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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Ist sie Deutschlands schönste Frau?

01.10.2019

Sandkrug Tatjana Jünger läuft bei der Arbeit immer in Turnschuhen herum. Die Physiotherapeutin aus Sandkrug im Kreis Oldenburg fühlt sich in den flachen Schuhen einfach wohl. „Mein größter Feind sind hohe Schuhe“, sagt die 51-Jährige.

Und dennoch wird sie demnächst in Pumps durch die Gegend stöckeln. Zumindest für ein paar Tage. Denn: Die zweifache Mutter nimmt am 25. Oktober an der Wahl zur Miss 50 plus Germany teil. Drei Tage dauert die Veranstaltung inklusive der Probentage, die in diesem Jahr in Harsewinkel bei Gütersloh stattfinden wird. „Das wird der Horror – ich werde einen Koffer voll mit Blasenpflastern einpacken“, sagt sie und lacht.

Bereits seit Mitte Mai darf sich Tatjana Jünger Miss 50 plus Norddeutschland nennen. Bei einem Vorentscheid im Famila-Einkaufsland in Oldenburg-Wechloy setzte sie sich gegen 14 andere Teilnehmerinnen durch. „Es hat wirklich viel Spaß gemacht – das steht für mich immer an erster Stelle“, sagt die Physiotherapeutin, die seit 1995 gemeinsam mit ihrem Mann Stefan eine eigene Praxis betreibt.

Doch wie kam sie zur Miss-Wahl? „Ich wollte schon als junge Frau immer etwas mit Mode und Laufsteg zu tun haben, aber es hat irgendwie nie in meinen Alltag gepasst.“ Nach ihrer Ausbildung bekam die gebürtige Berlinerin ihre heute 20-jährige Tochter und ihren nun 16-jährigen Sohn. „Ich war ein schüchternes Mäuschen – trotzdem hat mich das Thema gereizt.“

Positive Reaktionen

Früh sammelte sie erste Bühnenerfahrungen. „Die Philharmonie und die Deutsche Oper waren quasi mein Kinderzimmer.“ Ihr Vater sei als Lehrer gut an Karten gekommen: „Wir waren wirklich oft dort.“ Und das nicht nur als Zuschauer: „Mit acht Jahren stand ich zum ersten Mal in der Statisterie auf der Bühne der Deutschen Oper.“ Inklusive weißer Perücke, Kostüm und Lackschuhen. „Das war ein irres Gefühl. Es war einfach schön, auf der Bühne zu stehen.“ Immer wieder hatte Tatjana Jünger im Laufe der Zeit kleine Modeljobs in Modezeitschriften. 1989 etwa in der „Für Sie“ oder 2009 in der „Brigitte Woman“. „Das hat Spaß gemacht, aber ich habe mich nie konsequent dahintergeklemmt. Der letzte Biss hat gefehlt.“

Vor ein paar Jahren erfuhr sie von der Wahl zur Miss 50 plus, verfolgte den Wettbewerb. Im vergangenen Jahr wollte sie schon einmal an der Misswahl teilnehmen, doch ein Familienurlaub in Griechenland kam dazwischen.

Nun ist Tatjana Jünger eine gekürte Miss mit Schärpe. Die Reaktionen? „Hier in Sandkrug war das schon Ortsgespräch“, sagt sie. „Es wurde über die Straße gratuliert – auch von Leuten, die mich nicht so gut kannten.“ In der Praxis wurde ebenfalls gescherzt: „Die Patienten haben gefragt, ob ich sie nun mit Schärpe behandeln würde.“

Wunschtraum erfüllen

Das nicht, dafür trug sie das Band bei zwei öffentlichen Auftritten: Im Sommer war sie auf „Fokkis Weidenfest“ in Oldenburg-Bümmerstede, „ein toller Abend“, wie sie sagt. Auf einem Familienfest in Sandkrug verteilte sie bei einem kleinen Auftritt Medaillen an Fußball-Jungs.

Gibt es auch Gegenwind? „Es gab bestimmt auch Menschen, die das nicht toll finden, aber das perlt an mir ab. Mittlerweile habe ich eine Gleichgültigkeit gegenüber dem, was andere Menschen denken“, sagt Tatjana Jünger. Eine Einstellung, die erst mit den Jahren und mehr Lebenserfahrung gekommen sei. „Früher habe ich viel mehr Wert auf die Meinung anderer Menschen gelegt.“ Heute erfülle sie sich ihren Wunschtraum. Ihre Botschaft lautet: „Macht das, was euch glücklich macht.“

Dabei findet sie es schade, dass in der Werbung und auch bei Modenschauen immer noch größtenteils jüngere Frauen zu sehen seien. „Uns gibt es auch – wir sitzen nicht im Schaukelstuhl und stricken“, sagt sie und lacht. Und: Im Gegensatz zu der Generation ihrer Mutter könnten die Frauen das heutzutage auch ausleben.

Funktion als Vorbild

Am 25. Oktober steht nun die Wahl zur deutschlandweiten Miss 50 plus an. Ziele? „Jede Frau, die mitmacht, träumt davon, unter die Top 5 zu kommen. An alles weitere wage ich gar nicht zu denken“, sagt Tatjana Jünger. Ein Abendkleid hat sie schon herausgesucht. Es muss nur noch gekürzt werden. Mehr Vorbereitung benötigt es kaum. Gesunde Ernährung und viel Bewegung – Tanzen, Tennis spielen oder E-Mountainbiken – gehören bei der Sandkrugerin zum Alltag. „Als Physiotherapeutin habe ich eine Vorbildfunktion.“

Zur Unterstützung werden ihre Familie sowie ihre besten Freundinnen nach Harsewinkel mitkommen. Und spätestens, wenn dann die Scheinwerfer strahlen, ist die Angst vor den hohen Schuhen – zumindest für ein paar Minuten – vergessen.

Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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