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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Als der nasse Tod in der Nacht kam

30.11.2017

Oldenburg Es lässt sich kaum in Worte fassen, wie es sich anfühlen muss, sein Hab und Gut durch eine Sturmflut auf einen Schlag zu verlieren. Genau das aber ist den Menschen vor 300 Jahren an unserer Nordseeküste passiert. In der Wanderausstellung „300 Jahre Weihnachtsflut – die verheerende Sturmflut von 1717 kam in der Christ-Nacht“ wird an diese Katastrophe erinnert. Am 5. Dezember wird die Ausstellung um 17.17 Uhr im Weltnaturportal Dangast eröffnet.

Terminübersicht

Gezeigt wird die Wanderausstellung „300 Jahre Weihnachtsflut – die verheerende Sturmflut von 1717 kam in der Christ-Nacht“ an mehreren Orten im Raum Friesland, Wilhelmshaven, Butjadingen sowie Ostfriesland:

Eröffnung der Ausstellung am 5. Dezember (17.17 Uhr) im Weltnaturportal Dangast.

Dangast 6. Dezember 2017 bis 14. Januar 2018, Weltnaturportal.

Emden 12. Dezember 2017 bis 5. Januar 2018, Johannes a Lasco Bibliothek.

Aurich 9. Januar bis 9. Februar, Landesbibliothek.

Cäciliengroden 17. Januar bis 4. Februar, Gemeindezentrum „Die Brücke“.

Horumersiel 7. bis 18. Februar, Paul-Gerhardt Haus.

Neuende 21. Februar bis 4. März, St.-Jakobi Kirche.

Langwarden 19. April bis 6. Mai, Kulturhaus am Wattenmeer.

Weitere Termine sind in Vorbereitung.

Mehr Infos unter

Mehr Infos unterwww.akademie-dangast.de

Die Ausstellung soll aber nicht nur erinnern und aufklären, sondern in erster Linie der Opfer gedenken. Es sei eine Gedenkveranstaltung, sind sich Thomas Kossendey, Präsident der Oldenburgischen Landschaft, Frank Klimmeck von der Akademie Dangast sowie die Kuratoren Klaas-Heinrich Peters und Michael Remmers einig.

26 Tafeln präsentieren in der Ausstellung den Ablauf der Flut, beschreiben die Zahl der Opfer und Umfang der Schäden in den einzelnen Regionen und Orten entlang der Küste. Besonders die Küste des heutigen Butjadingen hätte es am schlimmsten getroffen, erklärt Remmers. Augenzeugen berichteten in Briefen von der Not der Bevölkerung. Über 4000 Menschen starben in dieser Nacht, etwa 1000 Häuser wurden durch die Fluten zerstört und circa 12 000 Weidetiere ertranken. „In der Wanderausstellung erfährt man, was es für ein Drama war“, sagt Remmers.

Ebenfalls vorgestellt werden Albert Brahms aus Sande und Anton Günther von Münnich aus Neuenhuntorf, Personen, die sich mit der Schadensbeseitigung der Sturmfluten befassten. Außerdem werden in der Ausstellung die Pastoren Johann Friedrich Jansen aus Neuende und Johann Christian Hekelius aus Resterhafe bei Dornum vorgestellt. Beide haben die Flut beziehungsweise ihre Folgen erlebt und geben in ihren Büchern eine Deutung der Ereignisse entsprechend der damals vorherrschenden theologischen Meinung. Die Wanderausstellung beschäftigt sich aber auch mit den Katastrophenfluten und Sturmfluten vor und nach 1717. Originalkarten, zahlreiche Kopien und Abbildungen zeigen die zeitgenössische Sicht der Ereignisse. Aber auch der Küstenschutz spielt hierbei eine Rolle. „Durch den steigenden Meeresspiegel in der Nordsee sind Deiche mehr als nur Weidegrund für Schafe und andere Weidetiere“, sagt Kossendey. Die Ausstellung würde die Notwendigkeit von Deichen unterstützen.

In der Wanderausstellung werden auch zahlreiche Fundstücke aus dieser Zeit der Öffentlichkeit präsentiert. Darunter Kinderspielzeug, Keramik oder auch Siedlungsreste. „Das ist ein Glücksfall“, freut sich Peters. Dieser „Zufallsfund“ aus dem Langwardergroden, so Peters, würde einen wichtigen Einblick in die Siedlungsgeschichte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit geben.

Niklas Benter
Volontär, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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