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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Trio-Schlagzeuger: Peter Behrens ist tot

12.05.2016

Wilhelmshaven Er war ein Star der Neuen Deutschen Welle und hat mit Trio in den 80er Jahren Musikgeschichte geschrieben. Später lebte Peter Behrens von Hartz IV und machte als gefallener Star Schlagzeilen. Jetzt ist der Trio-Trommler mit den traurigen Augen im Alter von 68 Jahren in Wilhelmshaven gestorben. Bereits Ende 2014 hatte er einen Schlaganfall, zuletzt sah er zart und abgemagert aus. „Er hatte aber Energie und Lust auf neue Projekte“, sagt Behrens 22-jährige Tochter Morlin Rose, die ihren Vater in seinen letzten Stunden begleitet hat. „Er sollte eigentlich zu mir ziehen. Er war ziemlich einsam.“

Der Musiker, der sich selbst als Trommler bezeichnete, war am Himmelfahrtstag bewusstlos in seiner Wilhelmshavener Wohnung gefunden und ins Krankenhaus gebracht worden. Als Todesursache wurde multiples Organversagen angegeben.

Peter Behrens wurde als unehelicher Sohn 1947 in Sanderbusch geboren und von einer Familie in Varel adoptiert, wo er aufwuchs und eine Ausbildung zum Fotografen machte. Nach dem Wehrdienst, den er zusammen mit Klaus Meine („Scorpions“) absolvierte, begann er ein Lehramtsstudium, das er jedoch abbrach. In der Folgezeit tingelte er als Schlagzeuger mit mehreren Bands durch Norddeutschland. Auch als Clown und Pantomime trat er auf.

An der Seite von Sänger Stephan Remmler und Gitarrist Kralle Krawinkel, der im Februar 2014 an Krebs starb, wurde Behrens bekannt als Schlagzeuger der Großenkneter Band Trio. Zu Trio stieß Behrens aufgrund einer Zeitungsannonce. Auffallend war seine stets einheitliche Kleidung: weißes T-Shirt, weiße Hose, rote Hosenträger und rote Schuhe. Er verzog bei Konzerten keine Miene und wirkte wie der Underdog der Band. „Gerade deshalb flogen ihm die Sympathien des Publikums zu“, sagt Klaus Marschall, Co-Autor von Behrens Autobiografie. „Er hatte einen tollen trockenen Humor.“

Die Band stieg Anfang der 80er kometenhaft auf. Ihre Single „Da Da Da“, die die Neue Deutsche Welle mitbegründete, verkaufte sich weltweit 13 Millionen Mal - nur vordergründig ein Spaß-Song, in seiner Schlichtheit ein geniales Werk. Doch schon vier Jahre später löste sich Trio auf, zu groß waren die musikalischen Differenzen der drei Mitglieder. Weil Behrens an den meisten Kompositionen und Texten nicht beteiligt war, ging er finanziell leer aus. „Ich fiel in ein fürchterliches Loch und habe zehn Jahre Drogen genommen“, erzählte der Trommler.

Nach der Trennung von Trio 1986 war er in Bremerhaven und Wilhelmshaven als Sozialarbeiter tätig und trat als Clown und Pantomime auf. Als Solo-Künstler war er nicht besonders erfolgreich und hatte über viele Jahre mit dem sozialen Abstieg zu kämpfen. Zwischenzeitlich litt er an Alkoholsucht, wie er in seiner 2013 veröffentlichten Biografie „Der Clown mit der Trommel“ einräumte.

Wenn er gefragt wurde, machte er bei diversen Musikprojekten mit. Erfolge blieben aus. „Er war keiner, der die Initiative ergriff“, sagt Marschall. Zu Stephan Remmler hatte der Schlagzeuger lange keinen Kontakt mehr. Erst nach dem Ende von Trio wurde Kralle Krawinkel einer seiner wenigen engen Freunde. Der Tod des Gitarristen 2014 traf Behrens schwer. Sein Verleger Oliver Schwarzkopf sagt: „Peter war der lustigste und traurigste Trommler aller Zeiten.“

In jüngster Zeit hatte Behrens vereinzelt kleine Auftritte in Kneipen in der Region. Am 17. Juni wollte er in Wiefelstede auftreten.

Große Trauer herrscht auch unter den Triologen, den treuesten Fans des Trios. Melanie Otten, Behrens-Vertraute aus Emstekerfeld, sagt: „Uns bleibt die Erinnerung an die schönen gemeinsamen Jahre, die wir mit Peter hatten. Ich werde ihn sehr vermissen.“ Peter Behrens, den sie als zwölfjähriger Fan 1984 bei einem Besuch im Krankenhaus persönlich kennengelernt hatte, sei über viele Jahre ein „richtig guter Freund“ gewesen. Zuletzt hatte sie am 30. April vor seinem Aufrtitt in Tungeln mit ihm gesprochen. Noch am Mittwochabend fährt eine Gruppe Triologen nach Wilhelmshaven, um vor Peter Behrens’ Wohnung ein Foto abzulegen.

Multimedia-Reportage zu Trio

Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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Timo Ebbers Ltg. / Online-Redaktion
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