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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Rockröhre mit Leidenschaft

30.08.2013

Rhauderfehn /Oldenburg Es muss nicht die glamouröse Umgebung sein, um Erfolgreiches zu produzieren im Musikgeschäft. Das berühmte Sound City Studio liegt an einem heruntergekommenen Parkplatz am Rande von Los Angeles, das Muscle Shoals Sound Studio mitten im Nichts von Alabama – sie boten trotzdem beste Bedingungen, dass Superhits entstehen konnten. Zwei Beispiele von vielen, zu denen sich nun das Soundlodge Studio gesellen könnte. Das steht zwar nicht in den USA, sondern in Rhauderfehn im Landkreis Leer, aber bewiesen ist ja bereits: Provinz schützt nicht vor Hitproduktion.

Aufnahme im Norden

In dieser Beziehung tut sich in Rhauderfehn gerade Besonderes: Michaela Eichhorn spielt hier ihr neues Songalbum ein. Michaela Eichhorn? Nun, im Nordwesten mag die Hardrock-Sängerin mit dem Künstlernamen Ela Roxx oder kurz und knapp Ela ziemlich unbekannt sein, im Süden dagegen ist die Karlsruherin seit längerem eine Größe. Und nun hat es sie aus Baden-Württemberg in die ostfriesische Weite, direkt am Hauptfehnkanal, verschlagen. „Musik“, sagt sie, „kann doch überall entstehen.“ Und weil der bekannte Oldenburger Gitarrist Detlef „Dethy“ Borchardt für den richtigen Ton auf Elas neuer CD verantwortlich ist, wird die Wahl des Aufnahmeortes endgültig verständlich.

„Nein, Rhauderfehn kannte ich bisher nicht und den Fehnkanal schon gar nicht“, lacht die Frau mit dem für hiesige Ohren fröhlich-freundlichem Badenser Dialekt. Und sie wird, wenn die Aufnahmen beim Hardrock-Spezialisten Soundlodge abgeschlossen sind – mit dabei sind noch die Oldenburger Markus Brinkmann (Bass) und Jan-Christian Halfbrodt (Orgel) sowie der Rhauderfehner Schlagzeuger (und Studiobesitzer) Jörg Uken – die ostfriesische Weite kaum genauer kennen. Die konzentrierte Arbeit an einem potenziellen Erfolgsalbum findet im geschlossenen Raum statt.

International hoffähiger Hardrock ist schließlich weit mehr als nur Verstärker aufdrehen und auf Instrumente eindreschen. „Ich arbeite seit etwa sieben Monaten an der Vorbereitung dieser CD“, meint Ela in einer Aufnahmepause. Zunächst allein an den Texten, dann zusammen mit Dethy am gesamten Song. Da bleibt für Tourismus keine Zeit.“

Stattdessen wird jedem Detail eine Menge Aufmerksamkeit gewidmet. Ein Musikstück entsteht heute nur noch selten nach dem Motto „Wir spielen das ganze Stück so lange komplett durch, bis alles passt.“ Digitale Technik ermöglicht es, selbst an kleinsten Strukturen in der Strophe oder im Refrain zu werkeln, lässt die Instrumentalisten fast einzelne Töne nachträglich korrigieren. Dennoch klingt das Ergebnis am Ende nicht nach zufälligem Puzzle, sondern nach einem perfekt aufeinander abgestimmten Lied.

Frühe Einflüsse

„Hard & heavy, aber melodisch“ - so ist die Rockmusik einzuordnen, die Ela dieser Tage am Hauptfehnkanal einspielt. Im Jahr 2004 tauchte sie erstmals im Rampenlicht auf, als sie als Sängerin der Band Com N Rail die CD „Out Of My Universe“ für das führende Musiklabel Sony/BMG aufnahm. 2008 folgte das erste Soloalbum „Passion“ mit den Singlehits „After the rain“ und „Bleed“. Im Jahr darauf wurde mit der CD „Make My Day“ der Erfolg wiederholt. Und er soll möglichst weiter gesteigert werden, durch die Karlsruher/Oldenburger Kooperation in Rhauderfehn. Arbeitstitel des Projekts: „Mr. Mayhem“ (Borila Records).

Es ist also durchaus korrekt, die Frau, die schon ihre frühen musikalischen Einflüsse im Hardrock verortete („Ich war immer für Europe und nie für Rick Astley“), als deutsche Rocklady zu bezeichnen – was sie in eine Reihe stellt mit Stars wie Inga Rumpf, Jutta Weinhold oder Doro Pesch. „Gute Namen, aber ich bin lieber ich selbst“, meint Michaela Eichhorn und belegt dies mit ihren aktuellen Aufnahmen.

Das Muskelspiel harter Rockklänge untermalen Songs wie „Rock’n’Roll Heroes“, „King of Lies“ oder „In domino patres“, in denen sich Ela an verstorbenen Rockhelden, öffentlichen Lügnern und Religionen abarbeitet. „Ich setze mich mit meiner Welt auseinander, und das schlägt sich in meinen Texten nieder.“ Schon während sie die Worte eines Songs aufschreibt, formuliert sie ihre musikalischen Einfälle dazu: Hart oder soft, schnell oder stimmungsvoll – Ela ist da variabel, und Borchardt setzt ihre Variationen in Töne um. „Wir können das überall machen, im Studio oder daheim auf dem Balkon – die Ideen sind da“, meint er.

Ihr stimmliches Vermögen, das drei Oktaven umfasst, nutzt die Rocksängerin zudem, um Erfolgsstücken anderer Musiker ein ganz neues Gewand zu verpassen. Den Popsong „It’s a sin“ von den Pet Shop Boys hat sie sich für die neue CD ebenso vorgenommen wie die Ballade „The flame still burns“ aus dem Film „Still Crazy“ - passenderweise ein Streifen über den Erfolgsweg einer Hardrockband.

Album im Frühjahr

Im November werden die fertigen Bänder nach Dänemark zur endgültigen Abmischung geschickt, und im Frühjahr 2014 ist die Veröffentlichung der neuen CD von Ela Roxx vorgesehen. Bis dahin wird fleißig getourt. Sängerin, Musiker und Produzenten müssen danach abwarten, ob sich ihr – künstlerisches und finanzielles – Engagement ausgezahlt hat. Die konzentrierten und zugleich lockeren Aufnahmesitzungen im Studio jedenfalls haben die Grundlage für Erfolg gelegt.

Klaus Fricke
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