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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Virtueller Gottesdienst Aus Schillig: Von Freundschaft und Vertrauen – trotz geschlossener Türen

28.03.2020

Schillig Die Sonne scheint durch die Fenster hoch oben in der Kirche am Meer, der St. Marien-Kirche zu Schillig. Lars-Jörg Bratke, Pfarrer der katholischen Kirche Wangerland, trägt eine violette Stola über seinem Messgewand, die Farbe der Fastenzeit.

Er seht am Pult und beginnt seine Predigt.

Die Predigt

(Predigt zu Johannes 11, 1-45)

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Spricht die Predigt: Pfarrer Lars-Jörg Bratke (Bild: Martin Remmers)

„Liebe Leserinnen und Leser!

Freundschaft und Vertrauen, Leben und Tod. Das sind die Themen des Evangeliums vom fünften Sonntag in der Fastenzeit. Der Evangelist Johannes erzählt uns davon, wie Jesus seinen verstorbenen Freund wieder zum Leben erweckt.

Freundschaft und Vertrauen, Leben und Tod.

Das sind Themen, die unsere Existenz, unser Leben in seiner Tiefe ausloten und uns unmittelbar angehen.

Wir müssen uns anfreunden, befreunden – Freundschaft ist ja eine Spielart, ein Gesicht der zahlreichen Fassetten der Liebe. Manche Freundin begleitet Dich länger, als eine Beziehung gehalten hat. Dem Freund gegenüber bist Du, wie Du nun einmal bist, da hilft kein Tarnen und Täuschen – muss auch gar nicht sein, hast Du nicht nötig. Er kennt Dich ja eh. Mit Freunden teilst Du heute Leben, Lachen, Lieben, Weinen so selbstverständlich wie damals die letzten fünf Mark Taschengeld (heute circa 2,50 Euro). Die halten Dich im Sturm und halten Dich aus, und heute brauchst Du sie besonders per Mail, Twitter, Sms, WhatsApp, I-Message, auf Skype, am Telefon oder so, weil Du sonst per Kontakteinschränkung zu veröden drohst.

Vertrauen schafft Freundschaft und gibt Sicherheit – gerade in Krisenzeiten. Gut, denen vertrauen zu können, die jetzt gerade die Geschicke unseres Landes und der Menschen hier lenken. Ich halte mich an Bestimmungen und Gesetze, wenn ich weiß, dass sie vertrauenswürdig und sinnvoll sind!

Wie wichtig Vertrauen für die Liebe ist, weiß jeder. Da ist Vertrauen guter Boden, auf dem sie gedeiht und wächst. Und dass angeknackstes Vertrauen ganz schwer nur wieder zu kitten ist, haben alle schon erlebt. Das griechische Wort für Vertrauen übersetzen wir heute meistens mit Glauben – Vertrauen ist Glaube, Glaube ist Vertrauen. Wer sagt, dass er Dir glaube, vertraut Dir. Und an Gott zu glauben, ist keine Vermutung, sondern Vertrauen, das aus Tiefenschichten unseres Wesens aufsteigt.

Leben und Tod. Geborenwerden und Sterben das sind die augenfälligsten Grenzen unseres Daseins. Alles davor und alles danach ist unseren Augen, abgesehen von Ultraschall und Plastination, weitgehend verborgen. Es ist ein Geheimnis um unser Kommen und Gehen, das wie Freundschaft und Vertrauen den tiefsten Schichten unseres Fühlens innewohnt. Jeder kennt die Freude über eine Geburt und die Traurigkeit, wenn ein Mensch stirbt.

Freundschaft, Vertrauen, Leben und Tod.

Jesus ist mit Martha, Maria und Lazarus aus Bethanien befreundet.

Er hat diese drei Menschen von Herzen lieb.

Lazarus, der Bruder und Freud ist gestorben.

Jesus ist maßlos traurig darüber und weint.

Maria und Martha vertrauen Jesus überlebensgroß, über den Tod hinaus

Maria kann sogar sagen: „Ich glaube!“

Jesus ist die Auferstehung und das Leben,

wer an ihn glaubt wird über das hinaus Leben haben, was wir Leben nennen, ewig.

Das erfahren Martha, Maria und Lazarus am eigenen Leib und im Wortsinn, wenn Jesus den Verstorbenen beim Namen ruft: „Lazarus, komm heraus!“

Wahnsinn! Als Kind, wenn es einen Jesusfilm zu sehen gab, habe ich mich bei dieser Szene, der Auferweckung des Lazarus, immer richtig gegruselt.

Heute verstehe ich das immer noch nicht ganz, bin dem Geheimnis nicht wesentlich nähergekommen oder etwa weiser. Ich denke nur anders darüber und es fühlt sich anders an. Ich spüre Freundschaft, Vertrauen und einen, der weil er selbst gestorben und auferstanden ist, Herr ist über Leben und Tod.

Ich spüre, dass Jesus mich lieb hat wie Martha, Maria und Lazarus und vertraue ihm im Leben und im Sterben und darüber hinaus. Er ist ja schließlich mein Freund!

Freundschaft, Vertrauen, Leben und Tod!

Jemand, mit dem ich auch gerne befreundet gewesen wäre, Rose Ausländer, soll dazu das letzte Wort haben, weil ich’s nicht schöner sagen kann:

,Wir wohnen

Wort an Wort

Sag mir

dein liebstes

Freund

meines heißt

DU’“

Das Lied

Trau Dich, warum. (Text Peter Schallenberg / Musik: Peter und Michael Blaschke)

Singt das Lied: Organist Fabian Thomas mit Pfarrer Lars-Jörg Bratke (Bild: Martin Remmers)

Trau Dich! Warum?

Trau Dich, weil Jesus spricht. Wovon?

Weil Jesus spricht von Deiner Kunst zu trauen.

Trau Dich und lebe! Warum?

Trau Dich, weil Jesus heilt. Wovon?

Weil Jesus heilt von Deiner Angst vor Leben.

Trau Dich und glaube! Warum?

Trau Dich, weil Jesus glaubt. Woran?

Weil Jesus glaubt an Deine Liebe zu ihm.

Trau Dich und sterbe! Warum?

Trau Dich, weil Jesus starb. Wofür?

Weil Jesus starb für Dich und Dein Leben.

Trau Dich! Warum?

Trau Dich, weil Jesus spricht. Wovon?

Weil Jesus spricht von Deiner Kunst zu trauen.

Das Gebet

„Gott,

Du Geheimnis und Liebhaber unsers Lebens,

Meer, in das unser Vertrauen mündet –

ob Rinnsal oder breiter Strom.

Du befreundest uns mit Dir durch Jesus,

der durch Leben und Tod,

durch Dick und Dünn,

durch alles hindurch mit uns geht.

Dafür danken wir Dir

und bitten für alle,

die uns befreundet sind,

für die, die wir lieb haben,

um die wir uns sorgen,

und für die, mit denen es schwer ist.

Für alle, die sich als Freunde des Lebens einsetzen für andere,

für alle, bei denen wir noch einkaufen können

und für alle, die Tag und Nacht ihren Dienst tun

als Handlanger Deiner Liebe und Freundschaft.

Mach, Du Lebensfreund, unser Vertrauen stark,

die Hoffnung fest, den Glauben hell.

Lass den Verstorbenen das Licht des Lebens leuchten

und für sie in Erfüllung gehen, woran sie geglaubt haben.

Mit Jesus beten wir zu Dir: Vater unser im Himmel…“

Video

Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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