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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Sonnige Festival-Bilanz mit Wermutstropfen

08.09.2016

Oldenburg Workshops, Konzerte, Theater, Lesungen – oder einfach nur mal entspannt in der Sonne sitzen: Tonia Sperling, Pressesprecherin des Freifeld-Vereins, ist noch voller Eindrücke vom Jurten-Fest auf der Lazaruswiese im Landschaftspark Mühlenhunte hinter dem Olantis. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt sie. „Es ist passiert, was wir uns gewünscht haben: Das Gelände hat sich entwickelt. Wir haben viele verschiedene Leute zusammengebracht. Wir haben wieder einmal gesehen, wie kreativ Oldenburg ist.“ Das Freifeld-Gefühl sei wieder dagewesen. Doch es gibt auch einen – nicht unerheblichen – Wermutstropfen.

Kommentar von Inga Wolter

Wenig anziehend

Gäste und Künstler waren voll des Lobes für Freifeld-Jurten: Die Lazaruswiese ein toller Ort, die Musik schön, die Stimmung entspannt, hörte man am Rande der Veranstaltungen. Aber: Etwas fehlte doch, immer wieder – Publikum.

Eine zweiwöchige Kulturveranstaltung ist eine riesige Herausforderung. Tag für Tag Leute anzulocken, ohne dass im Minutentakt ein neues Konzert, eine neue Lesung beginnt – ein Kunstwerk. Gerade bei den vielen kulturellen Angeboten, die der Oldenburger Sommer so bereithält.

Bei Freifeld-Jurten fehlten die sichtbaren Höhepunkte. Auch wurden die herausragenderen Veranstaltungen nicht deutlich genug kommuniziert. Das Entspannte, das In-der-Sonne-hocken war schön – insgesamt war das Kulturfest aber zu entzerrt, zu improvisiert, um die Massen anzuziehen.

Übergang statt Untergang – das Jurtenfest hat vor allem eines erfüllt: Wir haben Freifeld und den Wunsch nach mehr alternativen Kulturangeboten nicht aus den Augen verloren. Mehr aber nicht. Oldenburg braucht wieder Festival-Feeling im klassischen Sinne: drei Tage voller Kultur mit Höhepunkten am laufenden Band. Alles andere ist schön, aber überflüssig.

Nur rund 70 der insgesamt 150 Vorfreude-Tickets für je 50 Euro hat der Verein verkauft. „Im Laufe der zwei Wochen kamen immer mehr Menschen auf die Lazaruswiese“, sagt Tonia Sperling. „Generell hätten wir uns aber mehr Publikum gewünscht.“ Eine Gesamtzahl der Besucher veröffentlicht der Verein in diesem Jahr nicht. Begründung: Das Zählen sei aufgrund des offenen Geländes in diesem Jahr komplizierter gewesen. Der Eingang war ja nur zu den kostenpflichtigen Veranstaltungen besetzt. Einige Veranstaltungen wie zum Beispiel das Konzert der Band Fréros, die Workshops und der Abschlussabend waren gut besucht, bei anderen war nur eine Handvoll Leute da. Woran es lag, können die Festivalmacher nur vermuten: „Vielleicht wurden wir zu wenig wahrgenommen, vielleicht dachten viele, alle Veranstaltungen würden etwas kosten.“ Hätte es für die zwei Wochen mehr Angebote geben müssen, um mehr Leute auf die Lazaruswiese zu locken? Vielleicht auch das.

Von den Vorfreude-Tickets hatten die Organisatoren sich mehr erhofft. Sie hätten so viel Lob bekommen, da hätten sie auch mit mehr Zuspruch im Vorverkauf gerechnet, sagt Tonia Sperling. Mit den Ticketerlösen wollte der Verein seine laufenden Kosten in diesem Jahr decken. „Wir sind nicht ausfinanziert“, sagt Tonia Sperling nun. Auch würden sie einige Dinge beim nächsten Mal anders planen. „Vor allem gehen wir nicht noch einmal mit nur acht Leuten ins Rennen.“ Es wird auch künftig nicht leicht, das ist schnell klar. Dennoch: Der Optimismus bleibt.

„Wir gehen auf jeden Fall mit dem Plan ins nächste Jahr, wieder ein großes Festival anzubieten“, sagt Tonia Sperling. 2013 und 2014 hatte es Freifeld ja als dreitägige Veranstaltung mit Angeboten im Minutentakt gegeben. Eine zweiwöchige Veranstaltung will Freifeld nicht unbedingt noch einmal auf die Beine stellen. Der zeitliche Aufwand sei zu groß. „Das können wir neben unserem Job kaum leisten.“

Die Lazaruswiese kommt für ein Festival in 2017 nicht in Frage. Die Suche nach einem geeigneten Ort, möglichst mit Räumen für die Kunstausstellungen, geht also weiter. „Es war schön, dass wir in diesem Jahr etwas gemacht haben“, fasst Tonia Sperling zusammen. „Die Hoffnung ist groß, dass das Geld im nächsten Jahr reichen wird.“ Sie seien schon jetzt wieder dabei, Förderanträge zu stellen. Tonia Sperling: „Bisher hat es immer geklappt. Das ist halt Freifeld. Es ist nicht alles perfekt, aber es geht auf jeden Fall weiter.“

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Inga Wolter stv. Ltg. / Online-Redaktion
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