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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Liederfeste: Und alle singen lautstark mit

19.03.2015

Ganderkesee /Im Nordwesten Normalerweise herrscht in Grundschulen morgens schon ein anständiger Lärmpegel. Nicht aber in der Grundschule Dürerstraße in Ganderkesee (Landkreis Oldenburg). Jedenfalls nicht mittwochs und freitags. Da probt nämlich der Schulchor in der Aula. Und wenn die 70 Kinder sich in Reih und Glied vor Musiklehrerin Andrea Andrianova mit ihrer Gitarre aufgestellt haben, tief Luft holen und Lieder schmettern wie „Morning has broken“, „Hey, Pippi Langstrumpf“ und „Hab’ ne Tante aus Marokko“, dann sind auch die anderen Kinder, die gerade in die Schule kommen, leise und hören fasziniert zu.

Am Mittwoch war es eine der letzten Proben vor dem großen Auftritt an diesem Freitag in der kleinen EWE-Arena in Oldenburg beim Musikfestival „Klasse! Wir singen“. Insgesamt nehmen mehr als 11000 Kinder aus der Region teil. Die Grundschule Dürerstraße ist die einzige Schule aus der größten Gemeinde im Landkreis Oldenburg, die bei dem Singprojekt mitmacht. Und die Kinder fiebern ihrem Auftritt am Freitag schon aufgeregt entgegen. „Ich freue mich schon“, sagt etwa die neunjährige Leni. Und warum? „Weil singen Spaß macht“, bringt sie es auf den Punkt.

Dass die Kinder ihre Freude am Singen haben, merkt man ihnen an. Selbst diejenigen, die sonst ganz cool über den Schulhof schlendern oder beim Fußball in der Pause kein Pardon kennen, singen und schwingen begeistert mit.

Für Lehrerin Andrea Andrianova steht im Vordergrund, dass die Kinder Spaß am Musizieren haben. Dennoch legt sie Wert darauf, dass die Töne sitzen und der Chor sich harmonisch anhört. „Stop“, ruft sie kurz nachdem die Kinder mit „Morning has broken“ losgelegt haben. Die höchsten Töne passten der 54-Jährigen, die neben Gitarre auch Flöte und Cello spielen kann und selbst jahrelang in einem Chor gesungen hat, nicht ganz.

Von Freitag bis Sonntag gibt es insgesamt acht aufführungeN

Die großen Liederfeste für das Projekt „Klasse! Wir singen“ in der kleinen EWE-Arena in Oldenburg von Freitag bis Sonntag, 20. bis 22. März, stehen kurz bevor. Mehr als 11 000 Kinder der Klassen 1 bis 7 verschiedener Schulen aus den Landkreisen Friesland, Wesermarsch, Ammerland, Oldenburg, Cloppenburg und Vechta sowie aus den Städten Oldenburg Wilhelmshaven und aus Ostfriesland haben in den vergangenen sechs Wochen täglich ein festes Liederrepertoire eingeübt.

Acht Aufführungen gibt es in der kleinen EWE-Arena an der Maastrichter Straße 1 in 26123 Oldenburg insgesamt. Die erste Aufführung beginnt am Freitag, 20. März, um 16.30 Uhr, eine weitere folgt am Abend um 19 Uhr. Sechs Aufführungen folgen am Wochenende (Sonnabend um 11, 14.30 und 18 Uhr und Sonntag um 11, 14.30 und um 17.30 Uhr.

Die Kinder singen Klassiker wie „Kein schöner Land“ oder „Alle Vögel sind schon da“ sowie moderne Kinderlieder wie „Hey Pipi Langstrumpf“ oder „Meine Biber haben Fieber“ in einem großen Chor. Tobias Brommann (Kantor am Berliner Dom) und Elke Lindemann (Kantorin am Braunschweiger Dom) übernehmen die Moderation der Chor-Auftritte und werden dabei musikalisch von einer professionellen Band begleitet. Ziel der Aktion ist es, die natürliche Lust am Singen bei den Kindern zu fördern – fernab von Casting-Shows und Leistungsdruck.

Karten sind für 9,80 Euro (ermäßigt 5,80 Euro) an den bekannten Vorverkaufsstellen und an der Tageskasse erhältlich.

Mehr Infos unter www.klasse-wir-singen.de

Also das Ganze nochmal. Schon besser.

„Toll macht ihr das“, lobt sie die Kinder. „Und jetzt zeigen wir mal, was wir noch so können“, kündigt die musikbegeisterte Lehrerin an. Der Chor stimmt das passende Lied zum Festival-Auftritt am Freitag an:

„Klasse, wir singen, singen steckt an. Singen macht Spaß, weil jeder es kann. Singt man zusammen, ist das der Hit. Klasse, wir singen, komm sing doch mit. Singen kann man überall, Freude macht’s auf jeden Fall. In der Oper, auf dem Klo, in der Wanne sowieso. Auch im Auto auf der Reise, sanft und fetzig, laut und leise“, heißt es da – wie wahr!

Neben der Freude, die die Kinder beim Singen zweifellos haben, weiß Lehrerin Andrea Andrianova, dass es nicht nur Spaß macht, Musik zu machen, sondern auch das Lernen insgesamt fördert. „Durch das Singen werden bestimmte Regionen im Gehirn angesprochen, wodurch schließlich auch das Lernen etwa in Mathe und Deutsch leichter fällt“, weiß die Pädagogin.

„Musikalische Früherziehung bei Kindern durch Singen kann beispielsweise für den Spracherwerb so effektiv sein wie ein Sprachtraining“, erklärt Prof. Dr. Gunter Kreutz, Musikwissenschaftler an der Universität Oldenburg. Musikalische Bildung sei indes leider ein gesellschaftlich ungleich verteiltes Gut, das viel zu wenig Kinder nachhaltig erreiche. So meint Kreutz, dass beispielsweise Erzieherinnen und Erzieher in den Kindergärten dringend eine stimmlich-gesangliche Ausbildung bräuchten, um als Multiplikatoren für alle Kinder wirken zu können.


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Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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