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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Politiker-Freund in Bedrängnis

13.01.2011

HANNOVER Neulich hat Carsten Maschmeyer für ein Interview in seinem Weinkeller in Hannover extra die Bordeaux-Flaschen vom Gelage am Vorabend stehen lassen. „Wer war denn da?“, fragte ihn die neugierig gewordene Reporterin. „Markus Schächter, der Intendant vom ZDF, unser Oberbürgermeister Stephan Weil und Gerhard Schröder“, zählte Maschmeyer auf. Eine Szene mit Symbolcharakter. Der Gründer des Finanzdienstleisters AWD hat mächtige Freunde – und macht daraus keinen Hehl.

Bundespräsident Christian Wulff verbrachte im vergangenen Jahr seinen Urlaub im Haus von Maschmeyer auf Mallorca. Mit Schröder verbindet den Selfmade-Millionär seit zehn Jahren eine Freundschaft. Maschmeyer und der Altkanzler sind Teil der „Hannover Connection“, einer SPD-lastigen Gruppe von Mächtigen aus Politik, Wirtschaft und Showgeschäft, die sich gerne in Wein- und Bierkellern in der Landeshauptstadt trifft.

Anwälte eingeschaltet

In diesen Tagen bekommt die glänzende Fassade Risse. Maschmeyer steht unter Druck, weil AWD-Berater angeblich jahrelang Kunden übers Ohr gehauen haben sollen. Eine ARD-Reportage behauptet, dass der Lebenspartner von Schauspielerin Veronica Ferres sein beträchtliches Vermögen auf dem Betrug von Tausenden von Kleinanlegern aufgebaut haben soll. „Der Drückerkönig und die Politik. Die schillernde Karriere des Carsten Maschmeyer“, so lautet der Titel.

Auch Wulff und Schröder dürften den Film mit Unbehagen sehen.

Maschmeyer, der den AWD 2007 verkaufte, über seine Anteile am Neueigentümer Swiss Life aber weiter davon profitiert, hält die Vorwürfe für ungerecht. „Hunderttausende haben viel mehr Rendite als erwartet“, betonte er in besagtem Interview im Weinkeller. Doch jetzt lässt Maschmeyer offenbar lieber seine Anwälte sprechen, allen voran den Hamburger Anwalt Matthias Prinz. Der warnte nicht nur den Intendanten des NDR, sondern gleich die Intendanten aller ARD-Sender vor der Ausstrahlung des Films. Beim NDR reagierte man empört. Das Stück wurde vorab sicherheitshalber nur in kleinem Kreis gezeigt, um juristische Schritte vor dem Sendetermin zu erschweren.

Womit der Bogen zur „Hannover Connection“ geschlagen wäre. Denn der Film unterstellt Maschmeyer auch, dass er sein politisches Netzwerk geknüpft hat, um bei Kunden um Vertrauen zu werben. Mit Wulff, Schröder und ihren Frauen auf Fotos lächeln – das wirkt. Der Film bringt Ex-Arbeitsminister Walter Riester und Politikberater Bert Rürup ins Spiel, Wegbereiter von mehr privater Altersvorsorge im Rentensystem. Der AWD profitierte davon.

Trinken und Reden

Zur „Hannover Connection“ gehören auch SPD-Bundeschef Sigmar Gabriel, Scorpions-Sänger Klaus Meine und der Promi-Anwalt Götz von Fromberg, in dessen Keller sich die illustre Herrenrunde gerne zum Tischfußball, Trinken und Reden trifft. Von Fromberg ist auch Anwalt der Rockerbande Hells Angels, die in Hannover das Amüsierviertel Steintor kontrolliert. Bei vielen löst diese Verbindung Kopfschütteln aus.

Zum Netzwerk gehört auch Bela Anda, früherer Regierungssprecher von Schröder und jetzt AWD-Kommunikationschef.

Marco Seng Redakteur / Reportage-Redaktion
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