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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Seit 350 Jahren eine innige Beziehung

18.09.2018

Vechta Mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Festakt wurde am Sonntag in Vechta die 350-jährige Zugehörigkeit Südoldenburgs zum Bistum Münster gefeiert.

Am 19. September 1668 hatten der Münsteraner Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen und der Osnabrücker Fürstbischof Ernst August von Braunschweig-Calenberg einen Kaufvertrag über das damalige Niederstift Münster unterzeichnet. Für 10 000 Taler wechselte das Gebiet der damaligen Ämter Cloppenburg, Vechta und Meppen in die geistliche Regentschaft des Münsteraner Bischofs. Seit diesem Datum gehören die Ämter – heute Landkreise – Cloppenburg und Vechta vollständig zum Bistum Münster.

Die weltliche Regentschaft besaß der Bischof von Münster schon länger. 1252 hatte er der Gräfin Jutta von Ravensberg das Gebiet des heutigen Landkreises Vechta und das Emsland abgekauft, im Jahr 1400 dem Grafen von Tecklenburg auch die dazwischen liegenden Gebiete. Dieses 350-jährige Jubiläum feierte am Sonntag das Bischöflich Münstersche Offizialat in Vechta mit 150 geladenen Gästen aus Kirche, Politik und Wirtschaft.

„Ist dieses Datum überhaupt ein Grund zu feiern?“, fragte Bischof Dr. Felix Genn im Festgottesdienst in der Klosterkirche. Schließlich sei das Osnabrücker Domkapitel damals froh gewesen, mit dem Verkauf auch die Reibereien um diesen Landstrich loszuwerden. Die Feier fiele zudem in eine Zeit, in der dunkle Schatten auf der Kirche lägen, sprach er die jetzt bekannt gewordene Missbrauchsstudie an. „Wir feiern heute aber in ökumenischer Verbundenheit, wenn auch in dem Schmerz, dass wir noch nicht am Tisch des Herrn Gemeinschaft halten können“, sagte er zu den Vertretern der evangelisch-lutherischen Landeskirche zu Oldenburg, Oberkirchenrat Thomas Adomeit und Synodenpräsidentin Sabine Blütchen.

Weihbischof Wilfried Theising beschrieb im anschließenden Festakt in der Liebfrauenschule die Beziehung Südoldenburgs und später auch des ganzen Oldenburger Landes zum Bistum Münster als „Liebesgeschichte“. In den 350 Jahren habe das heutige Südoldenburg in staatlicher Hinsicht erst zum Bistum Münster gehört, dann ab 1803 zum (Groß-)Herzogtum Oldenburg, nach dem 1. Weltkrieg zum Freistaat Oldenburg, nach dem 2. Weltkrieg zum Land Niedersachsen. Doch in kirchlicher Hinsicht sei man immer beim Bistum Münster geblieben. Bestrebungen der Politik im Jahr 1995, aus dem Oldenburger Land ein eigenes Bistum zu machen, habe der damalige Münsteraner Bischof Reinhard Lettmann eine klare Absage erteilt.

Einen humorvollen Gruß aus Osnabrück brachte Domkapitular Ulrich Beckwermet in Vertretung des erkrankten Bischof Franz-Josef Bode mit. „Sie hätten mich auch gar nicht einladen brauchen. Schließlich haben wir Sie ja verkauft.“ Als Gastgeschenk brachte er Honig von den Bienenstöcken des Priesterseminars mit, denn „manchmal ist ja doch ganz gut, wenn man einander klebt“.

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