• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

„Leistungsgesellschaft ohne Gnade“

27.12.2017

Oldenburger Land /Im Nordwesten Der Oldenburger Bischof Jan Janssen fordert von Christen, sich vom Weihnachtsstern neue Wege zum Frieden aufzeigen zu lassen. Es sei Zeit, aufzublicken zu dem, „was über uns hinaus geht, was mehr sein könnte als Machbares und Mögliches“, sagte Janssen in seiner Heiligabend-Predigt in der Sankt Lamberti-Kirche in Oldenburg.

Voller Hoffnung

Janssen forderte die Gläubigen zudem dazu auf, sich „vom Christfest her auf all unseren Wegen in ein neues Jahr von diesem hocherfreulichen Licht Gottes“ leiten zu lassen. Das Sternenlicht zeige den Weg zum Kind und führe von dort auf neue Wege des Friedens – voller Hoffnung gegen den Tod und Orientierung für das Leben.

Es ist Janssens letzte Predigt an Heiligabend als Oldenburger Bischof gewesen. Der 54-Jährige war 2008 zum Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg gewählt worden und hatte im November 2017 seinen Rücktritt erklärt. Bis Ende Januar ist er noch als Vertreter im Oldenburger Bischofsamt tätig. Ab Herbst 2018 wird Janssen als Seemannspastor im Hafen von Rotterdam arbeiten.

Im Gedenkgottesdienst an die Weihnachtsflut vor 300 Jahren in der Kirche in Wilhelmshaven-Heppens betonte Janssen am gestrigen zweiten Weihnachtsfeiertag zudem, Gott stehe zuerst an der Seite der Leidenden, gehe mit ihnen bis in die Tiefe und verlasse sie auch im Abgrund des Todes nicht. Es sei angemessen und konsequent, gerade in den Weihnachtstagen an die verheerende Weihnachtsflut von 1717 zu erinnern, so Janssen. Es wäre zu bequem gewesen, den Gedenktag zu verschieben und es sei gut, die Erinnerung an die hohen Flutmarken zu pflegen.

Der katholische Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, rief in seiner Weihnachtsbotschaft Menschen in Politik und Gesellschaft zur Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit auf. Danach sehnten sich viele Menschen, sagte Bode nach Mitteilung des Bistums in seiner Predigt am ersten Weihnachtstag im Osnabrücker Dom. Angesichts „der Lügen und der wilden Behauptungen, die rücksichtslos und gefährlich in die Welt gesetzt werden“, gelinge Aufrichtigkeit und Echtheit heute sehr wenig.

Bode forderte zugleich mehr Rücksicht in der heutigen Leistungsgesellschaft: Der ökonomische Druck, die „Ideologien des Haben- und Machen-Müssens“, würden nicht viel Gnade kennen, sagte Bode. Die Gesellschaft sei zu wenig auf das Unverdiente und Zweckfreie ausgerichtet. Durch Habgier, Ungerechtigkeit und Terror werde zudem viel Leben zerstört, ebenso durch den Klimawandel mit seinen katastrophalen Folgen. Die Menschwerdung Gottes, die an Weihnachten gefeiert werde, ermögliche jedoch neue Anfänge und gebe dem Leben eine neue Chance.

Für offene Gesellschaft

Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) warb in seiner Weihnachtsansprache für eine offene Gesellschaft auch in Zeiten der Terrorbedrohung. „Viel zu oft haben uns Nachrichten von Terror und Krieg, von Flucht und Vertreibung, von Nationalismus und Fremdenhass erreicht“, sagte der Präsident des Senats. Weil das so sei, müssten sowohl Staat als auch Bürger wachsam bleiben. Zugleich müssten sich alle weiterhin für eine offene, menschenfreundliche und lebenswerte Gesellschaft einsetzen.

„Wir alle können uns glücklich schätzen, in einer demokratischen Gesellschaft zu leben, deren Grundgesetz die Würde des Menschen unantastbar macht“, betonte er. Die Menschen in vielen anderen Ländern sehnten sich nach diesen Grundrechten sowie nach Stabilität, Wohlstand und Frieden.

Lars Laue
Redakteur
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2059

Weitere Nachrichten:

SPD | Weihnachten | Heiligabend | 1. Weihnachtstag