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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Interview Zum Oldenburger Filmfest: Nadeshda Brennicke liebt Arbeit auf dem Bauernhof

18.09.2015

Frage: Wer Sie am Mittwochabend auf Highheels bei der Eröffnungsgala gesehen hat, kann sich kaum vorstellen, dass Sie Ihre Freizeit am liebsten in Gummistiefeln und Turnschuhen auf Ihrem Hof im tiefsten brandenburgischen Oderbruch verbringen...

Brennicke: Das bringt das Landleben so mit sich. Das wäre in Stöckelschuhen seltsam.

Frage: Was hat Sie denn aufs Land verschlagen?

Brennicke: Ich bin einfach ein Mensch, der gerne in der Natur lebt. Ich bin ein großer Pferdefreak. Das ist schwer, in Berlin auf dem Balkon durchzuziehen.

Frage: Was machen Sie lieber, Stallarbeit oder Dreharbeiten?

Brennicke: Beides ist toll. Der Hof ist ein Kontrastprogramm zur Filmbranche, das ich gebraucht habe. Ich bin als Kind aus Bayern mit Skifahren, Wandern und Bergsteigen groß geworden. Ich brauche einfach Sport und körperliche Betätigung, um mich wohlzufühlen und den Kopf klar zu halten. Ich bin ein großer Denker, ich muss meinen Körper spüren, um mich nicht zu sehr zu verlieren. Das geht auf dem Hof sehr gut. Am Morgen mit der Arbeit zu beginnen und am Abend das Ergebnis zu ernten, das tut gut.

Frage: Können Sie die eigentlich die nett gemeinte Bezeichnung „die deutsche Angelina Jolie“ noch hören?

Brennicke: Nein, das geht gar nicht. Ich bin Nadeshda Brennicke. Das Kategorisieren in Schubladen ist ja eine deutsche Spezialität. Total blöd.

Frage: Müssen Sie bei der Rollenauswahl gegen Klischees ankämpfen?

Brennicke: Ja, klar. Das nervt schon. Es gibt so viele Sachen, die ich schon 100-mal gespielt habe. Seichtere Rollen sind Broterwerb für mich. Ich drehe gerade für ARD und ZDF, das sind reine Geldjobs. Das sehe ich ganz pragmatisch.

Frage: Aktuell sind Sie in der Sat1-Serie „Frauenherzen“ in der Rolle als erfolgreiche Businessfrau zu sehen. Wie weit ist diese Figur weg von Ihnen?

Brennicke: Ich mag „Frauenherzen“ sehr, trotzdem hat die Rolle mit mir gar nichts zu tun. Das ist aber fast immer so – auch in ambitionierten Filmen wie „Hotte im Paradies“ (dort spielte sie eine Prostituierte und war für den Deutschen Fernsehpreis nominiert, Anm. d. R.) haben die Figuren natürlich nichts mit mir gemeinsam.

Frage: Welche Rollen sind Ihnen denn am liebsten?

Brennicke: Ich finde es langweilig, geradlinige Heldinnen zu spielen. Ich mag es lieber, schräge, hysterische Frauen mit fragilen Charakteren darzustellen. Das macht mir wirklich Spaß. Die „Banklady“ 2013 war so ein Herzensding.

Frage: Das sieht man auch in „God of Happiness“, den Sie in Oldenburg vorstellen. Darin spielen Sie die abgehalfterte Varieté-Künstlerin Mia, die einem Möchtegernschauspieler dabei hilft, die Charade eines erfolgreichen Künstlers aufrecht zu erhalten. Was hat Sie an diesem Projekt gereizt?

Brennicke: Dass Regisseur Dito Tsintsadze immer so eigenartige, verrückte Figuren entwirft. Er führt die Schauspieler sehr präzise, ganz streng, duldet keinen Widerspruch, aber er gibt einem die Möglichkeit, sich voll auszuleben in so einem Charakter. Das ist ein Geschenk. Ich mag Menschen, die einen Schaden haben. Auch im normalen Leben. Alles, was angepasst ist, finde ich langweilig. Ich bin großer Fan von Dito seit „Lost Killers“. Das ist mein deutscher Lieblingsfilm. Ein sensationell abgefahrener Film.

Frage: Dieses Attribut beschreibt auch „God in Happiness“ ganz gut, oder?

Brennicke: Ja, auf jeden Fall. Sehr unterhaltsam, schräg, keine normale Komödie. Leider werden solche Filme selten bis gar nicht promotet. Solche Filme müssen gefunden werden. Es gibt ja nicht mehr viele Menschen, die sich nach draußen bewegen, um was Besseres zu sehen.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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