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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Warum diese Oldtimer-Corvette ganz viel Liebe braucht

25.06.2018

Sande „Ich möchte wieder mit meiner Corvette fahren.“ Sigrid Zibell steht auf dem großen Parkplatz neben ihrem Haus in Sande in Friesland. Die schwarze Corvette blitzt und blinkt in der Sonne. An den vier leicht rostigen Chromfelgen ist jeweils ein Totenkopf mit rot funkelnden Steinchen in den Augen angebracht.

Katze Hanna streicht umher, springt auf den Beifahrersitz und schnurrt selig. Neben dem Rückspiegel baumelt eine Elvis-Figur. Die tiefroten Ledersitze sind noch original, haben Patina. Das ebenfalls rote Lenkrad ist abgegriffen – authentisch.

„Mein Mann ist im Winter gestorben – er hat sich immer um das Auto gekümmert. Ich habe von Technik leider keine Ahnung“, sagt Sigrid Zibell. 2003 hat sie den Wagen gekauft. Der Vorbesitzer kommt aus der Nähe von Leipzig.

„Ich habe die Corvette ersteigert“, erzählt die 65-Jährige. Um 1,23 Euro überbot sie einen Händler. Rund 8300 Euro zahlte sie damals für die Corvette. Nun steht die C3 seit mindestens vier Jahren in der Garage.

Zeitgemäße Änderungen

Tipps vom Experten – und so geht es weiter

„Wer einen Oldtimer hat, sollte diesen regelmäßig bewegen“, sagt H-Team-Experte Thorsten Klang. „Das Fahrzeug sollte nicht nur in der Garage stehen, sondern rund alle zwei Wochen 10 bis 20 Kilometer gefahren werden.“ Denn: „Wenn es zu lange steht, können sich zum Beispiel die Bremsen festsetzen“, sagt der Kfz-Gutachter. Außerdem rät er: „Wenn man ein Oldtimer kaufen möchte und selbst keine technischen Kenntnisse hat, sollte man Rat beim einem Kfz-Sachverständigen suchen.“ So ein Gutachten koste rund 200 Euro.

In der vergangene Folge berichteten wir von dem undichten Wintergarten von Leserin Dana Löhr aus Oldenburg. Experte Hajo Kurras hatte die Ursache schnell entdeckt und eine Lösung parat. Dabei hielten sich auch die vom Fachmann geschätzten Kosten im Rahmen.

In der nächsten Folge lesen Sie von Dagmar Haffke und ihrer defekten Beetbeleuchtung, die den Strom im ganzen Haus lahmlegte. Doch Expertin Carina Harders hat die Lösung.

„Ich will fahren, ohne Angst zu haben, dass ich liegen bleibe“, sagt Sigrid Zibell und blickt auf ihr Gefährt. Mit lautem Brummen springt der amerikanische Sportwagen noch an. „Das Auto bedeutet mir viel und drückt die Gemeinsamkeit mit meinem Mann aus“, sagt sie leise. „Wir waren zusammen auf vielen US-Car-Treffen – das war eine tolle Zeit“, meint sie und fügt fast flüsternd hinzu: „Das fehlt mir sehr.“

Hier kommt das H-Team von der NWZ und der Handwerkskammer ins Spiel. „Wir haben hier ein Corvette mit einer Erstzulassung von 1979 – einen klassischen Oldtimer“, sagt Kfz-Gutachter Thorsten Klang. Und: „Es ist ein Targa-Modell, also mit abnehmbarem Dach.“ Soweit erkennbar sei sie im Originalzustand. „Die Veränderungen, die vorgenommen wurden, sind zeitgenössisch.“ Das bedeute, dass es die Ersatzteile auch 1979 schon gegeben habe. „Somit könnte sie ein H-Kennzeichen bekommen“, weiß der 57-Jährige.

Sehr lange gestanden

„Das Problem ist, dass das Auto lange Zeit nur gestanden hat“, sagt Thorsten Klang. Somit habe es sogenannte Standzeitschäden. „Diese müssen behoben werden.“ Der H-Team-Experte schaut sich zunächst die Papiere an und kontrolliert den Kühlwasserstand. „Da fehlte etwas Wasser, das habe ich aufgefüllt“, sagt er. Auch das Motoröl checkt er und schaut sich den Innenraum an. „Die Embleme habe ich alle direkt in Amerika bestellt“, sagt Sigrid Zibell stolz und zeigt auf das Lenkrad. Der Gutachter ergänzt: „Das Auto hat als Aufbau eine Kunststoffkarosserie – die kann nicht rosten.“

Sigrid Zibell schwelgt in Erinnerungen. „Mit meinem verstorbenen Mann war ich viel unterwegs.“ Das Auto bedeute auch Erinnerung an ihn. „Wir haben uns damals viel in der Szene bewegt, waren in einem US-Car-Club und sind zu Treffen bis nach Österreich oder Holland gefahren“, erzählt sie.

Plötzlich wirkt Thorsten Klang kurz unruhig. Der Vergaser ist undicht. Kraftstoff tritt aus und breitet sich oben auf den Zylinderköpfen aus. „Wir können den Wagen nicht mehr laufen lassen – schlimmstenfalls könnte er anfangen zu brennen“, sagt der Experte. „Das muss dringend gemacht werden.“

Und wie hoch ist der geschätzte Schadensaufwand? „Eine Vergaserreparatur mit Dichtsatz kostet um die 400 bis 500 Euro“, schätzt er.

Bremsanlage prüfen

Auch die Bremsanlage müsste überprüft werden. „Das kostet je nach Aufwand zwischen 700 und 800 Euro“, sagt er. Außerdem müsste die Corvette auf eine Hebebühne, um sie von unten zu inspizieren, rät der Experte. Trotzdem: „Das Auto hat eine gute Grundsubstanz“, sagt Thorsten Klang, der den Wert des Autos auf 15 000 bis 20 000 Euro schätzt.

Die Einschätzung und das Erstellen der Reparaturliste durch das H-Team sind für die NWZ-Leser kostenlos. An den Reparatur- und Materialkosten beteiligt sich die NWZ zudem mit 200 Euro.

„Ich lasse das auf jeden Fall machen“, sagt Sigrid Zibell. „Ich will das Auto ja wieder fahren – das macht ja auch Spaß“, sagt sie und lacht. „Mein größter Wunsch im Moment ist es, Mitte Juli zu einem Treffen in Ostfriesland zu fahren. Da kenne ich noch ein paar Leute. Das wäre toll.“

Ellen Kranz
Redakteurin
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2051
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