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NWZonline.de Nachrichten Kultur Weser-Ems

Wiedersehen mit einem alten Bekannten

23.04.2015

Oldenburg Die Internationalen Tanztage haben nicht nur Entdeckungen aus elf Ländern im Programm, sondern auch einen alten Bekannten: den Chorografen Jan Pusch, der seit 2010 Chef der Tanzsparte am Staatstheater Braunschweig ist und zuvor drei Jahre lang als „Choreographer in Residence“ die Tanzcompagnie Oldenburg aufgebaut hat. Im Gepäck hat er eine seiner jüngsten und erfolgreichsten Produktionen: „Figure out“ mit 15 Tänzerinnen und Tänzern, alle in Weiß auf leerer, weißer Bühne.

Körpersprache

Thema dieser Choreografie ist ein zwischenmenschliches: „Wir kommunizieren ununterbrochen miteinander, auch wenn wir gar nicht sprechen – mit unserem Körper. Wie mit elektrischen Signalen.“ Die Kommunikation auf der Bühne, wo mehrere kleine Geschichten und eine große erzählt werden, verläuft ausschließlich über Gestik, Mimik und Bewegung. Über diese körperlichen Signale versuchen die 15 Figuren, ihre jeweilige Motivation zu verbergen und verraten sich damit umso mehr.

Abschluss

„Figure out“ von Jan Pusch mit der Tanzcompagnie des Staatstheaters Braunschweig ist am letzten Festivaltag zu sehen: Sonntag, 26. April, 20 Uhr, im Großen Haus.

   

   www.staatstheater.de

„Figure out“ ist ein zeitgenössisches Tanzstück, mit dem sich Pusch beim Oldenburger Festival gut aufgehoben fühlt, weil dessen Programm eine „breite Brücke“ schlage und sehr „bewegungsorientiert“ sei. Dass sich in der Oldenburger Tanzsparte ein „deutlicher Stilwechsel“ vollzogen hat, ist Pusch nicht entgangen, obwohl er noch keine Aufführung von Antoine Jully gesehen hat.

Der 48-Jährige hatte Oldenburg 2010 verlassen, weil er sich offenbar eine andere Entwicklung für seine Arbeit und die Compagnie vorgestellt hatte. Viel mehr erzählt er darüber nicht, betont aber, dass er zum Zeitpunkt seiner Entscheidung noch kein Angebot aus Braunschweig vorliegen hatte. Als Tanzdirektor des Fünfspartenhauses hat er ein weitaus größeres Ensemble: 16 Tänzer statt zehn. Auch die Bühnen sind ungleich großzügiger. Die des kleinen Hauses hat die Maße des Großen in Oldenburg.

Konsequent

Dennoch hat Pusch das Angebot abgelehnt, seinen Vertrag um ein Jahr zu verlängern – unter bestimmten Bedingungen, die Pusch nicht akzeptabel fand. „Das hätte bedeutet, dass die Compagnie noch mehr ,Output’ leisten muss“, sagt er. Neben vier bis fünf Premieren, Wiederaufnahmen und Festival sollten auch noch Musiktheater-Produktionen bedient werden. „Das fand ich einfach zu viel.“

Generell verfolgt er mit Sorge eine Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren an den deutschen Stadt- und Staatstheatern zu immer mehr und immer neuen Produktionen, um auf diese Weise das Publikum ins Haus zu locken. „Das geht zu Lasten der Qualität“, betont Pusch und hat für sich selbst die Konsequenzen gezogen. Zum Ende der Spielzeit verlässt er das Staatstheater Braunschweig.

Wie es weitergeht, weiß er noch nicht. Er habe keine Option, kein neues Angebot, erzählt er, wirkt dabei jedoch recht entspannt. Immerhin hat er schon einmal fast 15 Jahre lang frei gearbeitet. „Das ist eine Möglichkeit. Ich schließe nichts aus.“

Regina Jerichow
Stellv. Redaktionsleitung
Kulturredaktion
Tel:
0441 9988 2061

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