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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Spielmannszüge trommeln für Nachwuchs

05.12.2019

Oldenburger Land Ob beim Schützenfest, zu Karneval oder in der dunklen Jahreszeit bei Laternenumzügen: Wenn es um traditionelle Feierlichkeiten geht, sind Spielmannszüge mit dabei. Doch immer mehr Züge sind nicht mehr spielfähig. Im Kreis Cloppenburg hat sich vor rund zwei Jahren der Jugend-Spielmanns-Fanfarenkorps Friesoythe auflösen müssen. Das bittere Fazit dort nach mehr als 42 Jahren Bestehen: Es gibt nicht genug Nachwuchs. Auch in Bremen-Nord wird das Problem drängender. Dort gibt es seit Beginn dieses Jahres keinen Zug mehr.

Wie sieht die Situation bei anderen Vereinen in der Region aus? Und was wird gegen den Mangel an nachrückenden Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen unternommen? Ein Blick ins Oldenburger Land:

Fanfarenzug
Vorwärts Elsfleth

„Nachwuchs ist immer Mangelware“, sagt Anke Harapat, Vorsitzende des Fanfarenzugs in Elsfleth in der Wesermarsch. Aktuell zählt der Verein zwischen 25 und 30 Mitglieder. „Wenn alle da sind, ist das schon eine Menge.“ Doch teilweise sind bei Auftritten nur zehn Spielleute dabei. „Das ist knapp.“ Die Saison des Zugs startet um Pfingsten und dauert bis September. Fast jedes Wochenende gibt es Auftritte, manchmal auch mehrere an einem Tag. Im Herbst folgen Erntefest und Kramermärkte. Mittlerweile lehnt sie einige Auftritte ab, sagt Harapat, schließlich nehme jeder Umzug auch Zeit in Anspruch: „Zeit, die heute nicht mehr jeder hat.“

Dennoch bleibt die Vorsitzende zuversichtlich: „Es läuft bei uns.“ Immer wieder kommen Mitglieder dazu. Einmal pro Woche wird geprobt. Der Nachwuchs werde selbst ausgebildet. „Unser jüngstes Mitglied ist fünf Jahre alt und begleitet uns mit der Rassel.“

„Wir haben jedes Jahr eine großangelegte Werbekampagne“, sagt Dieter Cassens, Vorsitzender des Zuges in Jever, mit Blick auf den Nachwuchs. Von September bis November gebe es einen Schnupperkurs für Dritt- und Viertklässler. „Dieses Jahr waren acht Kinder dabei – vier sind geblieben. Das ist richtig gut.“

Insgesamt zählt der Verein zehn Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 16 Jahren sowie 21 Erwachsene. Positiv in diesem Jahr: drei neue erwachsene Mitglieder. Eine Seltenheit, sagt Cassens und fügt hinzu: „Wir sind gut dabei.“ 15 Auftritte absolvierte der Zug in dieser Saison. Mehr sei auch nicht gewünscht. „Wir müssen die Leute auch zusammenbekommen, schließlich wollen wir mit einer guten Truppe antreten.“ 18 bis 20 Mitglieder sollten dafür insgesamt mitlaufen, sagt Cassens: „Noch haben wir keine Probleme.“

Auch in Cloppenburg tut man einiges für den Nachwuchs. „Einmal im Jahr haben wir einen Aktionstag“, sagt die Vorsitzende Lena Sassen. Dabei sollen Jung, Alt und auch Wiedereinsteiger angesprochen werden. „Insgesamt läuft es mal besser und mal schlechter“, sagt sie. Das Problem auch hier: der Kinder- und Jugendbereich. Zwei Jugendvertreter überlegen sich regelmäßig Aktionen, damit die Kinder untereinander besseren Kontakt haben. In diesem Jahr gab es etwa einen Ausflug zur Flughafenfeuerwehr. „Man muss den Kindern heutzutage auch etwas bieten“, sagt Sassen. Dazu zählt auch, dass die Probenzeiten möglichst an die Schulzeiten der Kinder angepasst werden. „Es ist schwieriger geworden, Nachwuchs zu motivieren“, sagt Sassen. Aktuell zählt der Verein zwölf Kinder und Jugendliche sowie 25 bis 30 aktive Erwachsene. Die zahlreichen Auftritte sind gut zu meistern. „Wir sind ganz gut aufgestellt“, sagt sie. Trotzdem: „Es wäre natürlich schön, wenn es noch mehr werden.“

 Showband Rastede

Anders läuft es bei der Showband Rastede im Ammerland. Der Verein zählt mehr als 300 Mitglieder, rund 130 sind aktive Musiker und Tänzer, sagt Vorsitzender Carsten Helms. Seit einigen Jahren gibt es im Verein verschiedene Abteilungen. Den traditionellen Teil übernimmt der Rasteder Spielmannszug mit circa 20 Mitgliedern, sagt Helms. Die größte Abteilung ist mit rund 60 Personen das Hauptkorps „Spirit of 52“, das sich am Stil amerikanischer Marching Bands orientiert. Einmal monatlich trainieren die Mitglieder, die mittlerweile zu Zweidrittel gar nicht mehr vor Ort wohnen, ein ganzes Wochenende lang. „Sie nehmen an nationalen oder internationalen Wettbewerben teil“, sagt der Vorsitzende. Der Fokus liege auf der Show, die eine Geschichte erzähle und großes Interesse sowohl bei den Musikern als auch den Zuschauern hervorrufe.

Eine recht große Nachwuchsabteilung bilden die „Youngstars“ mit rund 35 Kindern und Jugendlichen, die ihre eigene Show auf die Beine stellen. Zudem gibt es das „Alumni-Corps“, das Ehemalige der ganzen Showband zu größeren Anlässen vereint.

„Die wenigsten Zugänge haben wir beim Spielmannszug“, sagt auch Helms. Dort und auch in anderen Bereichen könnten es durchaus noch mehr Mitglieder werden. Dennoch hält er fest: „Wir haben kein Nachwuchsproblem.“

Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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