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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Nie wieder Freifeld-Festival

19.04.2017

Oldenburg Das war’s mit Freifeld – für immer! Das kleine aber bunte Kulturfestival wird in diesem Jahr nun doch nicht stattfinden. Und in Zukunft auch nicht mehr. Als Gründe nennen die Freifeld-Macher das Fehlen eines geeigneten Geländes sowie mangelnde politische Unterstützung.

Freifeld 2016: Sonnige Festival-Bilanz mit Wermutstropfen

In einer Pressemeldung erklärt das Team: Dank der frühzeitigen Planung war das Festival 2017 bereits Ende 2016 durch die Kulturförderung diverser Stiftungen im Nordwesten finanziell abgesichert, doch die Suche nach einem geeigneten Ort scheiterte. Nach längeren Verhandlungen mit der Stadt Oldenburg über die Nutzung von Teilen des Fliegerhorsts, in denen die Stadt entgegen vorheriger Äußerungen kein geeignetes Festivalgelände zur Verfügung stellte, fand sich im Januar 2017 ein alternatives Gelände in Oberlethe, rund zehn Kilometer vor Oldenburg.

Angrenzend an das Seminarhaus „Hof Oberlethe“ hätte Freifeld dort ein Gelände mit Wiesen, Hallen und einem See zur Verfügung gestanden. „Das wäre von Oldenburg auch noch gerade so mit dem Fahrrad erreichbar gewesen“, sagt Katharina Wisotzki vom Freifeld-Vorstand.

Doch gab es dort keine ausreichende Unterstützung durch die Genehmigungsbehörden. Katharina Wisotzki: „Der Landkreis war einfach skeptisch. Und das war für uns keine gute Basis für ein Festival.“ Darum sei der Verein für Oberlethe erst gar nicht ins formelle Genehmigungsverfahren eingestiegen.

„Wir haben alles dafür gegeben, dass es wieder ein Freifeld-Festival geben kann“, sagt Sebastian Humpert, Vorstand von Freifeld e.V., im Rückblick auf die gesamte Planung. „Gemeinsam haben wir aber nun entschieden, dass wir ohne ein sicheres Festivalgelände und die dafür notwendige politische Unterstützung das Freifeld-Festival nicht durchführen können und wollen.“

„Es ist besonders bitter für uns, nicht veranstalten zu können, obwohl das Freifeld Festival 2017 finanziell deutlich besser aufgestellt war als seine Vorgänger”, sagt Leonie Etzold, Kassenwartin des Freifeld e.V. „Wir sind unseren Förderern sehr dankbar für das Vertrauen, die Unterstützung und Wertschätzung.” Ohne Gelände und ohne Veranstaltung stehen die Gelder dem Verein nun nicht zur Verfügung.

Anfang dieses Jahres schien eine Fläche auf dem Fliegerhorst-Areal gefunden. „Doch die stellte sich für das Festival als nicht optimal heraus“, sagt Stadtsprecher Reinhard Schenke. „Die Freifeld-Macher wollten einige Gebäude auf dieser Fläche miteinbeziehen, die aber im Umbau zu Wohnungen sind.“ Grundsätzlich begrüße die Stadt die Nutzung des Fliegerhorsts für Zwecke wie das Freifeld. „Aber man muss sagen, dass das Areal im Zeichen der Bebauung dafür nicht mehr geeignet ist.“ Ein anderes Gelände in Oldenburg komme nicht in Frage, weitere Möglichkeiten seien schon in den Jahren vorher durchgespielt worden. Gespräche zu anderen Flächen auf dem Fliegerhorst-Gelände hätten keinen Konsens ergeben. „Die Absage ist sehr bedauerlich“, sagt Schenke.

Teile der Politik reagierten überrascht auf die Absage. „Über die Entwicklungen bin ich sehr verwundert, da wir im letzten Sommer als Fraktionen bei den Veranstaltern auf der Lazaruswiese saßen und uns darüber verständigt hatten, dass der Rat dieses Festival ausdrücklich begrüßt und zu seinem Gelingen unterstützen möchte“, sagt Sebastian Beer, Sprecher der Grünen Ratsfraktion. „Dass der rührige Verein trotz dieser Kontakte offensichtlich keine Hilfe beim Rat gesucht hat, bevor er seine Auflösung ankündigt, ist mir äußerst schleierhaft.“ Der Rat sei ja laut Kommunalverfassung eben dafür da, die Verwaltungsabläufe zu kontrollieren und anzuweisen.

Beer hofft nun, dass mithilfe des Rates doch noch eine Lösung gefunden werden kann, sodass der Verein von einer endgültigen Absage absieht. Darum hat die Grünen-Ratsfraktion beim Oberbürgermeister Antrag gestellt, im Verwaltungsausschuss am Montag über die Verhandlungen mit dem Freifeld-Verein zu berichten, Gründe fürs Scheitern aufzuführen und mögliche Kompromisse darzulegen. „Die Ankündigung von Freifeld sollte den Rat jedoch nicht daran hindern, sich zur Findung einer Lösung einzuschalten“, sagt Beer. „Ich befürchte jedoch, dass die geplatzten Verhandlungen nicht die einzige Ursache für diesen Schritt sind.“

Das spartenübergreifende Kulturfestival wurde 2013, 2014 und 2016 in Oldenburg mit unterschiedlichen Konzepten durchgeführt. 2013 und 2014 fand es als dreitätiges Festival auf dem Gelände der Kaserne Donnerschwee statt. Im Jahr 2015 sollte Freifeld auf das Gelände des ehemaligen Klosters Blankenburg ziehen, wurde aber abgesagt, da es mit dem Geländebesitzer Uneinigkeit über eine kritische Auseinandersetzung mit der Blankenburger Geschichte gab.

Bereits für 2016 hatte der Freifeld-Verein auf das Fliegerhorst-Gelände ins Auge gefasst – vergeblich. Stattdessen wurde es dann in kleinerer und entzerrter Form unter dem Namen „Freifeld-Jurten“ – über einen Zeitraum von zwei Wochen statt drei Tage – auf der Lazaruswiese im Landschaftspark Mühlenhunte hinter dem Olantis durchgeführt.

Der Freifeld-Verein soll nun aufgelöst werden. „Unser Zweck war nun einmal das Festival“, sagt Katharina Wisotzki. „Und das wird es nicht mehr geben.“

Inga Wolter stv. Ltg. / Online-Redaktion
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