• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Wie man über Lesben und Schwule spricht

05.05.2015

Oldenburg Rechtlich sind Schwule und Lesben (fast) gleichgestellt. Aber immer noch werden sie diskriminiert. Die Beleidigungen liegen oft in der Ausdrucksweise. Mal passieren sie bewusst, mal unbewusst.

Der Bund Lesbischer und Schwuler Journalisten hat in der Broschüre „Schöner schreiben über Lesben und Schwule“ die richtigen, bevorzugten oder von Homosexuellen gewünschten Begriffe und Formulierungen zusammengestellt. Beispielhaft hat NWZonline die wichtigsten Tipps und Fallen herausgesucht.

Das geht:

 „schwul“, „lesbisch“, „homosexuell“: So beschreibt man die sexuelle Identität von Schwulen und Lesben.

 LGBT: Diese Abkürzung greift für Lesben, Schwule („Gay“), Bisexuelle und Transgender. Kritiker sehen darin Transgender, Transsexuelle und Transidentitäten pauschalisiert, viele „LGBT“ benutzen den Begriff jedoch.

„Er  hat sich geoutet.“: Coming-Out und Outing ist nicht das gleiche. „Coming-Out“ bedeutet, dass jemand seine Umgebung selbstbestimmt über seine sexuelle Orientierung aufklärt. Also heißt es: „Er oder sie hat sich geoutet.“ Beim „Outing“ macht eine fremde Person öffentlich, dass derjenige schwul oder lesbisch ist. Dann sagt man: „Er oder sie wurde geoutet.“

Das geht gar nicht:

 „Homosexuelle und Lesben“: Das Wort „Homosexuelle“ bezeichnet Schwule und Lesben. Oft wird es aber - und das ist falsch - nur für Schwule benutzt.

 „bekennend lesbisch“, „Lesbierin“, „überzeugte Lesbe“: Auf diese Formulierungen sollte man verzichten - denn Homosexualität ist keine Straftat, keine Sünde und auch kein Glauben, zu dem man sich bekennt. „Überzeugte Lesbe“ fassen viele Lesben als Beleidigung auf. Grund: Der Begriff beinhaltet, dass man ihre sexuelle Orientierung noch umkehren, sie also „bekehren“ könne. „Lesbierin“ ist oft sogar gut gemeint. Der Begriff kommt jedoch aus der Medizin und Psychiatrie und beschreibt ein von der Norm abweichendes Verhalten.

 „Homosexuellen-Milieu“: Bei diesem Begriff fragen sich Schwule und Lesben, wo dieses Milieu denn sein soll. In Köln? In Oldenburg? Homosexuelle gibt es in jedem Milieu, also in jedem sozialen Raum.

 „Schwulen-Parade“, „Schrille Parade“ oder ähnliche Bezeichnungen für die Demonstrationen am Christopher Street Day: „Schwulen-Parade“ diskriminiert die Lesben, Transsexuellen und Transgender, die am CSD teilnehmen. „Schrille Parade“ stellt das Ziel des CSD, die Gleichstellung, in den Hintergrund. Besser ist es also, von einer Demonstration zu sprechen.

Wer ist was?

 Asexuelle haben kein Interesse oder Verlangen nach Sex. Sie können aber trotzdem romantische Beziehungen führen.

 Bisexuelle haben hetero- und homosexuelle Neigungen.

 Drag Kings oder Drag Queens verkleiden sich gerne als das andere Geschlecht. Drag Queens treten als Kunstfiguren auf. Das heißt aber nicht, dass sie sich zwangsläufig dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen.

 Homosexuelle sind Lesben oder Schwule. Sie lieben Menschen des gleichen Geschlechts.

 Intersexuelle sind nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zuzuordnen. Sie kamen zum Beispiel mit körperlichen Merkmalen beider Geschlechter zur Welt.

 LGBTTIQ: Abkürzung für „Lesbian, Gay, Bisexuals, Transsexuals, Transgender, Intersexuals, Queer“.

 Queer: übergreifender Begriff für alle sexuellen Orientierungen und Identitäten, die nicht heterosexuell sind.

 Transgender leben als Frau oder Mann, behalten aber - ganz bewusst - die Merkmale des anderen Geschlechts. Ihr soziales Geschlecht unterscheidet sich also vom biologischen. 

 Transsexuelle identifizieren sich nicht mit ihrem Geburtsgeschlecht. Sie lassen ihren Körper mit Hormonen oder Operationen verändern oder haben zumindest das Bedürfnis danach.

 Transidentität: Der Begriff legt im Gegensatz zu „Transsexualität“ einen stärkeren Fokus auf die Identität. Menschen mit einer Transidentität fühlen sich in ihrem biologischen Körper fremd.

Noch mehr Infos gibt es in diesem Leitfaden (pdf):

Bund Schwuler und Lesbischer JournalistInnen: Schöner schreiben über Lesben und Schwule

Inga Wolter
stv. Ltg.
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2155

Weitere Nachrichten:

Christopher Street Day

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.