötzlich, aber immer genau richtig. Das Gefühl „Gleich passiert wieder was“, fesselt permanent.

Weitere Termine zum Gruseln

Eine Fortsetzung des schaurigen Spektakels gibt es am kommenden Freitag und Samstag, 19. und 20. Oktober und am Freitag und Samstag, 26. und 27. Oktober. Erlaubt ist der Gruselspaß ab 16 Jahren.

Einzeltickets kosten 13 Euro pro Person (ermäßigt 12 Euro). Gruppentickets kosten 11 Euro pro Person und Expresstickets (separater Einlass) 18 Euro. Gültig sind die Tickets für einen einmaligen Durchgang in der Zeit von 18 bis 23 Uhr. Tickets gibt es an der Abendkasse oder unter www.ticket2go.de

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