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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

„Status Quo“-Star schickt Gitarre nach Rastede

05.12.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-21T21:35:32Z 280 158

Rock Und Tierliebe:
„Status Quo“-Star schickt Gitarre nach Rastede

Rastede/Lingen Klaus Meyer ist kein Mann, der zur Aufgeregtheit neigt. Der 55-Jährige leitet die Wildtierauffangstation in Rastede (Landkreis Ammerland) und ist es gewohnt, auch in schwierigen und komplizierten Situationen, Gelassenheit zu bewahren und ruhig und besonnen zu handeln.

In der vergangenen Woche war es jedoch vorbei mit der Gelassenheit. Der lebenserfahrene Mann war plötzlich aufgeregt wie ein Schuljunge vor dem ersten Treffen mit der Freundin. Immer wieder ging sein Blick zum Telefon, schaute er nach neuen SMS-Nachrichten, überprüfte die eingegangenen E-Mails, wartete auf die eine, vage in Aussicht gestellte Mitteilung.

Am späten Freitagnachmittag war es dann soweit: Klaus Meyer bekam die ersehnte E-Mail vom Management der legendären Rockgruppe „Status Quo“, dass er herzlich eingeladen sei, sich am Sonnabend am Rande eines Konzerts der Gruppe im emsländischen Lingen mit Rick Parfitt, einem der Frontmänner der Band, zu treffen. Er solle sich an der Abendkasse melden, dort werde ihm dann ein „Meet-and-Greet-Pass“ ausgehändigt – und dem Treffen mit Rick stehe dann nichts mehr im Wege. Einer der Sicherheitsleute werde ihn zur Garderobe des Rockstars in der Emsland-Arena bringen.

Ganz besonderer Moment

Für Klaus Meyer, den besonnenen Mann der Wildtierstation in Rastede, war das ein ganz besonderer Moment. Seine Gefühle schwankten zwischen Freude und Jubel auf der einen, aber auch ungläubigem Staunen auf der anderen Seite. Wie war das möglich? Seit Jahrzehnten ist er Fan der kultigen Rockband, die Musik der Gruppe hatte ihn durch das ganze Leben begleitet, so ziemlich alles, was es an Schallplatten oder CDs von „Status Quo“ gab, hat er gesammelt, kaum ein Konzert der Band im Norden Deutschlands versäumt. Und jetzt war er Ehrengast und zum persönlichen Gespräch eingeladen!

Es blieben allerdings bange Fragen: Würde tatsächlich alles so wie angekündigt funktionieren? Wie stark konnte er sich auf die Zusage verlassen? Gelten für Rockstars nicht andere Regeln? Konnte das Treffen etwa durch reine Launenhaftigkeit noch platzen?

Egal – Klaus Meyer dachte ein Jahr zurück. Damals hatte die unglaubliche Geschichte angefangen. Es war auf der Vintage-Guitar-Show im Oldenburger Schulzentrum Flötenteich. Eine Veranstaltung, die es seit 1985 gibt und die als eine Art Mekka der Gitarrenwelt gilt. Musiker, Sammler und Liebhaber der Instrumente (vorwiegend der 50er bis 70er Jahre) treffen sich dort, kaufen, verkaufen, fachsimpeln und pflegen Kontakte. Dort kommt Klaus Meyer mit Wayne Morris in Kontakt. Irgendwie kommen sie auf „Status Quo“ und Rick Parfitt zu sprechen. Der aus Hamburg angereiste Wayne Morris erzählt, dass er selbst Musik mache, schon einen Song für „Status Quo“ geschrieben habe und mit dem Frontman der Band, Rick, befreundet sei.

Klaus Meyer ist begeistert, erzählt, wie wichtig ihm seit den 70er Jahren die Band sei (überhaupt sei damals die Musik besonders gut gewesen), und berichtet, dass es für ihn, den gelernten Elektriker, zwei wichtige Dinge im Leben gegeben habe: Musik und Tiere. Wayne Morris hört interessiert zu und lässt sich besonders genau die Geschichte der Wildtierauffangstation in Rastede erzählen, eine Tierschutz-Geschichte der ganz besonderen Art, häufig mit Happy-Ends versehen – etwa, wenn der halb verhungerte Fischadler, der sich an den Ahlhorner Fischteichen in einem Zaun verfangen hatte, wieder aufgepäppelt und freigelassen werden konnte.

Klönschnack mit Folgen

Der Klönschnack am Oldenburger Flötenteich hat Folgen. Selbstverständlich hatte Klaus Meyer seinem Gesprächspartner Info-Material über die Wildtierauffangstation mitgegeben und – ganz allgemein – eine Einladung ausgesprochen. Monate später meldet sich Wayne Morris wieder und berichtet, dass die Gruppe ganz begeistert von Meyers Tierschutz-Arbeit sei. Zwar werde es mit einem Besuch in absehbarer Zeit nicht klappen, aber ein besonderes Geschenk werde noch in diesem Jahr in Rastede eintreffen…

Vor wenigen Wochen war es dann soweit: In Rastede traf – mit besten Wünschen für die Arbeit der Station – ein Paket mit einer E-Gitarre ein. Darauf die Autogramme von Rick Parfitt, Francis Rossi, Andrew Brown, John „Rhino“ Edwards und Leon Cave.

Und dann die Einladung zum Gespräch nach Lingen. Die Aufregung dauerte bis zuletzt. Gemeinsam mit Frau Cordula und Sohn Manuel macht sich Klaus Meyer auf den Weg, erhält in Lingen den „Meet-and-Greet-Pass“, wartet, während die Vor-Band spielt, ungeduldig an einer speziellen Stelle im Publikum – und wird dann rechtzeitig vor dem Auftritt von „Status Quo“ in die Garderobe von Rick gebracht. Dort überreicht er dem Musiker als Dankeschön einen Stoff-Falken, man plaudert über Tierschutz, macht Erinnerungsfotos – und am Ende gibt’s ein wunderbares Konzert der Rock-Legenden.