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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Polizei lässt Leichen ausgraben

13.03.2015

Oldenburg /Ganderkesee Der kleine Bagger auf dem Friedhof in Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) gräbt seine Schaufel immer tiefer in die Erde. Männer, die um das Grab herumstehen, halten sich Tücher vor ihre Gesichter. Der Anblick der Verstorbenen, die an diesem sonnigen Donnerstagvormittag aus ihren Gräbern geholt, in Leichenwagen getragen und in die Gerichtsmedizin gefahren werden, lässt sie erstarren.

Insgesamt acht Leichen werden auf der Ruhestätte im Ganderkeseer Ortskern exhumiert. Alle waren im Klinikum Delmenhorst verstorben. Dort, wo der Todespfleger Niels Högel von 2003 bis 2005 gearbeitet und nach eigenen Angaben 90 Patienten eine Überdosis des Herzmedikaments Gilurytmal gespritzt hatte. Am 26. Februar wurde der 38-Jährige vom Landgericht Oldenburg wegen zweifachen Mordes, zweifachen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung an Patienten im Klinikum Delmenhorst zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Doch es könnten noch weit mehr Todesfälle auf das Konto des gebürtigen Wilhelmshaveners gehen. Im Prozess hatte Högel gestanden, sogar für den Tod von bis zu 30 Patienten verantwortlich zu sein.

Die Ermittlungsbehörden überprüfen derzeit mehr als 174 Sterbefälle im Klinikum Delmenhorst, die in die Dienstzeit von Niels Högel fielen und in denen die Verstorbenen erdbestattet wurden. In bisher zwölf Fällen ist der Todeseintritt nach Auffassung des Gutachters nach dem Krankheitsverlauf nicht plausibel. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg und die Sonderkommission (Soko) „Kardio“ gehen dem Verdacht nach, dass der Tod der Patienten auf eine Verabreichung des Medikamentes Gilurytmal zurückzuführen ist.

Am Donnerstag wurden in Ganderkesee zunächst zwei Leichen exhumiert. Weitere sechs sollen folgen. Laut Soko-Sprecher Stephan Klatte werden die Leichen noch am selben Tag gerichtsmedizinisch untersucht und wieder beerdigt. Mit Untersuchungsergebnissen sei erst in mehreren Monaten zu rechnen. Sind die Exhumierungen in Ganderkesee abgeschlossen, folgen weitere Leichen-Ausgrabungen in der Region. Zur Zahl und zu den Orten wollte Klatte sich nicht äußern.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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