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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Paare und Skandale

15.12.2011

Vor 200 Jahren, am 21. 11. 1811, erschoss der von den Zeitgenossen verkannte, von Selbstzweifeln zerrissene Dichter Heinrich von Kleist zuerst Henriette Vogel und dann sich selbst. Zusammengeführt hatte das merkwürdige Paar einzig der Wunsch, gemeinsam Suizid zu begehen. Was, fragt Tanja Langer, machen und denken zwei Menschen, die nur der Todeswunsch verbindet, in ihrer letzten Nacht? (Tanja Langer: „Wir sehn uns wieder in der Ewigkeit. Die letzte Nacht von Henriette Vogel und Heinrich von Kleist“, dtv 13981, € 9,90)

Hinter der geheimnisvollen Suleika in Goethes „West-östlichem Divan“ verbirgt sich Marianne von Willemer, eine begabte Lyrikerin, über die man aber wohl kaum etwas wüsste, hätte Goethe nicht Gedichte von ihr in sein eigenes Werk integriert. Dass es zwischen beiden eine Liebesgeschichte gab, ist nicht zu bezweifeln; ob sich die Affäre auf lyrische Ergüsse beschränkte, bleibt freilich auch nach Dagmar von Gersdorffs sensibler Studie dieses ungewöhnlichen Verhältnisses unklar. (Dagmar von Gersdorff: „Marianne von Willemer und Goethe. Geschichte einer Liebe“, it 4059, € 8,95)

Ein Skandal erschütterte 1846 die Londoner Gesellschaft, als die erfolgreiche, aber von einem tyrannischen Vater kujonierte Schriftstellerin Elizabeth Barnett mit ihrem sechs Jahre jüngeren, mittel- und erfolglosen Kollegen Robert Browning nach Italien durchbrannte und ihn dort heimlich heiratete. Der Stadtklatsch wollte wissen, dass „Miss Barnett praktisch vom Totenbett aufgesprungen“ sei, um sich in dies Abenteuer zu stürzen. Wie Elsemarie Maletzke zeigt, kam die Sache freilich nicht so überstürzt, wie die empörte Mitwelt meinte, sondern war durch einen intensiven Briefwechsel vorbereitet worden. (Elsemarie Maletzke: „Eine Liebe in Florenz. Elizabeth Barnett und Robert Browning“, it 3660, € 7,80)

Nach 50-jähriger Ehe teilte Lew Tolstoj seiner Frau in einem inzwischen legendär gewordenen Brief mit, dass er „das Leben in diesen Verhältnissen des Luxus“ nicht mehr aushalte, und verließ fluchtartig das Familiengut. Der vorausgegangene, umfangreiche Briefwechsel lässt erahnen, wie und warum es zu diesem späten Zerwürfnis kam. (Lew Tolstoj/Sofja Tolstaja: „Eine Ehe in Briefen“, it 4086, € 12,95)

Für seine radikal neue Musik wurde Igor Strawinsky 1913 ausgepfiffen, aber die Parfüm- und Modemacherin Coco Chanel erkannte sein Genie. Nach Strawinskys Flucht vor der russischen Revolution kam es zwischen beiden zu einer ebenso delikaten wie komplizierten Affäre. (Chris Greenhalgh: „Coco Chanel & Igor Strawinsky“, btb 74316,€ 10,99)

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