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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

HANDWERK: Singende Galionsfigur für Kellys

15.02.2006

HARRIERSAND Das Ehepaar Hartmann arbeitet seit einem Jahr an der Figur für Joey Kellys Boot. Die Dame ähnelt der Schöpferin.

von Boris butschkadoff HARRIERSAND - Ihre Werke gelten als Fingerabdruck traditioneller Segelschiffe . Ob „Khersones“, „Sedov“ oder „Peace“ – die Liste der Windjammer, die mit einer Galionsfigur von Claus und Birgit Hartmann am Bug die Weltmeere durchpflügen, ist lang. Doch nun steht das Bildhauerehepaar von der idyllischen Weserinsel Harriersand (Kreis Osterholz) vor einer neuen Herausforderung: Erstmals soll eine Skulptur beim Ritt über die Wellenkämme Töne von sich geben. Den Mitgliedern der Kelly-Family sei Dank.

Die Idee, das Boot der irischen Musikerfamilie mit einer musizierenden Galionsfrau aus Holz zu verzieren, stammt von Birgit Hartmann. „Ursprünglich hatte meine Frau eine Figur mit Querflöte vorgesehen. Aber die Flöte war den Kellys nicht irisch genug“, sagt ihr Mann Claus. Nach einer kurzen Beratung mit den Auftraggebern kam das Ehepaar zu dem Schluss, dass eine Harfe die heimischen Wurzeln der Musiker besser repräsentiere. „Das Schiff der Kelly-Family ist schließlich kein normales Segelboot“, meint Hartmann.

Seit nunmehr einem Jahr arbeiten die nach eigenen Angaben „letzten Galionsschnitzer der Welt“ an der revolutionären Skulptur für die „Santa Barbara Anna“ – so heißt der Dreimaster von Eigner Joey Kelly. Aus einem 1,60 Meter langen und dreihundert Kilogramm schweren Eichenstumpf ist dank einer Verjüngungskur am Weserstrand und dem Einsatz von Kettensäge und Schnitzmesser eine graziöse junge Holzdame geworden, deren Gesichtszüge erstaunliche Ähnlichkeit mit ihrer Schöpferin haben. „Das passiert immer dann, wenn ich für die Figur keine speziellen Vorgaben habe. Da schnitze ich mich unbewusst einfach selber“, erzählt Birgit Hartmann.

Auch die irische Harfe, die später in feinstem Blattgold erstrahlen soll, ist mittlerweile deutlich zu erkennen. Allein die Saiten, bestehend aus 14 bis 15 Stahlbändern, fehlen noch. Sie sollen durch den am Schiffsbug vorbei streichenden Seewind zum Klingen gebracht werden – so zumindest lautet die Theorie. „Ob das auch funktioniert, muss sich erst noch zeigen. Wir versuchen gerade herauszufinden, wie die Stahlbänder beschaffen sein müssen, damit sie sich auf See nicht verziehen“, erklärt Ehemann Claus das Hauptproblem.

Gut sechs Monate haben der 48 Jahre alte Bildhauer und seine 14 Jahre jüngere Gattin noch Zeit, um die Arbeit an der irischen Galionsfrau zu vollenden. Voraussichtlich im August soll die Skulptur im Rahmen eines Festakts in Rostock – dem Heimathafen der „Santa Barbara Anna“ – am Boot der Kelly-Family angebracht werden. Zahlen müssen die irischen Musiker für die Dienste der Hartmanns keinen Cent: Die Kosten in Höhe von 25 000 Euro werden komplett von Sponsoren übernommen. „Im Gegenzug hoffen wir darauf, dass die Kellys in Rostock ein Live-Konzert geben“, verrät Claus Hartmann.

Bis Ende 2007 sind er und seine Frau ausgelastet. Aktuell feilen sie an einer Innovation für den exklusiven Markt der Megayachten: Einer Skulptur aus Glas, die zum Schutz vor Wind und Wellen mittels eines Mechanismus in die Bordwand eingefahren werden kann.

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