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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Amtszeit des Bischofs bleibt weiterhin unbefristet

29.01.2018

Oldenburg Die evangelische Kirche im Oldenburger Land will auch den kommenden Bischof zeitlich unbefristet bis zum Ende seiner Dienstzeit wählen. Das beschloss die Synode am Sonnabend auf einer Sondersitzung in Oldenburg. Die Entscheidung war nötig geworden, weil nach dem Amtsverzicht von Bischof Jan Janssen jetzt eine neue Bischöfin oder ein neuer Bischof gewählt werden muss.

Damit es noch in diesem Jahr zu einer Bischofswahl kommen kann, soll sich ein Vorbereitungsausschuss möglichst zeitnah auf ein Anforderungsprofil verständigen und mögliche Kandidatinnen und Kandidaten vorschlagen. Synodenpräsidentin Sabine Blütchen hofft, dass es noch vor der traditionellen Haushaltssynode im November zu einer Sondersynode kommen wird, auf der die Nachfolge von Jan Janssen geregelt wird.

Ab Ende Januar ist Jan Janssen, der künftig als Seemannspastor in Rotterdam arbeiten wird, auch nicht mehr Vertreter im Bischofsamt. Seine Nachfolge tritt dann bis zur Bischofsneuwahl Pfarrer Thomas Adomeit an. Adomeit war zuvor acht Jahre als Referent im Bischofsbüro tätig und wurde am Sonnabend von der Synode für die Zeit seiner Bischofsvertretung zum Oberkirchenrat im Nebenamt gewählt und in einem Gottesdienst in sein Amt eingeführt. Bei einer Enthaltung erhielt Adomeit 56 von 57 Stimmen. Der 47-jährige Theologe gilt als sehr gute Wahl für die Übergangszeit, weil ihm ein hohes Maß an Sachkunde sowie viel Loyalität und wenig Dünkelhaftigkeit zugebilligt wird.

Mit einer Enttäuschung endete die Synoden-Sondersitzung für die Oberkirchenrätin Annette Christine Lenk (57), deren Amtszeit 2019 nach zehn Jahren endet. Das Kirchenparlament lehnte nach nichtöffentlicher Aussprache einen Antrag auf Wiederwahl ab und beschloss in geheimer Abstimmung, die Stelle neu auszuschreiben. Die Personalchefin aller Pastorinnen und Pastoren kann jedoch an dem neuen Wahlverfahren teilnehmen.

Synodenpräsidentin Blütchen erklärte nach der Sitzung, dass den Synodalen die getroffene Personalentscheidung nicht leicht gefallen sei. Die oldenburgische Kirche stehe jedoch in einer deutlichen Umbruchsituation, müsse entscheidende Weichenstellungen vornehmen und habe sich deshalb alle Optionen offen halten wollen.

Nach Abschluss des aktuellen Prioritätenprozesses und den anstehenden Entscheidungen zur personellen Neuausrichtung will sich das Kirchenparlament mit dem Bischofsgesetz beschäftigen und die Frage klären, ob die Amtszeit künftiger Bischöfe wie in fast allen evangelischen Kirchen zeitlich begrenzt werden soll. Dazu soll der Oberkirchenrat bis Mai 2023 einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen.

Jürgen Westerhoff
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2055